Zentralisierung (Vokal)
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
In der Linguistik steht Zentralisierung (auch: Schwächung, Vokalabschwächung, Vokalschwächung, Vokalverdumpfung) für die Verlagerung der Zungenlage bei der Artikulation von Vokalen in den mittleren Bereich in Richtung des Zentralvokals [ə] (Schwa).
Inhaltsverzeichnis |
Beispiele [Bearbeiten]
- die unbetonten Vokale im Englischen
- das unbetonte e in dt. Endsilben
Vokalschwächung in Innensilben (auch "Binnenvokalschwächung") [Bearbeiten]
Unter Vokalschwächung in Innensilben versteht man die Umwandlung eines starken Vokales bei Anfügen eines Präfixes zu einem schwächeren solchen.
Beispiele [Bearbeiten]
Sehr häufig tritt die Binnenvokalschwächung im Lateinischen auf. Deshalb hier Beispiele aus dem Lateinischen:
- Aus "facere" (machen, tun) und "ad" (hin, hinzu, zu ... hin) wird (in der Bedeutung "hinzufügen") "afficere". Aus dem starken "a" in "facere" wird ein "i".
- In "afficere" tritt zusätzlich der Effekt der Assimilation (Angleichung) auf ("ad + facere" wird zu "afficere").
- Genauso wird aus "capere" (ergreifen, fassen) - nach Anfügen des Präfixes "ad" - "accipere" (an-, einnehmen; aufnehmen).
- Auch hier tritt zusätzlich der Effekt der Assimilation auf.
Siehe auch [Bearbeiten]
Quellen [Bearbeiten]
- Helmut Glück (Hrsg.): Metzler-Lexikon Sprache. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000. ISBN 3-476-01519-X