Zenon Grocholewski

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Kardinal Grocholewski (2010)
Wappen von Zenon Kardinal Grocholewski
PISAI

Zenon Kardinal Grocholewski (* 11. Oktober 1939 in Bródki, Polen) ist ein Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche.

Leben[Bearbeiten]

Zenon Grocholewski empfing nach seiner theologischen und philosophischen Ausbildung am Priesterseminar in Posen am 27. Mai 1963 das Sakrament der Priesterweihe. Anschließend war er drei Jahre lang Vikar in Posen, ehe er an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom ein Promotionsstudium absolvierte. 1972 wurde er mit der in Latein verfassten Arbeit De exclusione indissolubilitatis ex consensu matrimoniali eiusque probatione mit summa cum laude zum Doktor des Kanonischen Rechts promoviert. Nach einem Aufbaustudium mit Aufenthalten in Frankreich und Deutschland erhielt er die Zulassung zum Avvocato Rotale.

In den Jahren 1972 bis 1999 arbeitete er am Obersten Gerichtshof der Apostolischen Signatur als Notar (1972–1977), Kanzler (1977–1982), Generalsekretär (1982–1998). Von 1975 bis 1998 lehrte er Kanonisches Recht an der Gregoriana und der Päpstlichen Lateranuniversität sowie dem Studio Rotale und hatte darüber hinaus an der Novellierung des Codex Iuris Canonici von 1983 erheblichen Anteil.

Am 21. Dezember 1982 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Titularerzbischof von Acropolis und spendete ihm am 6. Januar 1983 die Bischofsweihe.

Am 5. Oktober 1998 wurde er Präfekt der Apostolischen Signatur, 1999 ernannte ihn Johannes Paul II. zum Präfekten der Kongregation für das Katholische Bildungswesen und nahm ihn am 21. Februar 2001 als Kardinaldiakon mit der Titeldiakonie San Nicola in Carcere in das Kardinalskollegium auf.

Grocholewski ist als Präfekt der Kongregation für katholische Bildung zugleich amtierender Magnus Cancellarius der Päpstlichen Universität Gregoriana, des Päpstlichen Instituts für Arabische und Islamische Studien (PISAI), des Päpstlichen Bibelinstituts (PIB), des Päpstlichen Instituts für Kirchenmusik (Musica sacra), des Päpstlichen Instituts für christliche Archäologie (PIAC) sowie Patron des Lateinamerika-Instituts und der Fakultät für christliche und klassische Literaturwissenschaften (FLCC) an der Universität der Salesianer. Er leitet das Päpstliche Werk für geistliche Berufe.

Am 21. Februar 2011 wurde er unter Beibehaltung seiner pro hac vice zur Titelkirche erklärten Titeldiakonie zum Kardinalpriester erhoben.

Papst Franziskus bestätigte ihn am 30. November 2013 im Amt des Präfekten der Kongregation für das Katholische Bildungswesen.[1]

Zenon Grocholewski veröffentlichte mehrere Bücher und über 550 Artikel, die in 12 Sprachen publiziert wurden. Er ist Mitherausgeber mehrerer Fachzeitschriften über kanonisches Recht und Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Vereinigungen.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Mitgliedschaften in der römischen Kurie[Bearbeiten]

Zenon Grocholewski ist Mitglied der folgenden Kongregationen und Räte der römischen Kurie:

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Gilberto Kardinal Agustoni Präfekt der Apostolischen Signatur
1998–1999
Mario Francesco Kardinal Pompedda
Pio Kardinal Laghi Präfekt Kongregation für das Katholische Bildungswesen
seit 1999

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Papst bestätigt Leitung der Bildungskongregation“, kath.net, 1. Dezember 2013