Zeppelin Universität

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Vorlage:Infobox Hochschule/Träger fehltVorlage:Infobox Hochschule/Mitarbeiter fehltVorlage:Infobox Hochschule/Professoren fehlt

Zeppelin-Universität
Logo
Motto Hochschule zwischen Wirtschaft, Kultur und Politik
Gründung 2003[1]
Ort Friedrichshafen
Bundesland Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Präsident Alfred Kieser [2]
Studenten 1308 WS 2014/15[3]
Netzwerke IBH
Website http://www.zu.de

Die Zeppelin Universität (ZU) in Friedrichshafen am Bodensee ist eine staatlich anerkannte und vom Wissenschaftsrat akkreditierte privatwirtschaftliche Stiftungsuniversität.[4]

Überblick[Bearbeiten]

Die Zeppelin Universität besitzt die Rechtsform einer gemeinnützigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung und nennt sich selbst „Universität zwischen Wirtschaft, Kultur und Politik“, um damit den nach ihrem eigenen Selbstverständnis multidisziplinären Charakter von Forschung und Lehre zu betonen. Gesellschafter ist die ZU-Stiftung[5] mit Sitz in Friedrichshafen, Stiftungsgeberin ist die Zeppelin Baumaschinen GmbH, Garching bei München. Namenspatron ist der deutsche General und Luftschiffkonstrukteur Ferdinand Graf von Zeppelin. Seit 2007 ist die Zeppelin-Universität eine Stiftungshochschule.

Die Hochschule wurde 2003 aus der International School for General Management unter Dieter Giehmann zur Zeppelin University umgewandelt. Kurz darauf übernahm der Betriebswirt Stephan A. Jansen das Präsidentenamt und zugleich die Geschäftsführung.

Von 2007 bis 2008 (bis zur Schließung des Flughafens) besaß die Zeppelin-Universität einen weiteren Standort im Foyer des Flughafens Tempelhof, das „Institut für Luftschwimmkunst“. Seit 2011 befindet sich in Berlin wieder ein HauptstadtCampus.[6]

Die Universität am Bodensee umfasste im Jahr 2014 rund 1300 Studenten und an die 50 Professoren.[7]

Im Sommer 2014 traten Zerwürfnisse zwischen Stiftungsrat und Geschäftsführung zutage. Der im Dezember 2012 eingestellte Kanzler, Niels Helle-Meyer, erhielt Anfang August 2014 die fristlose Kündigung durch das höchste Eigentümer-Gremium, den Stiftungsrat. Zur Begründung wurden unterschiedliche Auffassungen über die Zukunft der Universität genannt. Die Fristlosigkeit wurde mit dem Gang Heller-Meyers an die Öffentlichkeit begründet.[8]

Durch einen Pressebericht wurde am 10. September 2014 ein Provisionssystem bekannt. Rund 50 Mitarbeiter der Universität hätten für die Einwerbung von Prämien erhalten, die nicht mit den Geldgebern abgesprochen worden seien. Davon habe auch Universitätspräsident Jansen profitiert. Er trat am 8. September 2014 zurück.[8][9] Sein Ausscheiden war für 2015 geplant gewesen.[8] Nach Jansens Rücktritt sahen sich er und die Zeppelin Universität mit einer Reihe von Vorwürfen konfrontiert. Mitte September teilte die Staatsanwaltschaft Ravensburg mit, in der Sache Vorermittlungen eingeleitet zu haben. Auch die Zeppelin Universität selbst will die Vorwürfe untersuchen lassen. [10]

Die ZU ist in drei Fachbereiche unterteilt:

  • Wirtschaftswissenschaften
  • Kulturwissenschaften
  • Staats- & Gesellschaftswissenschaften

Auswahlverfahren[Bearbeiten]

Die Studienbewerber werden in einem zweistufigen Auswahlverfahren durch die Hochschule ausgesucht: Nach der ausführlichen schriftlichen Bewerbung findet eine erste Vorauswahl statt, in der die Universität die vielversprechendsten Kandidaten bestimmt. Danach wird zu einem Auswahltag (Pioneers Wanted) eingeladen, an dem mehrere Vorstellungsgespräche mit Professoren, Studenten, Alumni und Externen stattfinden, sowie mehrere schriftliche Tests bestanden werden müssen. Zudem wird zusammen mit befreundeten Organisationen ein Projekt durchgeführt, bei dem eine Problemstellung im Rahmen einer Gruppenarbeit bearbeitet und anschließend vor dem Auswahlkomitee präsentiert werden muss.[11]

