Zenon von Kition

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Büste des Zenon von Kition, Archäologisches Nationalmuseum Neapel, Inventarnummer 6128

Zenon von Kition (* um 333/332 v. Chr. im Königreich Kition auf Zypern; † 262/261 v. Chr.) war ein hellenistischer Philosoph und Begründer der Stoa.

Zenon war der Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns und ein Schüler des Kynikers Krates von Theben. Zenon selbst war als Kaufmann tätig, bis er im Alter von 42 Jahren eine eigene philosophische Schule begründete, die Stoa. Um 311 kam er nach Athen. Gemäß Diogenes Laertios verunglückte Zenons Schiff vor Athen, was die Ladung ruinierte. Zenon wanderte daraufhin in Athen umher, bis er in einen Buchladen gelangte. Dort blätterte er in einigen Büchern und war beeindruckt von der Lehre des Sokrates. Als er den Besitzer der Bücherei fragte, wo denn solche Menschen wie Sokrates zu finden seien, zeigte dieser auf Krates und antwortete: „Folge diesem Mann!“.

Die Stoa wurde benannt nach der stoa poikile (bemalte Vorhalle, bezugnehmend auf die Athener Säulenmarkthalle gegenüber der Akropolis), dem Gebäude, in dem Zenon sich mit seinen Schülern traf. Seine Lehre wurde danach „Stoizismus“ genannt. Von seinen Werken haben sich keine erhalten, aus späteren Überlieferungen lässt sich aber seine Lehre gut rekonstruieren. Danach lehrte er, dass es Ziel des Menschen sein müsse, tugendhaft zu leben und nicht seinen Begierden nachzugeben (die Kathekon-Lehre); den Wechselfällen des Lebens müsse man mit einer souverän-gelassenen, philosophischen, eben „stoischen“ Haltung ruhig begegnen. Das wichtigste Ideal seiner Philosophie ist die Apatheia, die er „die Abwesenheit von Affekten“ nannte. Sie ist nach Zenon am besten zu erreichen durch Indifferenz gegen Schmerz und Lust gleichermaßen. Durch Kontrolle der Affekte erwirbt der Stoiker aber nicht nur die Apatheia, sondern auch Weisheit. Der Mensch ist seiner Ansicht nach ein zur Vernunft fähiges Wesen, dem es prinzipiell möglich sei, herrschaftsfrei zu leben (siehe: Anarchie).

Die wichtigste Quelle zu Zenon bildet Diogenes Laertios, der eine Reihe von Anekdoten über den Stoiker überliefert hat. Danach sei Zenon hager und asketisch mit einem etwas nachlässigen Äußeren gewesen, was ihn in die Nähe der Kyniker rückt. Dennoch hatte er auch Kontakt zu hochgestellten Persönlichkeiten, etwa zu König Antigonos II. Gonatas von Makedonien. Diogenes Laertius zufolge soll Zenon gestorben sein, indem er sich selbst strangulierte, nachdem er gestürzt war und sich dabei einen Zeh gebrochen hatte. Man richtete ihm ein prächtiges Begräbnis aus; sein positiver moralischer Einfluss insbesondere auf die Jugend wurde geschätzt.

Der Mondkrater Zeno ist nach ihm benannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Bees: Zenons Politeia, Brill, Leiden 2011, ISBN 978-90-04-19202-7.
  • Maximilian Forschner: Stoa, Stoizismus. In: Joachim Ritter (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Bd. 7, Basel/ Stuttgart 1974, Sp. 176-185.
  • Maximilian Forschner: Die ältere Stoa. In: Friedo Ricken (Hrsg.): Philosophen der Antike. Stuttgart/ Berlin/ Köln, Kohlhammer, 1996, S. 24-39.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zeno of Citium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien