Zeus-Statue des Phidias

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Abbildung der Zeusstatue auf einer Münze aus Elis

Das Standbild des Zeus zu Olympia, auch Zeusstatue des Phidias, Standbild des Olympischen Zeus bzw. Olympischer Zeus des Pheidias genannt (altgriechisch: τὸ Ἄγαλμα τοῦ Ὀλυμπίου Διός, ὁ τοῦ Φειδίου Ζεὺς Ὀλύμπιος, tò Ágalma toû Olympíou Diós, ho toû Pheidíou Zeùs Olýmpios; lateinisch: Statua Iovis Olympici, selten Phidiae Statua Iovis Olympici) war die sitzende Kolossalstatue des Zeus im 456 v. Chr. fertiggestellten Zeustempel von Olympia. Sie wurde von dem Bildhauer Phidias geschaffen und gehörte zu den „Sieben Weltwundern der Antike“.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der griechische Reiseschriftsteller Pausanias gibt eine ausführliche Beschreibung der Statue[1], nach der das Aussehen aber nur bedingt rekonstruiert werden kann. Die Statue hatte eine Höhe von über 12 m, war auf einem inneren Gerüst aus Eisen, Gips und Holz aufgebaut, außen mit Gold, Elfenbein und Ebenholz verkleidet (chryselephantin) und mit gegossenem farbigen Glas und Edelsteinen verziert. Sie zeigte auf einem Thron sitzend Zeus, der mit einem Heben seiner Augenbraue die Erde regierte. Die Statue war mit Reliefs und Freiplastiken geschmückt, am oberen Abschluss des Throns etwa mit Horen und Chariten. Die Rechte hielt eine Nike. in der Linken hatte er einen Stab. Sein Haar war langgelockt, darauf trug er einen Lorbeerkranz. Die Füße des Gottes ruhten auf einem mit figürlichen Reliefs dekorierten Schemel. Bemalte Schranken aus der Hand des Panainos hielten die Besucher auf Abstand.

Die Statue stand in einem Bassin, dessen Funktion nicht geklärt ist. Es diente entweder dem Auffangen des Öls, das man für die Pflege des Elfenbeins benötigte, oder diente als Wasserbehältnis der Regulierung der Luftfeuchtigkeit.

Marmorsitzstatue des Zeus in der Eremitage, nach Phidias’ Zeusstatue geschaffen

Die Zeusstatue wurde erst ab 438 v. Chr., also fast zwanzig Jahre nach Ende der Bauarbeiten des Tempels, von Phidias geschaffen, der bis an sein Lebensende um 430 v. Chr. an dieser Statue, die sein größtes Meisterwerk war, arbeitete.

Als unglücklich galt bei den Griechen jener, der das Nationalheiligtum nicht gesehen hatte. Auch eine vernunftlose Kreatur müsste der Anblick des Zeus erschüttern[2] Der Zeus von Olympia war das letzte Werk des griechischen Bildhauers Phidias, von dem auch die in gleicher Technik errichtete Statue der Athene Parthenos auf der Akropolis in Athen stammte. Sie stellte den obersten der Götter mit gerunzelter Augenbraue (supercilium) dar. Denn mit einem Heben der Braue regiert Zeus nach antikem Glauben die Welt; mit einem Stirnrunzeln lässt er den Olymp erbeben. Bereits die Antike warf Phidias vor, er hätte bei seiner Statue die Regeln der rechten Proportion verletzt. Den der sitzende Zeus reichte bis an das Tempeldach, das er zerstört hätte, wäre er aufgestanden.[3]

Im Jahr 40 n. Chr. scheiterte der römische Kaiser Caligula mit dem Versuch, die Statue nach Rom zu schaffen. Das weitere Schicksal der Statue ist unbekannt.

Die Reste des Zeustempels und die Überreste der Werkstatt des Phidias sind in Olympia an Ort und Stelle zu sehen. Ein Keramikbecher, in dessen Boden die Worte: ΦΕΙΔΙΟΥ ΕΙΜΙ (Φειδίου εἰμί; Pheidiou eimi „des Pheidias [Eigentum] bin ich“) eingeritzt sind, wurde im Schutt der Werkstatt neben Resten von Material und Werkzeug gefunden.

Statue des Zeus (Olympiae Iovis simulacrum – Standbild des Zeus in Olympia) von Martin van Heemskerck

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pausanias 5, 11, 1–11.
  2. Dion Chrysostomos, Olympische Rede § 51.
  3. Strabon 8, 3, 30.

Literatur[Bearbeiten]

  • Josef Liegle: Der Zeus des Phidias. Weidman, Berlin 1952.
  • Wolfgang Schiering, Alfred Mallwitz: Die Werkstatt des Pheidias in Olympia 1. Olympische Forschungen Bd. 5. Walter de Gruyter, Berlin 1964.
  • Gisela M. A. Richter: The Pheidian Zeus at Olympia. In: Hesperia. Bd. 35, 1966, S. 166–170.
  • Wolfgang Schiering: Die Werkstatt des Pheidias in Olympia 2. Olympische Forschungen Bd. 18. Walter de Gruyter, Berlin 1991.
  • Beate Bergbach-Bitter: Griechische Kultbilder. Archäologischer Befund und literarische Überlieferung. Würzburg, Dissertation 2008, S. 11–179 (digitale Publikation, PDF, 1,85 MB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Statue of Zeus at Olympia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


37.63786111111121.6331Koordinaten: 37° 38′ 16,3″ N, 21° 37′ 48″ O