Das Auswahlverfahren der ZU gilt als anspruchsvoll, auch da es von den an anderen Hochschulen üblichen Verfahren erheblich abweicht. So nimmt die Universität Abstand von einem alleinigen Numerus clausus und versucht stattdessen, Persönlichkeiten zu finden, die neben den erforderlichen objektiven Leistungen auch zum Charakter der Universität passen. Dabei wird Wert auf außerschulische Aktivitäten wie ehrenamtliches Engagement oder Praxiserfahrung gelegt. Um an der ZU studieren zu können, muss ein mindestens sechswöchiges Praktikum in einem sozialen Bereich abgeleistet worden sein.[12]

Studium[Bearbeiten]

Das Studium kann mit den akademischen Graden Bachelor of Arts und, sowohl konsekutivem als auch nicht-konsekutivem, Master of Arts abgeschlossen werden.

Im Bachelor-Programm sind folgende Abschlüsse möglich:

  • Bachelor of Arts in Sociology, Politics and Economics
  • Bachelor of Arts in Corporate Management & Economics
  • Bachelor of Arts in Communication & Cultural Management
  • Bachelor of Arts in Politics, Administration & International Relations[13]

Im Master-Programm sind folgende Abschlüsse möglich:

  • Master of Arts in Corporate Management & Economics
  • Master of Arts in General Management
  • Master of Arts in Communication & Cultural Management
  • Master of Arts in Politics, Administration & International Relations.[14]

Im Executive Master Programm sind derzeit folgende Abschlüsse möglich:

  • Executive Master of Arts for Family Entrepreneurship
  • Executive Master of Arts of Digital Pioneering
  • Executive Master of Arts of Retailing
  • Executive Master Intersektorale Führung & Governance
  • Executive Master Business & Leadership for Engineers
  • Executive Master in Mobility Innovations[15]

Die Studiengebühren betragen sowohl im Bachelor- als auch im Masterprogramm ca. 3.500 bis 5.000 Euro pro Semester. Insgesamt belaufen sich die Studiengebühren für einen Bachelor-Abschluss zwischen 29.600 € und 35.600 €.[16]

Es besteht eine Reihe von Stipendien durch Stiftungen und Förderer, wie z. B. das Vodafone Chancen Stipendium und ein spezielles Studenten-Darlehen der Sparkasse Bodensee, das Student-Loan-Programm, welches zwei Drittel der ZU-Studenten zur Finanzierung der Studiengebühren nutzen.[17]

Mit Beginn des Herbstsemesters 2011 stellte die Zeppelin-Universität alle Bachelorstudiengänge auf eine Regelstudienzeit von 8 Semestern um. Das zusätzliche Jahr soll als „Humboldt-Jahr“ vor allem für einen Forschungsaufenthalt an einer der Partneruniversitäten genutzt werden können. Die Zeppelin-Universität unterhält dazu unter anderem Kooperationen mit der University of California, Berkeley, der Sciences Po, mit der Copenhagen Business School sowie dem Goldsmiths College.[18]

Am 10. September 2011 wurden der ZU die Promotions- und Habilitationsrechte verliehen.[19] Damit ist auch die Berechtigung verbunden, die Bezeichnung „Universität“ zu führen.

Rankings[Bearbeiten]

Im CHE-Ranking 2014/15 des Centrum für Hochschulentwicklung belegt der Studiengang Wirtschaftswissenschaften den 1. Platz unter den deutschen Universitäten.[20]

2011/12 erreichte das Fach Kultur- und Kommunikationswissenschaften im CHE-Ranking Platz 1. Die Politik- und Verwaltungswissenschaften kamen bundesweit auf Rang 4.[21]

