Zinn(II)-oxid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur Zinn(II)-oxid
__ Sn2+      __ O2−
Allgemeines
Name Zinn(II)-oxid
Andere Namen

Zinnmonoxid

Verhältnisformel SnO
CAS-Nummer 21651-19-4
Kurzbeschreibung

dunkelbrauner, geruchloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 134,7 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

6,45 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

1040 °C[1] (nach Disproportionierung zu Zinn und Zinndioxid)

Löslichkeit

unlöslich in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 302
P: 264​‐​270​‐​301+312​‐​330​‐​501 [1]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Zinn(II)-oxid ist eine metastabile Verbindung bestehend aus Zinn und Sauerstoff. Oberhalb von 300 °C disproportioniert SnO zu metallischem Zinn und Zinndioxid. Unter gewissen Umständen kann sich bei dieser Zersetzung auch das metastabile Zinnsequioxid bilden.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Zinn(II)-oxid kann aus Zinn(II)-chlorid über Zinn(II)-oxidhydrat gewonnen werden, das bei längerem Erhitzen in wäßriger Lösung dehydratisiert wird.[2]

Modifikationen und Struktur[Bearbeiten]

Die Literatur beschreibt drei Modifikationen von Zinnmonoxid (SnO). Die allgemein bekannte Form ist das in der tetragonalen PbO-Form kristallisierende schwarz-blaue SnO (α-PbO Typ, tP4, P4/nmm, Raumgruppe Nr. 129, Z=2, a = 3.800 Å, c = 4.836 Å). Wird das grobkristalline schwarz-blaue SnO gemörsert, so ändert sich die Farbe zu Braun.

Unter Normalbedingungen existiert bis 270 °C eine metastabile rote Modifikation mit orthorhombischer Struktur (Pbcn, Raumgruppe Nr. 60, Z=8, a = 5.00 Å, b = 5.72 Å, c = 11.12 Å), die sich durch mechanischen Druck oder Kontakt zum SnO mit α-PbO Struktur in diese Modifikation umwandelt.

Eine weitere rote Modifikation mit unbekannter Struktur wird zudem in der Literatur beschrieben.

Zinnmonoxid: Grobkristallin und gemörsert.


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Datenblatt Zinn(II)-oxid bei AlfaAesar, abgerufen am 3. Februar 2010 (JavaScript erforderlich)..
  2.  Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band I, Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 759.