Zinzendorf (Adelsgeschlecht)

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Stammwappen derer von Zinzendorf
Stammwappen derer von Zinzendorf mit Stechhelm

Die Grafen und Herren von Zinzendorf und Pottendorf entstammen einem alten niederösterreichischen Herrenstandsgeschlecht. Ihr Stammhaus liegt bei St. Leonhard am Forst.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Geschlecht wird urkundlich erstmals erwähnt im Jahre 1114 von Hermann, Bischof von Augsburg, in einem Stiftsbrief, in dem er einen Wisint de Cincendorf als Zeugen aufführt. Weitere Urkunden gibt es aus den Jahren 1144, 1176 und 1190. In letzterer, die im Archiv des Klosters Lilienfeld liegt, wird Otto I. de Czinczendorf erwähnt. Von diesem an wird die Zinzendorfsche Geschlechterfolge bis zum Erlöschen dieses Hauses durch eine ununterbrochene Reihe von Urkunden belegt.

Am 2. Juli 1460 wurde der kaiserliche Rat und Hauptmann Georg von Zinzendorf in den erbländisch-österreichischen Freiherrenstand erhoben und eine Wappenvereinigung mit dem der Familie von Wald genehmigt. Dessen Sohn, Christoph Freiherr von Zinzendorf, der eine Sophia von Pottendorf geheiratet hatte, erhielt die Genehmigung zur Namens- und Wappenvereinigung mit denen der von Pottendorf als "von Zinzendorff und Pottendorff". Die Familie von Zinzendorf und Pottendorf wurde am 24. Juli 1637 mit dem Wappen der versippten aber ebenfalls ausgestorbenen Familie von Zelking beliehen. -- Am 16. November 1662 erhielt das Geschlecht den erbländisch-österreichischen Grafenstand.

Wirkungsbereich[Bearbeiten]

Die Zinzendorfs sind eines der ältesten Herrenstandsgeschlechter in Niederösterreich, wie auch im Lande ob der Enns. Es gehörte zu jenen zwölf alten Geschlechtern, welche im Land die zwölf Apostel genannt zu werden pflegten und die nach einer alten Tradition die erste Landherrentafel in Niederösterreich errichtet haben sollen.

Einer der ersten Wohnsitze des Geschlechts lag allem Anschein nach in der Gegend des Zisterzienserklosters Lilienfeld, zu dem die Familie ein engeres Verhältnis über mehrere Jahrhunderte hatte und in dessen Archiv viele Urkunden zu finden sind. Der Stammsitz war der Zinsenhof (Czinczenhof), ein Gut bei Ruprechtshofen (Bezirk Melk), welches heute noch existiert und ein Versuchsgut der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau (Wien-Schönbrunn) ist. Unter anderem gehörte auch die am Schwarzenbacher Schlossberg stehende Burg Schwarzenbach (ungarisch: Feketevár) einst den Zinzendorfern.[1]

Baudissin-Zinzendorf[Bearbeiten]

Als Karl von Zinzendorf 1813 ohne Nachkommen starb, erbte sein Großneffe Heinrich August von Baudissin († 1834) dessen niederösterreichischen Herrschaften Karlstetten, Doppel und Wasserburg. Er nahm Namen und Wappen seines Großonkels an und wurde mit dem Oberstlandjägermeisteramt im Land unter der Ens belehnt.

Personen[Bearbeiten]

Von den ersten Zinzendorfern sind zu erwähnen:

Weitere Angehörige des Geschlechtes[Bearbeiten]

Abgrenzung[Bearbeiten]

Das Geschlecht der Zinzendorfer sind nicht mit dem Geschlecht der Grafen bzw. Fürsten von Sinzendorf zu verwechseln. Sie sind unterschiedlichen Ursprungs und haben auch unterschiedliche Wappen.

Wappen[Bearbeiten]

  • Das Stammwappen ist geviert, die Felder 1 und 4 silbern, Feld 2 rot und Feld 3 schwarz. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken zwei rote Büffelhörner, außen mit je drei silbernen Kugeln besetzt.[2]
  • Die fehlerhaft Blasonierung im GHdA lautet: Das Stammwappen ist von Rot, Silber, Silber und Schwarz geviert. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken zwei außen mit je drei silbernen Ballen besetzte silberne Büffelhörner.
  • Das gräfliche Wappen von Zinzendorf und Pottendorf ist gespalten und fünfmal geteilt (12 Plätze, die Schildfiguren der rechten Seite jeweils einwärts gewandt) und belegt mit einem Herzschild, darin das Stammwappen Zinzendorf: geviert, Feld 1 rot, Feld 2 und 3 silbern, Feld 4 schwarz. Platz 1 und 4 des Hauptschildes zeigt einen wachsenden naturfarben (schwarzen) Wolf auf silbernem Grund (Wald), Platz 2 und 3 ist von Blau über Rot geteilt und zeigt oben einen wachsenden silbernen Löwen (Pottendorf). Platz 5 und 8 ist vonSilber über Blau schräglinks (bzw. schrägrechts) geteilt (Zelking), Platz 6 und 7 zeigt einen golden gekrönten Löwen, von Blau und Gold schräg geteilt (Zelking), Platz 9 und 12 zeigt ein golden bequastetes viereckiges, silbernes Kissen auf rotem Grund, belegt mit einem golden beschlagenen, schwarzen Hifthorn mit schwarzer Schnur (Teuffel von Gundersdorf), Feld 10 und 11 zeigt ein schwarzes Pferd auf goldenem Grund (Teufel); auf dem Schild ruht eine neunperlige Grafenkrone, darüber sieben Helme: Helm 1 mit rot-silbernen Decken, darauf das Kissen, schräg gestellt, mit dem Hifthorn; Helm 2 mit blau-goldenen Decken, darauf ein von Silber über Blau schrägeinwärts geteilter Flug; Helm 2 mit blau-silbernen Decken, darauf der wachsende Wolf, der mittlere Helm mit rechts rot-silbernen, links schwarz-silbernen Decken zwei Büffelhörner (Stammwappenhelm), das rechte rot-silbern, das linke silbern-schwarz geteilt, dazwischen eingestemmt ein Hifthorn (Erblandjägermeisteramt in Österreich unter der Enns) wie auf dem Kissen, die Hörner außen mit je fünf silbernen Ballen besteckt; Helm 5 mit rot-silbernen Decken trägt den wachsenden silbernen Löwen zwischen zwei Büffelhörnern, rechts rot, links silbern, außen mit je sieben farbengewechselten Fähnchen besteckt; Helm 6 mit rot-goldenen Decken trägt einen roten Flug, bestreut mit goldenen Herzen, Helm 7 mit schwarz-goldenen Decken trägt ein wachsendes schwarzes Pferd. Der Hauptschild steht vor einem aufwärts gebundenen Wappenmantel, hermelingefüttert und rechts außen rot, links außen schwarz.[3]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag über Burg Schwarzenbach auf Burgen-Austria abgerufen am 24. Feber 2010
  2. Bruderschaftsbuch von St. Christoph am Arlberg
  3. Bernhard Peter: Historische heraldische Exlibris (27) (undatiertes heraldisches Exlibris, entworfen für Karl Graf von Zinzendorf und Pottendorf (* 1739 ; † 1813), Erzkommendator (Landkomtur) der Ballei Österreich des Deutschen Ordens)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zinzendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien