Zentral- und Landesbibliothek Berlin
| Zentral- und Landesbibliothek Berlin | |
|---|---|
| Gründung | 1. Oktober 1995 |
| Bestand | 3,4 Millionen Bücher, Zeitschriften und elektronische Medien |
| Bibliothekstyp | Regionalbibliothek |
| Ort | Berlin |
| ISIL | DE-109 |
| Website | http://www.zlb.de/ |
Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) ist die Landesbibliothek des Landes Berlin.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte und Rechtsgrundlagen [Bearbeiten]
Die ZLB entstand zum 1. Oktober 1995 durch ein Berliner Landesgesetz als rechtsfähige Stiftung des öffentlichen Rechts. In der Stiftung wurden die Amerika-Gedenkbibliothek und die Berliner Stadtbibliothek zusammengefasst. Mit dem Bibliotheksrechtsänderungsgesetz wurden der Stiftung zum 1. Januar 2005 auch die Senatsbibliothek Berlin und der Berliner Gesamtkatalog angegliedert. Die Bibliothek verfügte im Jahr 2011 über 3,4 Millionen elektronische und gedruckte Medien.
Die Stiftung verwaltet sich selbst. Die Leitung obliegt dem Vorstand, bestehend aus dem Managementdirektor Volker Heller[1] und der Bibliotheksfachlichen Direktion (z. Zt. vakant), der der Kontrolle eines Stiftungsrates untersteht, welcher die grundlegenden Beschlüsse fasst. Die fachliche Beratung obliegt einem Beirat. Die Rechtsaufsicht führt die Kulturabteilung der Senatskanzlei bei dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, die außerdem Vermieterin der Immobilien der Stiftung ist und für die Gebäudeunterhaltung verantwortlich ist. Am 17. Oktober 2011 haben die regierenden Parteien SPD und CDU einen Neubau der ZLB beschlossen, der auf dem Tempelhofer Feld noch innerhalb dieser Legislaturperiode erfolgen soll und alle Standorte der Bibliothek an einen Ort zusammenführt.
Aufgabe der Stiftung ist (zusammen mit den bezirklichen öffentlichen Bibliotheken) die Versorgung aller Bevölkerungskreise Berlins mit Medien und Informationen. Die Bücher, Tonträger und sonstigen Angebote sind thematisch auf die beiden Häuser der Stiftung verteilt. Die Stiftung besitzt bedeutende Historische Sammlungen, Nachlässe und betreibt das Zentrum für Berlin-Studien im Ribbeck-Haus sowie die e-Lernbar, in der E-Learning praktisch erprobt werden kann. Außerdem ist die Stiftung Pflichtexemplarbibliothek für alle in Berlin erscheinenden Schriften und Herausgeberin der Berlin-Bibliographie sowie der Fachzeitschrift Bibliotheksdienst. Im Westteil der Stadt wurde diese Aufgabe zuvor von der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin übernommen. Ein neues Angebot der ZLB und der bezirklichen Bibliotheken seit Sommer 2008 ist VÖBB24, die "Ausleihe" von elektronischen Medien via Web 24 Stunden am Tag.
Die ZLB gehört dem Verbund Öffentlicher Bibliotheken Berlins und dem Bibliotheksverbund Kooperativer Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg (KOBV) an.
Partnerbibliotheken sind das Centre Georges Pompidou in Paris und die Allrussische Staatliche Bibliothek für Ausländische Literatur Rudomino in Moskau.
KBE [Bearbeiten]
An der ZLB ist Kompetenzzentrum BestandsErhaltung für Archive und Bibliotheken in Berlin und Brandenburg (KBE) beheimatet. Gegründet wurde es durch eine Initiative der Senatskanzlei Kulturelle Angelegenheiten des Landes Berlin und des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.[1]
„Es handelt sich hier um eine der wenigen regionalen Initiativen, die eine strukturelle Verbesserung bei der Bestandserhaltung für Archive und Bibliotheken erreichen will. Der Schwerpunkt liegt beim Auf- und Ausbau des Netzwerkes der Bibliotheken und Archive der beiden Bundesländer.“
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Managementdirektor Volker Heller. Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 7. Februar 2013, abgerufen am 11. März 2013.
Literatur [Bearbeiten]
- Drucksache des Abgeordnetenhauses von Berlin Nr. 12/5625 vom 30. Mai 1995.
- Drucksache des Abgeordnetenhauses von Berlin Nr. 12/5566 vom 10. Mai 1995.
- Drucksache des Abgeordnetenhauses von Berlin Nr. 15/2471 vom 24. Februar 2004.
- Claudia Lux: Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin – zwei Bibliotheken werden eins (PDF; 321 kB). In: Bibliotheksdienst. 32. Jg., Heft 3, 1998, S. 490–495.
- Claudia Lux: Im Veränderungsprozeß. Die neue Zentral- und Landesbibliothek Berlin. In: Buch und Bibliothek. 51. Jg., Heft 3, 1999, ISSN 0340-0301, S. 186–190.
- Ulrike Wahlich: Rückblick mit Zukunft. 100 Jahre Zentral- und Landesbibliothek Berlin. Saur, München 2001, ISBN 3-598-11555-5.
- Thomas Flierl: Entwicklungskonzept für die Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin (PDF; 273 kB). In: Bibliotheksdienst. 36. Jg., Heft 10, 2002, S. 1257–1278.
- Claudia Lux: Berlin, Zentral- und Landesbibliothek. In: Detlev Hellfaier (Hrsg.): Landesbibliotheksbau in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Neubauten, Erweiterungen und Umnutzungen zwischen 1975 und 2002. Klostermann, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-465-03291-8 (Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie. Sonderhefte 85), S. 187–261.