Zierliche Deutzie

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Zierliche Deutzie
Habitus

Habitus

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Ordnung: Hartriegelartige (Cornales)
Familie: Hortensiengewächse (Hydrangeaceae)
Gattung: Deutzien (Deutzia)
Art: Zierliche Deutzie
Wissenschaftlicher Name
Deutzia gracilis
Siebold & Zucc.

Die Zierliche Deutzie[1] (Deutzia gracilis) ist ein kleiner Strauch mit weißen Blüten aus der Familie der Hortensiengewächse (Hydrangeaceae). Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art liegt in Japan und auf Taiwan. Sie wird aufgrund ihrer dekorativen Blüten häufig als Zierstrauch verwendet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Blätter und Blüten der Sorte 'Nikko'

Die Zierliche Deutzie ist ein bis zu 1,5 Meter hoher, breit aufrechter, buschiger und feinzweigiger Strauch. Blüten tragende Zweige sind braun, 5 bis 17 Zentimeter lang, kahl und meist vierblättrig. Die Laubblätter haben einen 2 bis 4 Millimeter langen Stiel. Die Blattspreite ist hellgrün, einfach, lanzettlich, oval-lanzettlich oder breit eiförmig-lanzettlich, 3 bis 4,5 Zentimeter lang und 1 bis 1,2 Zentimeter breit, lang zugespitzt, mit keilförmiger Basis und fein gesägtem Rand. Es werden drei oder vier Nervenpaare gebildet. Die Blattoberseite ist mit drei- oder vierstrahligen Sternhaaren besetzt, die Unterseite mit vier- oder fünf-, selten sechsstrahligen angedrückten Sternhaaren.[2][3]

Die Blütenstände sind 8 bis 12 Zentimeter lange, aufrechte Trauben oder schmale Rispen aus 12 bis 25 Blüten mit kahler Blütenstandsspindel. Der Blütenstiel ist dünn und 5 bis 10 Millimeter lang. Der Blütenbecher ist 2,5 bis 3 Millimeter lang bei einem Durchmesser von etwa 2,5 Millimeter. Die Kelchzipfel sind 1,5 Zentimeter lang, eiförmig bis eiförmig-dreieckig, kahl oder locker behaart. Die Kronblätter überlappen sich dachziegelartig, sie sind weiß, 10 bis 12 Millimeter lang und 4 bis 6 Millimeter breit, länglich bis länglich-lanzettlich. Die äußeren Staubblätter sind 5 bis 6 Millimeter lang mit zweizähnigen oder pfriemlichen und ungezähnten Staubfäden und gestielten, eiförmigen Staubbeuteln. Alle inneren Staubblätter sind zweizähnig. Die drei Griffel sind gleich lang oder etwas länger als die äußeren Staubblätter. Die Kapselfrüchte sind halbkugelförmig und haben Durchmesser von etwa 5 Millimeter. Die Zierliche Deutzie blüht von März bis April.[2][3]

Vorkommen und Standortansprüche[Bearbeiten]

Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt auf den japanischen Inseln Honshū, Kyushu und Shikoku und auf Taiwan.[4] Die Zierliche Deutzie wächst in kühlfeuchten Wäldern und auf Strauchflächen auf durchlässigen, frischen bis feuchten, sauren bis neutralen, sandig- oder kiesig-humosen Böden an sonnigen bis lichtschattigen Standorten. Die Art ist meist frosthart, meidet jedoch kalkhaltige Untergründe.[3]

Systematik[Bearbeiten]

Die Zierliche Deutzie (Deutzia gracilis) ist eine Art aus der Gattung der Deutzien (Deutzia). Sie wird in der Familie der Hortensiengewächse (Hydrangeaceae) der Unterfamilie Hydrangeoideae und der Tribus Philadelpheae zugeordnet. Die Art wurde 1835 von Philipp Franz von Siebold und Joseph Gerhard Zuccarini erstmals wissenschaftlich beschrieben.[4] Der Gattungsname Deutzia erinnert an den holländischen Ratsherrn Johan van der Deutz (1790 bis 1858) aus Amsterdam, einen Förderer des schwedischen Naturforschers Carl Peter Thunberg, der die Gattung benannt hat.[5] Das Artepitheton gracilis kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „dünn“ oder „zierlich“.

Verwendung[Bearbeiten]

Die Zierliche Deutzie wird aufgrund ihrer dekorativen Blüten häufig als Zierstrauch verwendet.[3]

Nachweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 8: Brassicaceae through Saxifragaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2001, ISBN 0-915279-93-2, S. 385.
  •  Andreas Roloff, Andreas Bärtels: Flora der Gehölze. Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5614-6, S. 263.
  •  Jost Fitschen: Gehölzflora. 12., überarbeitete und ergänzte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2007, ISBN 3-494-01422-1, S. 460.
  •  Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3. Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutscher Name nach Roloff et al.: Flora der Gehölze, S. 263 und nach Fitschen: Gehölzflora , S. 460
  2. a b Huang Shumei, Hideaki Ohba, Shinobu Akiyama: Deutzia gracilis, in: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 8: Brassicaceae through Saxifragaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2001, ISBN 0-915279-93-2, S. 385.
  3. a b c d Roloff et al.: Flora der Gehölze, S. 263
  4. a b Deutzia gracilis. In: Germplasm Resources Information Network (GRIN). United States Department of Agriculture, abgerufen am 9. Mai 2012 (englisch).
  5. Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, S. 205

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deutzia gracilis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Deutzia gracilis. In: The Plant List. Abgerufen am 9. Mai 2012.