Zeuthen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Zeuthen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Zeuthen
Zeuthen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Zeuthen hervorgehoben
52.3513.62805555555634Koordinaten: 52° 21′ N, 13° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Dahme-Spreewald
Höhe: 34 m ü. NHN
Fläche: 12,66 km²
Einwohner: 10.693 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 845 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 15738,
15751 (Miersdorfer Werder)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 033762
Kfz-Kennzeichen: LDS
Gemeindeschlüssel: 12 0 61 572
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schillerstraße 1
15738 Zeuthen
Webpräsenz: www.zeuthen.de
Bürgermeister: Beate Burgschweiger (SPD)
Lage der Gemeinde Zeuthen im Landkreis Dahme-Spreewald
Alt Zauche-Wußwerk Bersteland Bestensee Byhleguhre-Byhlen Drahnsdorf Eichwalde Golßen Groß Köris Halbe Heideblick Heidesee Jamlitz Kasel-Golzig Königs Wusterhausen Krausnick-Groß Wasserburg Lieberose Lübben Luckau Märkisch Buchholz Märkische Heide Mittenwalde Münchehofe Neu Zauche Rietzneuendorf-Staakow Schlepzig Schönefeld Schönwald Schulzendorf Schwerin Schwielochsee Spreewaldheide Steinreich Straupitz Teupitz Unterspreewald Wildau Zeuthen BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Lage an der Stadtgrenze Berlins
Rathaus
Martin-Luther-Kirche
Seeufer, 1913

Zeuthen ist eine Gemeinde im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg in Deutschland. Sie liegt am südöstlichen Stadtrand Berlins an der Dahme und dem Zeuthener See.

Geografie[Bearbeiten]

Zeuthen hat zwei Ortskerne, das alte Angerdorf Miersdorf südwestlich des heutigen Zentrums, und ebendieses, das nach dem Bau der Bahnstrecke Berlin–Görlitz zwischen Bahnhof und Seeufer entstand. Der Ortsteil Miersdorfer Werder liegt auf der Ostseite des Sees und ist nur über das Territorium von Wildau und Königs Wusterhausen zu erreichen. Früher fuhr auch eine Fähre zwischen den beiden Seehälften, doch wegen eines zu geringen Umsatzes ist der Fährverkehr eingestellt worden.

Nachbargemeinden sind Eichwalde im Norden, Schulzendorf und Schönefeld im Westen, Wildau im Süden, Königs Wusterhausen im Südosten und Berlin-Schmöckwitz im Nordosten. An den Grenzen zu Eichwalde, Schulzendorf und Wildau geht die Bebauung nahtlos in die der Nachbargemeinden über, eine Zuordnung der Grundstücke nach Gemeinden fällt ohne Kartenwerk oft schwer. Zeuthen bildet somit das Zentrum eines aus diesen vier Gemeinden bestehenden Siedlungskörpers.

Das Zeuthener Gemeindegebiet ist zum großen Teil bebaut, die Freiflächen bestehen vorwiegend aus Wald- und Wasserflächen. Es gibt fast keine landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die beiden folgenden Grafiken zeigen, wie sich die Bevölkerung Zeuthens in seinen heutigen Grenzen entwickelt hat und voraussichtlich entwickeln wird. Nach dem Ersten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl stark an. Die Flüchtlinge aus den Ostgebieten führten zu einem weiteren Bevölkerungsschub. Da sich der Wohnungsbau der DDR auf die Haupt- und Bezirksstädte konzentrierte, ging die Bevölkerung der Gemeinde zurück. Seit der Wende führt die Berlin-Nähe zu einem Wiederanstieg der Bevölkerung. Für die Zukunft bis 2030 sagen die Statistiker des Landesamtes einen deutlichen Rückgang der Bevölkerung voraus, während die Bertelsmann-Stiftung mit einer Stagnation rechnet[2].

Jahr Einwohner
1875 372
1890 590
1925 2620
1933 5249
1939 8358
1946 8730
1950 9624
1964 9078
1971 9121
1981 8610
Jahr Einwohner
1985 8236
1989 7979
1990 7860
1991 7738
1992 7696
1993 7652
1994 7794
1995 7923
1996 8056
1997 8171
Jahr Einwohner
1998 8665
1999 9005
2000 9375
2001 9646
2002 9831
2003 9959
2004 10094
2005 10219
2006 10377
2007 10344
Jahr Einwohner
2008 10272
2009 10290
2010 10400
2011 10574
2012 10693

Quellen: Die detaillierten Quellen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg und des brandenburgischen Landesamtes für Bauen und Verkehr sowie der Bertelsmann-Stiftung finden sich unter Population Projection Brandenburg in den Wikimedia Commons

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Zeuthener Bahnhof

Zeuthen liegt an der Bahnstrecke Berlin–Görlitz, der Bahnhof Zeuthen wurde am 1. November 1897 eingeweiht. Er wird von den S-Bahnlinien S 8 (Zeuthen – Birkenwerder) auf der Kursbuchstrecke (KBS) 200.8 und von der S-Bahnlinie S 46 (Königs WusterhausenWestend) auf der Kursbuchstrecke 200.46 bedient.

