Zirconium(IV)-sulfat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kristallstruktur
Keine Zeichnung vorhanden
Allgemeines
Name Zirconium(IV)-sulfat
Andere Namen

Zirconiumorthosulfat

Verhältnisformel Zr(SO4)2
CAS-Nummer
  • 14644-61-2
  • 7446-31-3 (Tetrahydrat)
PubChem 23219663
Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 283,34 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[2]

Dichte
  • 3,22 g·cm−3[1]
  • 2,85 g·cm−3 (Tetrahydrat)[3]
Löslichkeit

löslich in Wasser (Tetrahydrat 525 g·l−1 bei 18 °C)[4]

Brechungsindex

1,646[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319
P: 280​‐​305+351+338​‐​302+352​‐​321​‐​362​‐​332+313Vorlage:P-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5][2]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 36/38
S: 26​‐​37
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Zirconium(IV)-sulfat ist eine anorganische chemische Verbindung aus der Gruppe der Sulfate.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Zirconium(IV)-sulfat-tetrahydrat kann durch Reaktion von Zirconiumoxidchlorid mit Schwefelsäure gewonnen werden. Wird ein SO3-Gehalt von 64 % überschritten, so fallen saure Sulfate wie Zr(SO4)2·H2SO4·2H2O oder Zr(SO4)2·H2SO4·H2O aus. Das Anhydrat erhält man durch Abrauchen des Tetrahydrates bzw. des Zirconiumoxidchlorides mit konzentrierter Schwefelsäure.[6]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Zirconium(IV)-sulfat-tetrahydrat hat eine orthorhombische Kristallstruktur mit der Raumgruppe Fddd (a = 1162 pm, b = 2592 pm, c = 5532 pm). Das Anhydrat ist ein mikrokristallines Pulver, das sehr hygroskopisch ist. An Luft bildet es zunächst eine instabile Lösung, aus der das normale Tetrahydrat auskristallisiert.[6] Bei Erwärmen des Tetrahydrates auf 100 °C wird Kristallwasser abgegeben und es bildet sich das Trihydrat, bei 380 °C dann das Anhydrat.[2] Es ist auch ein 5- und 7-Hydrat bekannt.[7]

Verwendung[Bearbeiten]

Zirconium(IV)-sulfat kann als Zwischenprodukt zur Reinigung von Zirconiumsalzen wie Zirconium(IV)-chlorid durch Umfällen verwendet werden.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Data on chemicals for ceramic use (= Bulletin of the National Research Council. Nr. 107). National Academies, 1943, S. 74 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. a b c d e Datenblatt Zirconium(IV) sulfate tetrahydrate, 99.99% (metals basis) bei AlfaAesar, abgerufen am 31. Mai 2013 (JavaScript erforderlich).
  3. a b  Roger Blachnik (Hrsg.): Taschenbuch für Chemiker und Physiker. Band III: Elemente, anorganische Verbindungen und Materialien, Minerale. begründet von Jean d’Ans, Ellen Lax. 4., neubearbeitete und revidierte Auflage. Springer, Berlin 1998, ISBN 3-540-60035-3, S. 824 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. fishersci: http://fscimage.fishersci.com/msds/07625.htm Zirconium sulphate
  5. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  6. a b c  Georg Brauer (Hrsg.): Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band II, Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 1376.
  7. I. J. Bear, W. G. Mumme: The crystal chemistry of zirconium sulphates. III. The structure of the β-pentahydrate, Zr2(SO4)4(H2O)8.2H2O, and the inter-relationship of the four higher hydrates. In: Acta Crystallographica Section B Structural Crystallography and Crystal Chemistry. 25, S. 1572–1581, doi:10.1107/S0567740869004341.