Ziesar

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ziesar
Ziesar
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ziesar hervorgehoben
52.26666666666712.28305555555655Koordinaten: 52° 16′ N, 12° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Potsdam-Mittelmark
Amt: Ziesar
Höhe: 55 m ü. NHN
Fläche: 67,94 km²
Einwohner: 2453 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 36 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14793
Vorwahl: 033830
Kfz-Kennzeichen: PM
Gemeindeschlüssel: 12 0 69 696
Stadtgliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Mühlentor 15a
14793 Ziesar
Webpräsenz: www.ziesar.de
Bürgermeister: Dieter Sehm (SPD)
Lage der Stadt Ziesar im Landkreis Potsdam-Mittelmark
Bad Belzig Beelitz Beetzsee Beetzseeheide Bensdorf Borkheide Borkwalde Brück Buckautal Golzow Görzke Gräben Havelsee Kleinmachnow Kloster Lehnin Linthe Linthe Michendorf Mühlenfließ Niemegk Nuthetal Päwesin Planebruch Planetal Rabenstein/Fläming Rosenau (Brandenburg) Roskow Schwielowsee Seddiner See Stahnsdorf Teltow Treuenbrietzen Wenzlow Werder (Havel) Wiesenburg/Mark Wollin Wusterwitz Ziesar Groß Kreutz BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Ziesar [tsiˈeːzaʁ] ist eine Stadt im brandenburgischen Landkreis Potsdam-Mittelmark und Sitz des Amtes Ziesar. Ihr Wahrzeichen ist die Burg Ziesar.

Geografie[Bearbeiten]

Karte ziesar.svg

Die Stadt Ziesar liegt im äußersten Westen des Landes Brandenburg und des Landkreises Potsdam-Mittelmark. Das westlich liegende Paplitz gehört zur Stadt Genthin im Land Sachsen-Anhalt und Landkreis Jerichower Land. Nördlich grenzt Ziesar an die Gemeinde Rosenau, im Östen an Wenzlow und im Südosten an Gräben und Görzke. Südlich liegt die Gemeinde Buckautal und im Südwesten das wiederum zu Sachsen-Anhalt gehörende Möckern. Eine kleine Exklave, deren östlicher Teil zur Stadt Ziesar gehört, liegt im Stadtgebiet Möckerns in Sachsen-Anhalt (ihr westlicher Teil gehört ebenso wie vier benachbarte brandenburgische Exklaven zur Gemeinde Buckautal), und umgekehrt gibt es eine Enklave, die zu Möckern gehört, in Ziesars Stadtgebiet.

Neben der Kernstadt gehören folgende Ortsteile zu Ziesar: Bücknitz, Glienecke und Köpernitz. Gemeindeteile sind Grebs und Herrenmühle. Wohnplätze der Stadt Ziesar sind die Eulenmühle, Geuen, die Kobser Mühle und der Krug.

Ziesar liegt unmittelbar am Nordhang des Flämings. Nördlich von Bücknitz gehören weite Flächen zum zum Baruther Urstromtal gehörenden Fiener Bruch. Fließgewässer im Gebiet der Stadt Ziesar sind die zur Havel entwässernde Buckau mit ihren Nebenflüssen Geuenbach, Kirchenheider Bach, Strynzelbach, Strepenbach und Litzenbach. Der Kobser Bach beziehungsweise der Buckauer Hauptgraben fließt unmittelbar durch die Kleinstadt.

Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten]

Der Name der Stadt leitet sich aus dem Polabischen ab. Za jezero bedeutet „hinter dem See“. Jezer taucht in mehreren Ortsnamen der Umgebung auf, wie beispielsweise bei Ferchesar und Hohenferchesar.

Geschichte[Bearbeiten]

Blick über Ziesar vom Bergfried der Burg

Die Geschichte des Ortes ist eng mit Brandenburg an der Havel, dem gleichnamigen Bistum und dessen Bischöfen verbunden. Ziesar wurde erstmals im Jahr 948 als Ezeri urkundlich erwähnt. Es handelt sich dabei um eine von Otto I. erstellte Urkunde, die den Ort dem Bischof von Brandenburg als Eigentum übergibt. Vor 1247 wird in dem Ort ein Franziskanerkloster errichtet, das aber bald schon nach Brandenburg an der Havel verlegt wurde. Von 1327 bis zur Reformationszeit 1571 ist Ziesar Sitz der Bischöfe von Brandenburg. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts entsteht ein Kloster der Zisterzienserinnen. Die Erteilung des Stadtrechts erfolgte vermutlich 1373. Um 1400 wird die Stadt befestigt, leidet dann aber schwer im Dreißigjährigen Krieg. Nach der Reformation war die Burg Ziesar von 1570 bis 1820 der Sitz eines kurfürstlichen Amtes. Durch den innerpreußischen Gebietstausch mit Luckenwalde gehörte die Stadt seit 1773 zum Herzogtum Magdeburg und lag im damaligen Ziesarschen Kreis.

