Ziegenmelker (Gattung)

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Ziegenmelker
Ziegenmelker (C. europaeus)

Ziegenmelker (C. europaeus)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Schwalmartige (Caprimulgiformes)
Familie: Nachtschwalben (Caprimulgidae)
Unterfamilie: Caprimulginae
Gattung: Ziegenmelker
Wissenschaftlicher Name
Caprimulgus
Linnaeus, 1758

Die Ziegenmelker oder Echten Nachtschwalben (Caprimulgus) sind die artenreichste Vogelgattung aus der Familie der Nachtschwalben (Caprimulgidae).

Merkmale[Bearbeiten]

Nachtschwalben sind mehrheitlich drosselgroße dämmerungs- oder nachtaktive Fluginsektenjäger. Sie haben meist sehr lange Flügel, einen langen Schwanz, einen sehr kurzen Schnabel – dessen Schnabelspalt aber sehr breit ist – und sehr kurze Füßchen. Die Mittelzehe ist bei vielen Arten stark verlängert und dient offenbar als Putzkralle.

Verbreitung[Bearbeiten]

Bis 2010 galt die Gattung als weltweit verbreitet. Mit Ausnahme Neuseelands und der küstenfernen pazifischen Inseln sowie der polaren Kältegebiete und des größten Teils Australiens wurden aus allen Kontinenten Caprimulgus-Arten beschrieben. Nach molekularbiologischen Untersuchungen von Han, Robbins und Braun[1] wurden die Ziegenmelker der Neuen Welt jedoch gemäß ihrer Verwandtschaftsverhältnisse auf mehrere andere Gattung aufgeteilt. Ein Großteil dieser ehemaligen Caprimulgus-Arten zählt nun zur Gattung Antrostomus, die für die ehemaligen Ziegenmelker-Arten aus Nord- und Mittelamerika einschließlich der karibischen Inseln wiedererrichtet wurde.

In Europa brüten zwei Arten, der Europäische Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus) und der Rothals-Ziegenmelker (Caprimulgus ruficollis). Der Pharaonen-Ziegenmelker (C. aegyptius) und der Bajuda-Ziegenmelker (C. nubicus) erscheinen als seltene Irrgäste in Südosteuropa.

Lebensweise[Bearbeiten]

Ihr äußerst gewandter und fast lautloser Flug kann weihenartig gaukelnd bis reißend falkenähnlich erscheinen. Das sehr weiche Gefieder ist bis auf wenige Ausnahmen unauffällig und oft sehr gut dem Untergrund angepasst, den die jeweilige Art tagsüber aufsucht. Die Geschlechter ähneln einander sehr, meist jedoch tragen die Männchen auffälligere, fast immer weiße Gefiedermerkmale auf der Flügelunterseite sowie an den äußeren Steuerfedern des Schwanzes.

Nestbau kommt nur bei einigen Arten in Ansätzen vor, die meisten Arten legen ihre Eier auf nicht vorbereitetem, jedoch trockenem und geschütztem Untergrund ab.

Alle paläarktischen und einige nearktische Arten sind Zugvögel. Einige holarktische bzw. höhenbewohnende Arten können ungünstige witterungsbedingte Nahrungsengpässe in einem mehrtägigen bis sogar mehrwöchigen torpiden Zustand überleben.

Gefährdung[Bearbeiten]

Über Bestand und Bedrohungsstatus vieler dieser dämmerungs- und nachtaktiven Vögel ist wenig bekannt. Unklar ist der Bestand der Vaurie-Nachtschwalbe (Caprimulgus centralasicus), der Prigogine-Nachtschwalbe (Caprimulgus prigoginei) sowie der Nechisar-Nachtschwalbe (Caprimulgus solala), von denen kaum gesicherte Freilandbeobachtungen vorliegen, sondern allein Belegexemplare in naturkundlichen Sammlungen vorhanden sind.

Arten[Bearbeiten]

Die nach der Revision im Jahr 2010[1] verbliebenen Arten von Caprimulgus stammen alle aus der Alten Welt, hauptsächlich aus Afrika und Asien:

Für einen Teil der neuweltlichen Ziegenmelker-Arten wurde die Gattung Antrostomus errichtet. Die Puerto-Rico-Nachtschwalbe (Antrostomus noctitherus), die als ausgestorben galt, wurde in einer kleinen Population in den 80er Jahren wiederentdeckt und gilt als stark gefährdet.

Außerdem wurden eine neue monotypische Gattunge erstellt:

Dazu kamen zwei Arten in die neue Gattung Nyctipolis

Zu Nyctidromus wurde gestellt:

Zu Elothreptus kam:

Hingegen kamen zu Setopagis:

Zu Hydropsalis werden gezählt:

Die Spiegelnachtschwalbe steht nun in der Gattung Systellura:

Die Bartnachtschwalbe (Eurostopodus mystacalis, früher Caprimulgus mystacalis) wird heute in die Gattung Eurostopodus gestellt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Kin-Lan Han, Mark B. Robbins & Michael J. Braun: A multi-gene estimate of phylogeny in the nightjars and nighthawks (Caprimulgidae). Molecular Phylogenetics and Evolution, 55, 2, S. 443–453, Mai 2010

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ziegenmelker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien