Zigarettenanzünder

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Zigarettenanzünder (Einsatz)
Zigarettenanzünder, eingesteckt und herausgezogen

Der Zigarettenanzünder (früher Zigarrenanzünder) ist üblicherweise in einem Kraftfahrzeug eingebaut und dient zum Anzünden von Zigaretten. Die Norm SAE J563 legt die Polung (Masse außen) und die genauen Abmessungen fest.

Er besteht aus einer Buchse und aus dem eigentlichen Anzünder (Einsatz), der in dieser Buchse verweilt. Dabei liegt der Pluspol in der Mitte, das Gehäuse (bzw. die seitlichen Kontakte) ist mit der Fahrzeugmasse verbunden. Beim Drücken eines Knopfes an der Rückseite des Anzünders wird eine Metallspirale durch elektrischen Strom zum Glühen gebracht, die dann zum Anzünden von beispielsweise Zigaretten verwendet werden kann.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Der Zigarettenanzünder besteht für den Anwender aus einem hervorstehenden, beweglichem Teil. Dieses wird über eine Federkraft ins Gehäuse gedrückt und es entsteht ein elektrischer Kontakt. Ein, zu einer Spirale gewendelter Draht beginnt aufgrund des hohen Stromflusses zu glühen. Ein Bimetall-Schalter erwärmt sich dabei und unterbricht den Stromkreis nach einiger Zeit dadurch, dass er eine Sperre betätigt und der bewegliche Teil wieder in seine Ruhelage zurück springt. Der Anwender kann nun den gesamten Anzünder aus der Buchse ziehen und die nun noch glühende Drahtspirale gegen den zu entflammenden Gegenstand – üblicherweise eine Zigarette oder Zigarre – drücken. Durch die Masse der Spirale ist auch nach mehreren Sekunden noch ein Entzünden möglich.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten[Bearbeiten]

Die Buchse des Zigarettenanzünders kann auch als Bordspannungssteckdose verwendet werden. Viele Geräte, wie Navigationssysteme, Ladekabel für Mobiltelefone, Ventilatoren oder Kühlboxen werden aus dieser Quelle gespeist. In neueren Fahrzeugen ohne Raucherpaket ist teilweise keine Buchse mit den Abmessungen eines Zigarettenanzünders — 21 mm Durchmesser — vorhanden, sondern eine kleinere Bordspannungssteckdose nach ISO 4165. Der Zubehörhandel bietet Adapter von ISO 4165 auf SAE J563 an. Wenn auch keine Bordspannungssteckdose vorhanden ist, kann ersatzweise über die OBD II Buchse die Bordspannung abgegriffen werden. Hierbei kann die Strombelastbarkeit aber geringer sein.

Stromstärke[Bearbeiten]

Die Stromabgabe ist mit einer elektrischen Sicherung begrenzt auf 8 bis 30 Ampere je nach angeschlossenem Verbraucher. Bis in die späten 80er Jahre war die Bordspannung im PKW nicht geregelt und schwankte daher im störungsfreien Betrieb zwischen etwa 10,5 und 14,4 Volt, auch wenn als Nennspannung 12 Volt angegeben wurden. Moderne KFZ verfügen über eine elektronisch stabilisierte Bordspannung, die zum Betrieb der Steuerungselektronik unabdingbar ist.

Fahrzeugausrüstung[Bearbeiten]

Viele Fahrzeuge verfügen über zusätzliche 12-Volt-Steckdosen zum Anschluss z. B. von elektrischen Kühlboxen oder Unterhaltungselektronik häufig im Kofferraum oder unter der Rücksitzbank. Bei neueren Fahrzeugmodellen mit gehobener Ausstattung ist diese Ausrüstung inzwischen Standard, andere Fahrzeuge können nachgerüstet werden.

Maße[Bearbeiten]

Die genormten Maße gemäß SAE J563 betragen für

  • 6 Volt

Steckdosen-Innendurchmesser 21,34 mm bis 21,46 mm
Stecker-Durchmesser: 21,08 mm bis 21,23 mm

  • 12 Volt, Größe A

Steckdosen-Innendurchmesser: 20,93 mm bis 21,01 mm
Stecker-Durchmesser: 20,73 mm bis 20,88 mm

  • 12 Volt, Größe B

Steckdosen-Innendurchmesser: 21,41 mm bis 21,51 mm
Stecker-Durchmesser: 21,13 mm bis 21,33 mm

Größe A wird hauptsächlich in amerikanischen Autos, Größe B hauptsächlich in europäischen Wagen verbaut.

Geschichte[Bearbeiten]

Elektrischer Cigarrenanzünder aus einem Artikel der Gartenlaube von 1897.

Der Zigarrenanzünder für den Gebrauch im Haushalt und der Gastronomie wurde Anfang der 1880er Jahre von Friedrich Wilhelm Schindler erfunden und zum Patent angemeldet. Diese Geräte wurden in den 1890er Jahren dann auch in Warenkatalogen im deutschsprachigen Raum als "Cigarrenanzünder" geführt, später als Zigarrenanzünder. Zum Wort "Zigarettenanzünder" dürfte es erst weit in den 1920er Jahren geworden sein, als die Zigarre auf breiter Basis von der Zigarette abgelöst wurde.

In den USA wurden um 1925 die ersten PKW mit Zigarettenanzündern ausgerüstet. Der Ursprung der Geräte an sich liegt in dekorativen Objekten für den Rauchertisch; in Restaurants und Kneipen wurden z.B. wandhängende Geräte verwandt. Somit ist der Zigarettenanzünder eine Weiterentwicklung des Zigarrenanzünders.

Um die Brandgefahr zu minimieren war der Rauchsalon auf dem Luftschiff Hindenburg mit einem elektrischen Zigarrenanzünder ausgestattet. Feuerzeuge und Streichhölzer waren den Passagieren verboten.

Weblinks[Bearbeiten]