Zinnowitz
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| Wappen | Deutschlandkarte | ||
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| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern | ||
| Landkreis: | Ostvorpommern | ||
| Amt: | Usedom-Nord | ||
| Höhe: | 5 m ü. NN | ||
| Fläche: | 9,04 km² | ||
| Einwohner: | 3698 (31. Dez. 2007) | ||
| Bevölkerungsdichte: | 409 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahl: | 17454 | ||
| Vorwahl: | 038377 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | OVP | ||
| Gemeindeschlüssel: | 13 0 59 107
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| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Möwenstraße 1 17454 Zinnowitz |
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| Webpräsenz: | |||
| Bürgermeister: | Carsten Michalk | ||
| Lage der Gemeinde Zinnowitz im Landkreis Ostvorpommern | |||
Zinnowitz ist eine Gemeinde auf der Insel Usedom im Landkreis Ostvorpommern in Mecklenburg-Vorpommern. In der Gemeinde befindet sich der Verwaltungssitz des Amtes Usedom-Nord, dem weitere vier Gemeinden angehören. Zinnowitz besitzt des Prädikat Ostseebad.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographische Lage
Zinnowitz liegt im Norden Usedoms am nördlichen Ende einer etwa ein bis zwei Kilometer breiten Landzunge zwischen Achterwasser und Pommerscher Bucht. Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn Zempin, Lütow, Krummin, Mölschow und Trassenheide.
[Bearbeiten] Klima
Zinnowitz ist mit einer durchschnittlichen jährlichen Sonnenscheindauer von 1917 Stunden der sonnenreichste Ort Deutschlands.[1]
Der Jahresniederschlag beträgt 560mm. Der Niederschlag liegt im unteren Drittel der Messstellen des Deutschen Wetterdienstes. Nur 13 % zeigen niedrigere Werte an. Der trockenste Monat ist der Februar; am meisten regnet es im Juli. Im niederschlagreichsten Monat fällt ca. 2,1mal mehr Regen, als im trockensten Monat. Die jahreszeitlichen Niederschlagsschwankungen liegen im unteren Drittel. In nur 15 % aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger.
[Bearbeiten] Geschichte
Erstmals wurde Zinnowitz 1309 in einer Schenkungsurkunde des Herzogs Bogislaw IV. an das Kloster Krummin erwähnt - damals noch unter dem Namen Tzys. Als das Kloster im Jahre 1563 aufgelöst wurde, ging die Domäne Tzys wieder in den Besitz des Herzogs über. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges gehörte die Insel Usedom zu Schwedisch-Pommern. Der alte, wendische Namen Tzys wurde in Zitz geändert. Nach dem Frieden von Stockholm kam die Domäne Zitz 1720 in preußische Hände und wurde 1751 im Zuge der Neugestaltung der königlichen Domäne in Zinnowitz umbenannt. 1810 wurde die preußische Domäne Zinnowitz im Rahmen der Stein-Hardenbergschen Reformen parzelliert, woraus das Dorf Zinnowitz entstand[2]. Da der preußische Staat infolge der Napoleonischen Kriege in Finanznöte geraten war, verkaufte er das 1.800 Morgen Land umfassende Restgut Zinnowitz am 16. September 1811 für 14.300 Taler an den Geheimen Kommerzienrat Friedrich Wilhelm Krause[3], einen Kaufmann und Reeder in Swinemünde. Nachdem sich dieser vergeblich bemüht hatte, einen Pächter für die sandige Domäne zu finden, verkaufte er den Gutsbetrieb am 11. Juni 1818 in 29 Parzellen zum Gesamtpreis von 18.000 Talern an Kolonisten und Fischer.
Der nächste große Schritt für Zinnowitz folgte am 16. Juni 1851, als der offizielle Badebetrieb erlaubt wurde. 1904 wurde eine hölzerne Seebrücke errichtet. Nach dem Krieg setzte ihr die Witterung stark zu, sie wurde wenig gepflegt und verfiel schließlich. 1993 wurde eine neue Brücke als Beton–Stahl-Holzkonstruktion fertig gestellt. Das historische Brückenhaus (siehe Abbildung links) wurde dabei nicht wiederhergestellt. [4]
In der DDR war Zinnowitz der wichtigste Badeort für den Feriendienst der SDAG Wismut, der sich in der Aktion Rose 1953 durch Enteignungen zahlreiche Hotels, Ferienheime und Villen einverleibte. Im Jahr 1993 wurde die neugestaltete Strandpromenade übergeben.
Im Wald zwischen Zinnowitz und Zempin sind noch einige Überreste von Startstellen zur Erprobung der V1 vorhanden, die zwischen 1943 und 1945 in Betrieb waren.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen wurde am 12. Mai 1995 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 82 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.
Blasonierung: „Gespalten von Blau und Silber; vorn ein links gewendetes goldenes Seepferdchen; hinten ein aufgerichteter grüner Eibenzweig mit roten Früchten.“
Das Wappen wurde von der Zinnowitzerin Conny Eisold gestaltet.
Geschaffen wurde das Wappen 1951 aus Anlass des 100-jährigen Bestehens als Seebad. In seiner ursprünglichen Form zeigte es vor allem das Seepferdchen, das seitdem zum bekannten Symbol und Maskottchen der Gemeinde wurde. 1994 wurde das Wappen um den Eibenzweig ergänzt, der auf die historische Deutung des Namens Zinnowitz, vormals Tzys (slawisch-wendisch: Eibe) hinweist.[5]
[Bearbeiten] Flagge
Die Flagge der Gemeinde Ostseebad Zinnowitz ist gleichmäßig und quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Silber (Weiß) und Blau gestreift. In der Mitte des Flaggentuchs liegt, auf jeweils ein Drittel der Länge beider Seiten übergreifend, das Wappen der Gemeinde. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5:3.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- Strandpromenade
- Bäderarchitektur
- Heimatmuseum Zinnowitz
- Kino- und Theatersaal mit 900 Sitzplätzen (derzeit ungenutzt)
- Seebrücke mit Tauchgondel
- Ostseebühne Zinnowitz mit 1300 Sitzplätzen und alljährlicher Schauplatz der Vineta-Festspiele
- Evangelische Kirche, erbaut 1894/95 (Konzerte und andere Veranstaltungen im Sommer)
[Bearbeiten] Verkehrsanbindung
Durch Zinnowitz verläuft die Bundesstraße 111. Über die Bahnstrecke Ducherow–Heringsdorf–Wolgaster Fähre bestehen Verbindungen nach Wolgast und Świnoujście sowie über die Bahnstrecke Zinnowitz–Peenemünde nach Peenemünde.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Literatur
- Ute Spohler: Zinnowitz, Sutton Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-158-5
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Je mehr Wetter, desto besser | Deutschland entdecken | Deutsche Welle
- ↑ Meyers Reisebuch Deutsche Ostseeküste, II. Teil: Rügen und die pommersche Küste mit ihrem Hinterland, 2. Auflage, Bibliographisches Institut, Leipzig 1924, S. 62.
- ↑ Die Auflassung im Grundbuch erfolgte am 7. August 1812.
- ↑ http://www.insel-usedom.net/zwseebruecke.htm
- ↑ Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde e.V.: Der Flaggenkurier Nr. 21-22/2006
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