Im Jahr 1624 werden bei Ziesar Tonvorkommen entdeckt. Dieser Rohstoff bot die Grundlage zur Entwicklung einer Tonwarenindustrie, die bis ins 20. Jahrhundert hinein zu den wichtigen Erwerbszweigen der Stadt gehörte.

Im Jahr 1993 wird in Ziesar ein Münzschatz aus der Regierungszeit Friedrich des Großen geborgen. Im gleichen Jahr wird auch wieder ein Amt Ziesar errichtet, dessen Verwaltung auf dem Burggelände ansässig ist.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die Orte Bücknitz, Glienecke und Köpernitz wurden am 1. März 2002 eingemeindet.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung seit 1875.
- Blaue Linie: Bevölkerungsentwicklung des Gebietes in den heutigen Grenzen (2013).
- Gepunktete Linie: Normierte Bevölkerungsentwicklung des Landes Brandenburg.
Ziesar:
Bevölkerungsentwicklung in den Grenzen von 2013. [3]
Jahr Einwohner
1875 3 590
1890 3 619
1910 3 708
1925 3 757
1933 3 670
1939 3 879
1946 4 964
1950 5 057
1964 4 096
1971 3 677
Jahr Einwohner
1981 3 390
1985 3 345
1989 3 266
1990 3 219
1991 3 149
1992 3 110
1993 3 090
1994 3 064
1995 3 028
1996 3 012
Jahr Einwohner
1997 3 010
1998 3 031
1999 3 006
2000 2 984
2001 2 930
2002 2 910
2003 2 893
2004 2 860
2005 2 806
2006 2 763
Jahr Einwohner
2007 2 716
2008 2 657
2009 2 605
2010 2 553
2011 2 485
2012 2 482
2013 2 453

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[4][5]
Wahlbeteiligung: 58,02 % (2003: 50,66 %)
 %
50
40
30
20
10
0
44,00 %
20,95 %
13,31 %
11,87 %
8,31 %
1,56 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2003
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-3,51 %p
-9,46 %p
+4,27 %p
+11,87 %p
-0,90 %p
+1,56 %p
-3,83 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
e 2008 und 2003: EWV Schwanke
f 2008: EWV Voigt
g 2003: EWV Laube (1 Sitz)
Rathaus

Die Stadtverordnetenversammlung von Ziesar besteht aus 16 Stadtverordneten bei folgender Sitzverteilung:

  • SPD: 7 Sitze (−1)
  • CDU: 4 Sitze (−1)
  • Bauernverband: 2 Sitze (+1)
  • Bürger für Ziesar: 2 Sitze (+2)
  • EWV Schwanke: 1 Sitz (±0)

(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)

Die gewählten Vertreter des Bauernverbandes, der Wählergruppe Bürger für Ziesar und der Einzelbewerber bildeten eine gemeinsame Fraktion unter dem Namen Bauernverband und Bürger für Ziesar.[6]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der derzeitige ehrenamtliche Bürgermeister Dieter Sehm (SPD) wurde bei der Kommunalwahl 2008 mit 944 Ja-Stimmen von 1316 abgegebenen Stimmen gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 22. Januar 1999 genehmigt.

Blasonierung: „In Rot zwei gekreuzte, goldene Schlüssel, der Bart des stehenden nach rechts, der des linkshin liegenden nach oben gewendet.“[7] Das Wappen ist dem des Bistums Brandenburg entlehnt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bergfried der Burg Ziesar

In der Liste der Baudenkmale und in der Liste der Bodendenkmale in Ziesar stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Museen und Theater[Bearbeiten]

  • Bischofsresidenz Burg Ziesar – Museum für brandenburgische Kirchen- und Kulturgeschichte des Mittelalters und Burgtheater
  • Heimatmuseum Ziesar im Bereich der Vorburg

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten]

  • Sowjetischer Ehrenfriedhof von 1949/50 im Park der mittelalterlichen Burg mit Ehrenmal von 1975/76 für 31 sowjetische Soldaten und 14 Zwangsarbeiter und deren Kinder

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Burg Ziesar mit Bergfried und Storchenturm
  • Burgkapelle Ziesar (römisch-katholisch)
  • Zisterzienserinnenkloster
  • Kirche Bücknitz
  • Stadtkirche Heilig Kreuz Ziesar (St. Crucis, evangelisch)
  • Haus Friedrichs des Großen (Übernachtungsstätte des Königs)
  • Breiter Weg Ziesar (historische Marktstraße)
  • Bardelebenscher Hof (historisches Fachwerkhaus)
  • Alte Feuerwehr (Jugendstilbauwerk)

Die Stadtkirche St. Crucis[Bearbeiten]

Die Kirche St. Crucis wurde am Anfang des 13. Jahrhunderts als spätromanischer Saalbau komplett aus Feldsteinen erbaut. An das ehemals mit einer Holzbalkendecke versehene Hauptschiff schließt sich ein niedriges Chorquadrat mit halbrunder Apsis an. In gotischer Zeit wurde die Apsis neu aus Backsteinen erbaut, sowie die halbrunden Apsen an den Kreuzarmen erstellt. Ihr Tonnengewölbe erhielt die Kirche erst um 1860 gemeinsam mit vielen anderen umfangreichen Änderungen.

Das Haus Friedrichs des Großen[Bearbeiten]

Das Gebäude ist im Auftrag König Friedrichs II. vermutlich im Jahr 1775 als königliches Ablagerhaus errichtet worden. Der Baumeister war mutmaßlich der zu der Zeit einzige Baufachmann der Stadt, Maurermeister Wilhelm Blanckenhorn. Das Haus Mühlentor 16 sollte Friedrich II. als auch weiteren königlichen und fürstlichen Herrschaften auf der Durchreise als Quartier dienen. Zum Gebäude gehörten ursprünglich diverse Stallungen und ein Amtsgarten.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Eisenbahn[Bearbeiten]

Triebwagen von Ziesar nach Güsen vor dem denkmalgeschützten Bahnhofsgebäude in den 1990er Jahren

Seit 1897 verband eine Schmalspurbahn der Kleinbahnen des Kreises Jerichow I Ziesar mit Burg (bei Magdeburg). 1901 ging eine Verbindung nach Wusterwitz (Abzweig von der Strecke Brandenburg–Magdeburg) in Betrieb, die 1912 nach Görzke verlängert wurde. 1916 ging schließlich die Bahnstrecke Güsen–Ziesar in Betrieb (siehe auch Kleinbahn-AG in Genthin). In diesem Zusammenhang erhielt Ziesar auch einen neuen Hauptbahnhof im Osten der Stadt. Die Schmalspurbahn wurde 1960 eingestellt, die Strecke nach Wusterwitz 1971. Auf der Strecke nach Görzke gab es schon seit 1973 nur noch Güterverkehr, der bis 1994 durchgeführt wurde. Bis 1999 gab es noch Personenverkehr nach Güsen und Güterverkehr zu einem Anschluss in Bücknitz, danach wurden die Strecken stilllegt und weitgehend abgebaut. Auf der Strecke nach Görzke verläuft heute von der Autobahnkreuzung bei Ziesar bis Görzke ein Radweg. Die Gebäude des Schmalspurbahnhofs Ziesar West im Norden der Stadt, des ersten Bahnhofs der Strecke nach Wusterwitz im Nordosten und des ehemaligen Hauptbahnhofs im Osten der Stadt sind erhalten, die Anlagen des Hauptbahnhofs stehen unter Denkmalschutz, ebenso der nicht mehr genutzte Lokschuppen im südlichen Teil des Bahnhofsgeländes.

Straße[Bearbeiten]

An das Netz preußischer Chausseen ist Ziesar seit 1862 angeschlossen. 1936 wurde die heutige Autobahn Bundesautobahn 2 (A 2) eröffnet, die ca. drei Kilometer südlich an Ziesar vorbeiführt. In der Nähe der Auffahrt befindet sich die Raststätte Buckautal. Die Bundesstraße 107 führt durch die Stadt.

Bildung[Bearbeiten]

  • Thomas-Müntzer-Grundschule
  • Thomas Müntzer Ganztags-Oberschule, bis 2008 Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Detlev von Olk: Burg Ziesar. In: Schlösser und Gärten der Mark, Heft 86, Berlin 2006.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ziesar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  3. Die Quellen der Daten finden sich detailliert in den Wikimedia Commons Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  4. https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/Publikationen/Stat_Berichte/2008/SB_B7-3-5_j05-08_BB.pdf#page=118
  5. http://www.wahlen.brandenburg.de/kw2003/kg/ergebnisse/gemeinde/1253.html
  6. http://www.amt-ziesar.de/politik/mitglieder.php?gremium=12
  7. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg