Zilog Z8000

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Zilog Z8002 im 40-poligen DIP
DDR-Nachbau MME UB8001C.
Die eines Zilog Z8002 (Z8002A CS)

Der Prozessor Zilog Z8000 wurde 1979 kurz nach dem Intel 8086 vorgestellt. Diese CPU wurde auch in der DDR unter den Namen U8001/U8002 nachgebaut und ab 1984 angeboten.

Es ist ein 16-Bit-Prozessor, der über 16 16-Bit-Register verfügt. Weiter besitzt er erweiterte 32-Bit-Multiplizier- und -Dividierbefehle und einen DRAM-Refreshing-Schaltkreis, der allerdings als langsam gilt. Er verfügt über verschiedene Verarbeitungsmodi für das Betriebssystem und für Anwendungsprogramme, um den Zugriff auf spezielle Speicherbereiche zu verhindern.

Die Speicheradressierbarkeit fällt je nach Modell unterschiedlich aus: Der Z8001 kann durch segmentierte Adressierung 8 MB und der Z8002 nur 64 KB adressieren. Durch eine externe MMU (Memory Management Unit) im Modell Z8010 kann der Adressraum auf 48 MB ausgeweitet werden.

Die maximal zulässige Taktrate beträgt 4 bis 10 MHz.

Aufgrund von anfänglichen Fehlern konnte sich der Prozessor nicht durchsetzen und wurde im Gegensatz zu seinem Vorgänger Z80 nur in wenigen Computern wie z. B. dem Commodore 900 oder Olivetti M20 verbaut. Außerdem wurde er im Steuer- und Zielsystem des Tomahawk Marschflugkörpers und im Arcade-Spiel Pole Position eingesetzt. In der DDR wurde er im P8000 eingesetzt.

Mitte der 1980er Jahre wurden im Wesentlichen fünf 16-Bit-Prozessoren am Markt angeboten (intern arbeiten diese teilweise auch mit 32 Bit, das für die Schaltungskomplexität entscheidende Businterface war aber 16 Bit groß): Intel mit i8086, Motorola mit 68000, Zilog mit Z8000, National Semiconductor mit NS16032 und TI mit dem TMS 9900. Die Nicht-Intel-Anbieter konnten die Marktdominanz von Intel trotz guter Prozessorarchitektur nicht aufhalten, da der PC-Markt durch IBM vorbestimmt war. Zilog hatte sich aus Zeitgründen entschieden, den Befehlssatz des Z8000 festverdrahtet zu realisieren und nicht – wie z. B. Motorola – durch Mikroprogrammierung. Die Korrektur von Hardware-Bugs nahm dadurch erheblich mehr Zeit in Anspruch als bei den Wettbewerbern, so dass viele Kunden absprangen und zu Wettbewerbern wechselten. TI kam generell zu spät, so dass kein Markterfolg mehr gegeben war.

Der Nachfolgetyp ist der Z80000.

Literatur[Bearbeiten]

  • Josef Koller: 16 Bit Microcomputer, 1. Auflage, Hofacker Verlag, München 1981, ISBN 3-921682-80-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: ZiLOG Z8000 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien