Zeppelin (Adelsgeschlecht)

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Stammwappen derer von Zeppelin

Zeppelin, auch Zepelin, ist der Name eines alten mecklenburgisch-pommerschen Adelsgeschlechts. Die Familie, deren Zweige zum Teil bis heute bestehen, gelangte später vor allem in Württemberg, aber auch in Bayern, Preußen und Dänemark zu Besitz und Ansehen.

Geschichte[Bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten]

Erstmals erwähnt wird das Geschlecht Zepelin (Zeppelin) mit Heynricus de Cepelin in einer am 17. September 1286 datierten Urkunde.[1] Die ununterbrochene Stammreihe beginnt um 1400 mit Hermann von Zepelin.

Zepelin, das gleichnamige Stammhaus der Familie, ist heute eine Gemeinde im Landkreis Rostock im Mecklenburg. Es erscheint 1246 erstmals urkundlich. Nach Kneschke und Zedlitz-Neukirch bestand eine Stammesverwandtschaft mit dem im 17. Jahrhundert ausgestorbenen Adelsgeschlecht derer von Bützow.[2] [3]

In Vorpommern saßen die Zepelin zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Zarnekow bei Glewitz, unweit ihrer mecklenburgischen Güter auf der anderen Seite der dort die Grenze bildenden Trebel, wo sie nach Ausweis der so genannten Kahldenschen Matrikel, einem Hufenverzeichnis, von 1631 24 1/2 Landhufen besaßen. [4]

Friedrich von Zeppelin
(1807–1889)

Ausbreitung und Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Hermann von Zepelin, der zwischen 1474 und 1488 in Urkunden genannt wird und ein Enkel des gleichnamigen Stammvaters war, erwarb am 17. März 1481 Thürkow (bis 1796) und Appelhagen bei Teterow. Appelhagen, heute ein Ortsteil der Gemeinde Dalkendorf, wurde nach dem Verlust des Stammhauses Zepelin für lange Zeit der Stammsitz der Familie in Mecklenburg. Weitere Stammgüter waren unter anderem Wulfshagen, Guthendorf (heute beides Ortsteile von Marlow) und Mieckow (heute Ortsteil von Groß Roge), letzteres war schon vor 1418 in Familienbesitz. Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts waren auch Wohrensdorf, Duckwitz, Alt-Pannekow, Schlackendorf und Teutendorf im Besitz bzw. Teilbesitz der Familie, sowie Goritz ab 1863.

1523 gehörten die Zepelins zu den Mitunterzeichnern der Union der Landstände. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die Familie unter Christian V. im Königreich Dänemark sesshaft. Dort erhielt am 3. Oktober 1806 Christoph Carl Friedrich von Zepelin aus der Linie Wulfshagen-Guthendorf, königlich dänischer Stabskapitän und späterer Oberst, die dänische Adelsnaturalisation. Ebenso der königlich dänische Kammerherr und Oberst außer Dienst Adolph von Zepelin aus der Linie Thürkow-Appelhagen am 22. Juli 1878.[5]

Karl von Zeppelin (* 1766) war der Begründer der reichsgräflichen Linie im Herzogtum Württemberg. Er war der Sohn des kurbraunschweiger Rittmeisters Melchior Johann Christoph von Zepelin († 1782) und der Friederike Charlotte von Walsleben. 1783 wurde er Adjutant des Prinzen Friedrich von Württemberg, des späteren Königs Friedrich I. Bei Antritt seiner Regierung 1797 ernannte er Karl zum Staats- und Konferenzminister und 1799 zum wirklichen geheimen Rat. Er starb unerwartet am 14. Juni 1801 mit 35 Jahren. Aus seiner 1787 geschlossenen Ehe mit Wilhelmine Freiin von Dalwigk († 1802) kam ein Sohn und eine Tochter. Sein Bruder Ferdinand Ludwig von Zeppelin († 1829) wurde königlich württemberger Staatsminister, Oberkammerherr und Mitglied der Württembergischen Landstände. Er war der Großvater des berühmten Luftschiffbauers.

Johann Friedrich Karl Graf von Zeppelin (1789–1836), der Sohn von Karl von Zeppelin, erhielt noch minderjährig vom Kurfürsten Friedrich II. von Württemberg, am 28. April 1803, dem Tag der Annahme der Kurwürde, das Reichserbpanneramt und die damit verbundenen Lehnsgüter Aschhausen mit Schloss Aschhausen und Buchhof.[3] Er heiratete am 17. September 1817 in Göttingen Hippolythe du Plat (1793-1854), die Tochter des Oberst Georg Carl August du Plat. Das Paar hatte fünf Kinder, vier Söhne und eine Tochter. Seine Schwester Wilhelmine Gräfin von Zeppelin (1791–1872) heiratete den königlich württembergischen Staatsminister Ludwig von Taube.

Graf Friedrich von Zeppelin (* 1807), der Sohn von Ferdinand Ludwig und der Pauline Freiin von Maucler (1785–1863), einer Schwester von Eugen von Maucler, wurde Hof- und Regierungsrat des Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen. Er heiratete die Fabrikantentochter Amélie Françoise Pauline Macaire (1816–1852) und zog 1837 nach Konstanz. Von seinem Schwiegervater David Macaire (1775–1845) erhielt er 1840 das Schloss Girsberg am Bodensee. Ihr gemeinsamer Sohn Ferdinand Graf von Zeppelin (1838–1917) gehörte zu den bedeutendsten Vertretern der Familie. Nach Besuch des Gymnasiums und der Kadettenschule wurde er 1858 Leutnant in der Württembergischen Armee. 1859 zum Ingenieurkorps einberufen und nahm er seit 1863 am Sezessionskrieg als Beobachter teil, ebenso als Generalstabsoffizier am Deutschen Krieg. 1882/85 war Zeppelin Kommandeur des Ulanen-Regiments „König Karl“ (1. Württembergisches) Nr. 19 in Ulm, anschließend Gesandter Württembergs in Berlin. 1899 begann er mit dem Bau des ersten lenkbaren Starrluftschiffs. 1900 fand der erste Aufstieg von LZ 1 (Luft-Zeppelin 1) statt. 1908 gründete er mit Spendenkapital die Luftschiffbau Zeppelin GmbH und erwarb ein Gut in der Pirschheide bei Potsdam. Er wurde zum General der Kavallerie befördert und mit dem Schwarzen Adlerorden ausgezeichnet. Aus seiner 1869 geschlossenen Ehe mit Isabella Freiin von Wolff stammen ein Sohn und eine Tochter. Sein Bruder Eberhard von Zeppelin (1842–1906) war ein bedeutender Heimatforscher und Unternehmer.

Im Königreich Preußen gelangten mehrere Angehörige als Offiziere in der Preußischen Armee zu höchsten Würden. Konstantin von Zepelin (1771–1848) war Generalleutnant, Kommandant von Stettin, Ritter des Roten Adlerordens I. Klasse und des Ordens Pour le Mérite mit Eichenlaub. Ein weiterer Konstantin von Zepelin (1841–1913) wurde Generalmajor.[2]

Im Einschreibebuch des Klosters Dobbertin befinden sich 17 Eintragungen von Töchtern der Familien von Zepelin/Zeppelin aus Appelhagen, Wo(h)rensdorff und Thürkow aus den Jahren 1724-1873 zur Aufnahme in das dortige Adelige Damenstift. Das Wappenschild der am 14. August 1833 im Kloster Dobbertin verstorbenen Konventualin Nr. 379 Maria Friederica von Zepelin auf Wohrensdorff hängt auf der Nonnenempore in der Klosterkirche.

Ein Familienverband (eingetragener Verein) wurde im Juni 1870 zu Wilhelmshöhe bei Kassel und eine Familienstiftung am 25. Juni 1902 zu Berlin gegründet.

Standeserhebungen[Bearbeiten]

Karl von Zeppelin aus der Linie Thürkow-Appelhagen, herzoglich württembergischer Kammerherr und späterer wirklicher geheimer Rat und Staatsminister, wurde am 18. September 1792 zu Wien in den Reichsgrafenstand mit der Anrede Hoch- und Wohlgeboren erhoben. Sein Sohn Johann Friedrich Karl Graf von Zeppelin erhielt am 23. Juli 1803 zu Stuttgart nach der Belehnung mit Aschhausen, eine Namensvermehrung als von Zeppelin-Aschhausen. Nach der Verleihung der Reichserbpanneramtes, durch Dekret von 1. Januar 1809, erhielt er außerdem am 15. Januar 1809 eine württembergische Wappenmehrung.[5]