Dozenten (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Dirk Baecker (* 1955), Soziologe, seit 2007 Professor für Kulturtheorie und -analyse
  • Bruno Frey (* 1941), Wirtschaftswissenschaftler, seit 2012 Gastprofessor an der Universität
  • Hans Ulrich Gumbrecht (* 1948), Romanist, Literaturwissenschaftler und Literaturhistoriker, seit 2009 Gastprofessor an der Universität
  • Stephan A. Jansen (* 1971), Wirtschaftswissenschaftler, seit 2003 Professor für Strategische Organisation & Finanzierung
  • Georg Jochum (* 1968), Rechtswissenschaftler, seit 2009 Professor für Öffentliches Recht, Steuer- und Europarecht und Recht der Regulierung
  • Alfred Kieser (* 1942), Wirtschaftswissenschaftler, seit 2011 Professor für Managementtheorie
  • Hermut Kormann (* 1942), Unternehmensberater und Vorstandsmitglied diverser Unternehmen, Honorarprofessor an der Universität
  • Maren Lehmann (* 1966), Soziologin, seit 2012 Professorin für Soziologie insbesondere Organisationstheorie
  • Margit Osterloh (* 1943), Ökonomin, seit 2014 Gastprofessorin an der Universität
  • Gabi Reinmann (* 1965), Psychologin, seit 2013 Professorin für Hochschuldidaktik
  • Lucia Reisch (* 1964), Ökonomin und Sozialwissenschaftlerin, seit 2011 ständige Gastprofessorin für Konsumverhalten und Verbraucherpolitik
  • Klaus Schönbach (* 1949), Kommunikations- und Medienwissenschaftler, Honorarprofessor an der Universität
  • Nico Stehr (* 1942), Kulturwissenschaftler und Soziologe, Inhaber des Karl-Mannheim-Lehrstuhls für Kulturwissenschaften
  • Karen van den Berg (* 1963), Kunsthistorikerin, seit 2003 Professorin für Kunsttheorie und inszenatorische Praxis
  • Jörn von Lucke (* 1971), Informatiker, seit 2009 Professor für Verwaltungs- und Wirtschaftsinformatik
  • Josef Wieland (* 1951), Wirtschaftsethiker, seit 2013 für Institutional Economics, Organisational Governance, Integrity Management & Transcultural Leadership
  • Helmut Willke (* 1945), Rechtswissenschaftler und Soziologe, Professor für Global Governance
  • Heinrich Wilms (1959–2010), Rechtswissenschaftler, von 2005 bis 2010 Professor für Öffentliches Recht, Rechtsphilosophie und Medienrecht

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zeppelin-Universität feiert dieses Jahr zehnjähriges Jubiläum, in: Reutlinger Generalanzeiger vom 13. September 2013
  2. Ralf Schäfer: An der Zeppelin Uni zieht neuer Wind auf. In: Schwäbische.de. 14. September 2014, abgerufen am 29. September 2014.
  3. Zeppelin Universität begrüßt Rekordzahl von mehr als 300 Erstsemestern, Zeppelin-Universität, 2. September 2014
  4. Akkreditierungsurkunde
  5. ZU: Übersicht über alle Förderer
  6. Eröffnung des HauptstadtCampus der Zeppelin Universität, in: Centrum für angewandte Politikforschung am 7. Dezember 2011
  7. zu in zahlen, abgerufen am 29. September 2014
  8. a b c  Das war so vereinbart. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 211, 11. September 2014, ISSN 0174-4909, S. 11 (in ähnlicher Version online).
  9.  Katy Cuko: Fette Provisionen aus Fördertöpfen. In: Südkurier. 10. September 2014, S. 24, ZDB-ID 1411183-4.
  10. Philipp Alvares de Souza Soares: Der Sturz des Sonnenkönigs in: manager magazin online, 12. September 2014
  11. ZU: Bewerbungsverfahren
  12. Zeppelin Universität ist bekannt für ihr hartes Auswahlverfahren, in: Der Spiegel am 17. April 2013
  13. ZU: Bachelor-Programme
  14. ZU: Master-Programme
  15. ZU: Weiterbildungs-Programme
  16. ZU: Gebühren
  17. Am Strand der guten Hoffnung, in: brand eins vom Januar 2005
  18. ZU: Infobroschüre
  19. Siehe zum Status den Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz: [1]
  20. CHE-Hochschulranking 2014/15. In: Zeit Online. 2014, abgerufen am 29. September 2014.
  21. ZU: Rankings

47.6586111111119.4338888888889Koordinaten: 47° 39′ 31″ N, 9° 26′ 2″ O