Unternehmen[Bearbeiten]

Seit 1992 ist Zeuthen neben Hamburg-Bahrenfeld einer der beiden Standorte des Forschungszentrums DESY in der Helmholtz-Gemeinschaft. Vorher befand sich dort seit 1962 das frühere Institut für Hochenergiephysik der DDR, das auf dem Gelände und in den Gebäuden der früheren Forschungsanstalt der deutschen Reichspost eingerichtet wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde hier auf Initiative von Reichspostminister Wilhelm Ohnesorge mit dem Bau eines großen Zyklotrons und einer Pilotanlage zur Isotopentrennung begonnen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Zeuthen und in der Liste der Bodendenkmale in Zeuthen stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Denkmale.

  • Feldsteinkirche im Ortsteil Miersdorf aus dem 14./15. Jahrhundert mit großem Holzkreuz und drei gotischen Holzplastiken
  • Martin-Luther-Kirche (erbaut 1913/14 nach einem Entwurf von Georg Büttner)
  • Zeuthener See mit kleiner Uferpromenade
  • Sowjetischer Ehrenfriedhof von 1949 an der Dorfstraße im Ortsteil Miersdorf für 449 sowjetische Soldaten sowie Zivilpersonen, zu denen wahrscheinlich auch Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus Frankreich gehörten, die im Schwermaschinenbau von Wildau und in der Landwirtschaft Zwangsarbeit verrichten mussten
  • Gedenkstein auf dem Platz der Demokratie für Angehörige aus den Internationalen Brigaden der Spanienkämpfer, nach denen dieser Platz zu DDR-Zeiten benannt war.
  • Chinesischer Garten am Zeuthener See
  • Siegert-Platz am Zeuthener See
  • Hertzog Villa
  • Das Grab des Assyriologen Bruno Meissner auf dem Zeuthener Friedhof: Begründer des Reallexikons der Assyriologie. Das später von Wolfram von Soden herausgegebene akkadische Handwörterbuch beruht auf seiner Vorarbeit.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde besteht aus 22 Gemeindevertretern sowie dem hauptamtlichen Bürgermeister.

  • Bürger für Zeuthen 6 Sitze (26,8 %)
  • SPD 6 Sitze (25,2 %)
  • Die Linke 4 Sitze (20,2 %)
  • CDU 4 Sitze (17,5 %)
  • GRÜNE 1 Sitz (5,6 %)
  • FDP 1 Sitz (2,7 %)

Grüne und FDP bilden eine Fraktionsgemeinschaft.

Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bei der Bürgermeisterwahl am 27. September 2009 ist Beate Burgschweiger (SPD) zur Bürgermeisterin der Gemeinde Zeuthen gewählt worden (59,5 %). Damit steht zum zweiten Mal eine Frau der Gemeindeverwaltung vor.

Ehemalige Bürgermeister

  • Karl-Ludwig Böttcher (1990–1994)
  • Klaus-Dieter Kubick (1994–2010)

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Alljährlich zu Pfingsten findet das Zeuthener Fischerfest statt. Dort stellen sich Vereine und Gewerbetreibende der Region vor. Es wurde 1993 erstmals ausgerichtet, damals am Siegertplatz am Ufer der Dahme. Seitdem findet es am Miersdorfer See statt. 1994 war der Männerchor Zeuthen der Veranstalter, seit 1995 ist es der Gewerbeverein Zeuthen.

Der Fontanekreis Zeuthen veranstaltet öffentliche Vorträge und Ausstellungen.

Der Kantatenchor Zeuthen e. V., angesiedelt an der Martin-Luther-Kirche, veranstaltet jährlich zwei bis drei Oratorienaufführungen.

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Partnerschaften bestehen zur polnischen Kleinstadt Mallmitz (Małomice) in Niederschlesien und zum schweizer Kurort Interlaken im Kanton Bern.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Aufstellung der Quellen unter Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zeuthen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien