Blaues Haus (Dresden)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ehemaliges Zentrales Forschungsinstitut für Arbeit
Giebelseite und Hauptfront
Ansicht kurz vor Abschluss der Sanierung

Blaues Haus ist der Name des Hochhauses Gerhart-Hauptmann-Straße 1 in Dresden-Strehlen. Es wurde ursprünglich als Bürogebäude für das Institut für Arbeitsökonomik und Arbeitsschutzforschung erbaut, und dann von dessen Nachfolgern dem Zentralen Forschungsinstitut für Arbeit (ZFA) und dem Zentralinstitut für Arbeitsschutz (ZIAS) genutzt. Heute ist es ein Wohnhaus. Das denkmalgeschützte Gebäude in der Nähe des Lennéplatzes gilt als „eines der innovativsten Gebäude in Dresden um 1960“.[1]

Beschreibung[Bearbeiten]

Das achtgeschossige Bürogebäude mit Galeriegeschoss wurde von 1958 bis 1960 nach Entwürfen der Architekten Alfred Gottfried und Georg Wolf als Stahlbeton-Skelettmontagebau errichtet. Die Fassade zeigt eine Rasterung, wobei die Brüstungsfelder mit blauer Meißner Keramik verkleidet sind. Zur Seite hin wurde der Giebel in Elbsandstein des Typs Cotta gearbeitet.[2]

Das 31 Meter hohe Hauptgebäude wurde auf einem Grundriss von 53,30 Meter mal 12,20 Metern gebaut. Die Fassade ist in Achsen von 2,50 Metern Abstand gegliedert.

Das Gebäude bot damals Raum für 400 Arbeitsplätze. Der Speisesaal fasste 100 Plätze, später kam ein Festsaal mit 120 Plätzen hinzu. An der Außenfassade des Vortragssaals befindet sich ein Wandbild von Dietmar Gubsch.

Das Gebäude wurde wegen seines „baugeschichtlich bedeutsames Wertes“ unter Denkmalschutz gestellt.[1] So ist die „Ausführung des Hauptgebäudes … ein qualitativ hochwertiges Beispiel der „DDR-Moderne“.[1] Dies ist der Tatsache geschuldet, dass bei dem Bau „deutlich die Abkehr von dem bis Mitte der 1950er Jahre propagierten Bauen nach nationalen Tradition“[1] zu sehen ist. Das „ Bauen nach modernen, funktionalen Vorbildern“[1] und die „Anlehnung an die fortschrittlichen Tendenzen der klassischen Moderne“[1] prägen die Architektur des Bauwerks.[3]

Nach jahrelangem Leerstand begann 2012 die Sanierung und der Umbau zu einem Wohnhaus mit etwa 60 Appartements.[4]

Weblink[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Walter May, Werner Pampel und Hans Konrad: Architekturführer DDR, Bezirk Dresden. VEB Verlag für Bauwesen, Berlin 1979.
  •  Holger Gantz: 100 Bauwerke in Dresden: Ein Wegweiser zu Bauwerken von historischem und baukünstlerischem Rang. Schnell und Steiner, Regensburg 1997, ISBN 3-7954-1111-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f www.ostmodern.org
  2. May et al., Nr. 89 (Zentrales Forschungsinstitut für Arbeit, Gerhart-Hauptmann-Str. 1.)
  3. Gantz, S. 72 Nr. 75 (Zentrales Forschungsinstitut für Arbeit; Gerhart-Hauptmann-Straße 1)
  4. Strehlen: Blaues Haus wird zum Wohnhaus Sächsische Zeitung vom 25. Juli 2012

51.0370513.75014Koordinaten: 51° 2′ 13″ N, 13° 45′ 1″ O