Friedrich Hermann Graf von Zeppelin-Aschhausen auf Aschhausen und Buchhof aus der Linie Thürkow-Appelhagen, wurde am 26. Oktober 1915 bei der Grafenklasse der Adelsmatrikel im Königreich Bayern eingetragen.[5]

Der königlich württembergische Reisemarschall und spätere Oberstkammerherr und Staatsminister aus der Linie Thürkow-Appelhagen Ferdinand Ludwig von Zeppelin, erhielt am 1. Januar 1806 zu Stuttgart den württembergischen Grafenstand. Seine Enkel Ferdinand Graf von Zeppelin auf Gyrsberg, königlich württembergischer General der Kavallerie zur Disposition und Erbauer des Starrluftschiffes, und sein Bruder Dr. phil. hc. Eberhard Graf von Zeppelin auf Schloss Ebersberg, königlich württembergischer Kammerherr, Lehnsratsassessor und Leutnant außer Dienst, erhielten am 12. Februar 1906 zu Stuttgart eine württembergische Wappenmehrung.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt in Blau einen rechtsgekehrten silbernen Eselskopf. Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken der Eselskopf.

Wappengeschichte[Bearbeiten]

Das Stammwappen erscheint erstmals in einem Siegel aus dem Jahre 1308. Es trägt die Umschrift S. Hinrici de Zepeline. Der Eselskopf kommt dort aus dem Boden des Schildes an der linken Seite mit einem Teil des Halses hervor und kehrt sich schräg nach der rechten in die Höhe.

Ludolf de Sepelin siegelte zu Ribnitz am 14. November 1313 mit dem Eselskopfwappen, Bolze de Sepelin desgleichen zu Rostock am 11. Oktober 1331.[6]

In Johann Siebmachers Wappenbuch ist der Schild rot tingiert und die Helmdecken rot-silbern. Im Lexikon der adeligen Familien in Dänemark ist der Schild ebenfalls Rot und das Wappenbild nach links gekehrt.[3]

Karl von Zeppelin erhielt bei seiner Erhebung in den Reichsgrafenstand 1792 das folgende Wappen: Im blauen Schild ein silberner Eselskopf mit roter Zunge und rotem Halsabschnitt; über dem Schild die neunperlige, edelsteinbesetzte Grafenkrone, aus der sich ein offener, blau angelaufener und voll gefütterter Turnierhelm mit goldenem Halsschmuck und goldener Krone erhebt, über welcher wieder der silberne Eselskopf, nach vorwärts schauend, erscheint. Die Helmdecken sind silbern und blau; der Schild wird auf jeder Seite von einem silbernen, nach vorwärts sehenden Adler gehalten.

Als Karls Sohn Friedrich von Zeppelin auf Aschhausen am 1. Januar 1809 mit dem Königlich Württembergischen Reichserbpanneramt belehnt wurde, trat für dies Wappen die Modifikation ein, dass das Symbol des Erbamtes, die goldene deutsche Reichssturmfahne, mit dem schwarzen Reichsadler „auf der rechten Seite des der Länge nach getheilten Schildes in der Neigung von der Linken zur Rechten freischwebend in schwarzem Felde" neben dem Familienwappen zu führen war. Im Übrigen trat keine Veränderung des Wappens ein, da „das Reichskleinod auf keinem Helm angebracht werden soll".[7]

Bekannte Namensträger[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zeppelin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stadtarchiv Stettin bzw. Mecklenburgisches Urkundenbuch 3, Nr. 1866
  2. a b Neues preußisches Adelslexicon Band 4, S. 369.
  3. a b c Die Wappen der deutschen freiherrlichen und adeligen Familien, Band 2, S. 478-480.
  4. Matrikeln und Verzeichnisse der pommerschen Ritterschaft vom XIV. bis in das XIX. Jahrhundert, hrsg. d. Robert Klempin und Gustav Kratz,Berlin 1863, S. 315
  5. a b c d Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XVI, Band 137 der Gesamtreihe, S. 504-504.
  6. Abgebildet im Jahrbuch für Geschichte, Band 29, 1864, in: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 29 (1864), S. 110 bzw. 112 (Digitalisat)
  7. Königliches Dekret vom 15. Januar 1809, zitiert bei Fromm: Geschichte (Lit.), S. 24