Zigarettenwährung

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Jugendliche handeln mit Zigaretten auf dem Schwarzmarkt, Westdeutschland 1948

Zigarettenwährung ist ein Begriff, der in Zusammenhang mit dem allgegenwärtigen Schwarzmarkt in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg sprichwörtlich wurde.

Da nach dem Krieg die Reichsmark im von den Alliierten besetzten Deutschland durch Inflation beständig an Wert einbüßte, wurde der direkte Warentausch bei den Menschen immer beliebter. Auch die Wertvergleichsfunktion (eine der Geldfunktionen) wurde von Waren übernommen - hauptsächlich von Zigaretten; diese waren ausgesprochen knapp und wurden gerne gehandelt. Die 'Zigarettenwährung' war verbreitet; eine Zigarette entsprach einem Geldwert von ungefähr 10 Reichsmark, was einer heutigen Kaufkraft von 34,60 Euro bezogen auf das Jahr 1946 entsprechen würde, für 1947: 31,68 Euro und für 1948: 29,64 Euro.

Mit der Währungsreform am 20. Juni 1948 (in der SBZ erst am 26. Juni 1948) normalisierten sich die Verhältnisse wieder.

Literatur [Bearbeiten]

  • Christoph Maria Merki: Die amerikanische Zigarette - das Maß aller Dinge. Rauchen in Deutschland zur Zeit der Zigarettenwährung (1945-1948), in: Thomas Hengartner/Christoph Maria Merki (Hg.), Tabakfragen. Rauchen aus kulturwissenschaftlicher Sicht, Zürich 1996, S. 57-82