Verkehrsart

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Der Begriff Verkehrsart wird in der Verkehrsplanung verwendet. Er dient der Unterscheidung Art des Verkehrs innerhalb eines Gebietes mit fest definierten Grenzen (Verkehrsraum, Verkehrszelle, Verkehrsgebiet oder Verkehrsbezirk).

Die Verkehrszelle ist eine theoretische Raumeinheit, die einen Teil einer Stadt oder Siedlung verkörpert. So wird eine Stadt in gleichwertige Verkehrszellen aufgeteilt. Jeder dieser Zellen sollte möglichst die gleiche Größe und die gleiche Bevölkerungsdichte besitzen, um ein direktes Vergleichen verschiedener Verkehrszellen zu ermöglichen. Wird die Verkehrszelle für Verkehrsanalysen verwendet, weist man ihr einen Schwerpunkt zu und kann die Zelle so in ein gesamtstädtisches Verkehrsnetz einhängen.

Verkehrsanalyse[Bearbeiten]

Bei der Planung einer Straße ist die künftige Verkehrsbelastung zu ermitteln. Zu diesem Zweck muss der gegenwärtige Verkehr in Verkehrsgebieten analysiert werden. Das Verkehrsgebiet umfasst ein Gebiet, auf den der Neubau der Straßen voraussichtlich Einfluss nehmen wird. Aus den gewonnenen Daten kann eine Verkehrsprognose erstellt werden nach der die Straße anschließend bemessen werden kann. Aber nicht nur für den Straßenneubau, sondern auch zu allgemeinen Verkehrserfassung muss der Verkehr gezählt werden und in entsprechende Kategorien eingeteilt werden.

Man unterscheidet zunächst zwischen öffentlichem und privatem Verkehr:

Verkehr der durch die Beförderung mit öffentlichen Verkehrsmitteln entsteht. Man betrachtet hier sowohl schienengebundenen Verkehr als auch öffentlichen Verkehr der auf der Straße abgewickelt wird.

Der Verkehr der durch Privatfahrzeuge erzeugt wird. Dazu gehört auch (motorisierter) Zweirad- und Fußgängerverkehr. Der Individualverkehr wird getrennt in Personen- und Güterbeförderung.

Öffentlicher und privater Verkehr werden weiter unterteilt nach ihrem Gebietsbezug:

Unterteilung des öffentlichen und privaten Verkehrs nach ihrem Gebietsbezug

Durchgangsverkehr[Bearbeiten]

Als Durchgangsverkehr bezeichnet man den Teil des Verkehrs, der durch die betrachtete Verkehrszelle hindurch fährt. Straßen, die diese Eigenschaft aufweisen, werden als Durchgangsstraßen oder Durchzugsstraßen bezeichnet. Ziel der Verkehrsplanung ist es, den Verkehr möglichst auf leistungsfähigen Trassen zu bündeln und vom Ziel- und Quellverkehr sowie von der Aufenthaltsfunktion zu trennen. Oft ist der Durchgangsverkehr wesentlich geringer, als von den betroffenen Anwohnern vermutet, das heißt, eine Umgehungsstraße entlastet die Verkehrszelle nur um z. B. weniger als 50 Prozent.

Gebrochener Durchgangsverkehr[Bearbeiten]

Ähnlich wie oben fährt der gebrochene Durchgangsverkehr durch die Verkehrszelle hindurch, unterbricht aber seine Fahrt spontan für einen kurzen Zeitraum. Diese Unterbrechung wird meistens für Einkäufe, Kurzbesuche oder Ruhepausen genutzt.

Quellverkehr[Bearbeiten]

Als Quellverkehr bezeichnet man den Teil des Verkehrs, der innerhalb der Verkehrszelle beginnt und aus der Zelle hinausfährt.

Zielverkehr[Bearbeiten]

Bezeichnet den Teil des Verkehrs, der in der betrachteten Verkehrszelle endet. Der zu untersuchende Verkehr hat also seinen Beginn außerhalb der betrachteten Zelle und fährt in diese hinein.

Binnenverkehr[Bearbeiten]

Unter Binnenverkehr wird die Summe aller Verkehrsvorgänge innerhalb der betrachteten Verkehrszelle verstanden. Das bedeutet, der Verkehr entsteht innerhalb der Verkehrszelle, bewegt sich dort und endet dort wieder.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Natzschka: Straßenbau, Entwurf und Bautechnik, B. G. Teubner Verlag, 1996, ISBN 3-519-05256-3