Zierelfe

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Zierelfe
Zierelfe (Lophornis delattrei);(alte Bezeichnung Telamon regulus)

Zierelfe (Lophornis delattrei);
(alte Bezeichnung Telamon regulus)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kolibris (Trochilinae)
Gattung: Schopfkolibris (Lophornis)
Art: Zierelfe
Wissenschaftlicher Name
Lophornis delattrei
Lesson, 1839

Die Zierelfe oder Rotschopfelfe (Lophornis delattrei) ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet, das die mittel- und südamerikanischen Länder Costa Rica, Panama, Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien umfasst. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.

Merkmale[Bearbeiten]

Die relativ kleine Zierelfe erreicht eine Körperlänge von nur etwa 7 Zentimetern bei einem Gewicht von ca 2,8 Gramm. Das Männchen hat eine sehr roten Krone und auffälligen Schopf, der an den Spitzen schwarz gefärbt ist. Das restliche Oberteil ist bronzegrün. Rund um den Bürzel hat der Kolibri ein weißes Band. Der obere Teil Schwanzfedern sind bronze-purpurn. An den Steuerfedern ist er farblich überwiegend rotbraun. An den Enden der Schwanzfedern befinden sich bronzene Ränder. Der Hals glitzert grün und ist von weißen Federn durchzogen. Der Rest des Unterteils ist dunkel-bronzegrün und weist rötliche Sprenkel auf. Die Unterschwanzdecke ist zimtbraun. Der korallrote dünne Schnabel 10 Millimeter hat dunkle Punkte. Beim Weibchen ist das Gesicht und der Scheitel zimtrot. Es trägt keinen Schopf. Dunkelbraune Sprenkeln zieren den hellrot bis gelblichbraun Halsbereich. Das Unterteil ist etwas dunkler als beim Männchen. Kurz vor dem Ende des Schwanzes befindet sich ein dünner schwarzer Streifen.

Habitat[Bearbeiten]

Verbreitung der Zierelfe

Diesen Kolibri findet in Höhen zwischen 500 und 1400 Metern, wurde aber auch schon in 1900 Metern beobachtet. Bevorzugte Pflanzen sind blühende Bäume wie Inga oder das zu den Rötegewächse gehörende Chimarrhis. Manchmal sieht man ihn auch an Blumen und Büschen. Meist bewegt er sich an Waldrändern und Waldlichtungen.

Verhalten[Bearbeiten]

Dieser Kolibri ist ein Einzelgänger. Man sieht ihn oft wie bei den meisten Kolibris Insekten aus Pflanzen herauspicken oder er ist einfach nur auf Nektarsuche. Sein pendelnder Flug ähnelt dem einer Biene. Durch die geringe Größe ist er nur sehr schwer zu entdecken. Deshalb gibt es auch kaum gesicherte Daten zum Verhalten des Vogels.

Unterarten[Bearbeiten]

Im Augenblick sind zwei Unterarten der Zierelfe bekannt.[1]

  • Lophornis delattrei delattrei (Lesson, 1839).[2]
  • Lophornis delattrei lessoni Simon, 1921[3]

Die Unterart lessoni findet sich an den Berghängen im Südwesten von Costa Rica und Panama sowie den Ost- und Zentralanden Kolumbiens. Hier sind sie in den Departments Magdalena und Santander. Die Subspezies delattrei kommt in Ecuador in den Anden der Provinz Napo. in Peru südlich Marañón und im Norden Boliviens in den Departamentos Beni sowie Santa Cruz vor.[4]

Etymologie und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

René Primevère Lesson beschrieb die Zierelfe unter dem Namen Ornismya (Lophorinus) De Lattrei. Woher das Typusexemplar stammte erwähnte er nicht.[2] Erst später wurde sie der Gattung Lophornis zugeschlagen. Dieser Name leitet sich aus den griechischen Worten »lophos λοφος« für »Mähne, Schopf« und »ornis ορνις« für »Vogel« ab.[5] »Delattrei« ist Pierre Adolphe Delattre (1805–1854) gewidmet, dem Mann der das Typusexemplar gesammelt hatte und der an dem Artikel mitschrieb.[6] »Lessoni« ist schließlich René Primevère Lesson gewidmet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Schulenberg, Douglas F. Stotz, Daniel F. Lane: Birds of Peru, Princeton University Press, 2007, Seite 224, ISBN 978-0691049151
  • Robert S. Ridgely, Paul J. Greenfield: Birds of Ecuador Field Guide, Vol. 2, Cornell University Press, 2001, S. 255, ISBN 978-0-8014-8721-7
  • F. Gary Stiles, Dana Gardner, Alexander F. Skutch: A Guide to the Birds of Costa Rica. Comstock Publishing Associates, 1990, Seite 216, ISBN 978-0801496004
  • Steve N. G. Howell, Sophie Webb: A Guide to the Birds of Mexico and Northern Central America, Oxford University Press, 1995, Seite 399, ISBN 978-0198540120
  • David Burnie, Ben Hoare, Audobon: Bird, 2007, Seite 295 ISBN 978-0756631536
  • Steven L. Hilty, William L. Brown: A Guide to the Birds of Colombia. Princeton University Press, 1986, S. 262, ISBN 978-0691083728
  •  James A. Jobling: Helm Dictionary of Scientific Bird Names. Christopher Helm, London 2010, ISBN 978-1-4081-2501-4.
  •  Pierre Adolphe Delattre, René Primevère Lesson: Oiseaux-Mouches nouveaux au très rares, decouverts par M. De Lattre dans son voyage en Amérique et décrits. In: Revue Zoologique par La Société Cuvierienne. Bd. 2, 1839, S. 13-20 (online, abgerufen am 29. Juni 2014).
  •  Eugène Simon: Histoire naturelle des Trochilidae (synopsis et catalogue). L. Mulo, Paris 1921 (online, abgerufen am 29. Juni 2014).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lophornis delattrei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IOC World Bird List Hummingbirds
  2. a b René Primevère Lesson in Pierre Adolphe Delattre u.a., S. 19
  3. Eugène Simon, S. 53, 285
  4. Internet Bird Collection Rufous-Crested Coquette
  5. James A. Jobling S. 230
  6. René Primevère Lesson in Pierre Adolphe Delattre u.a., S. 13 Dies geht aus der Überschrift des Artikels hervor.