Zirkulationspumpe

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Zirkulationspumpe

Eine Zirkulationspumpe ist eine elektrisch angetriebene Pumpe, die das erwärmte Trinkwasser in den Trinkwasserleitungen permanent umwälzt, und so an jeder Zapfstelle unverzüglich bereitstellt. Ohne Zirkulation kühlt das stehende Warmwasser in der Leitung ab, somit fließt beim Aufdrehen des Warmwasserhahns zunächst abgekühltes Wasser aus, bevor warmes Wasser kommt. Eine Zirkulation ist besonders wichtig in weit verzweigten Leitungsnetzen, bei denen die Strecke zwischen Warmwasserspeicher und Zapfhahn bauartbedingt sehr groß ist.

Dies ist nicht nur ein Komfortnachteil, den eine Zirkulationspumpe auszugleichen versucht, sondern auch eine Forderung, die sich aus der Trinkwasserverordnung und dem DVGW-Arbeitsblatt W551 ergibt, mit dem Ziel Legionellenwachstum zu verhindern. Demnach müssen Großanlagen, mit mehr als 3 Litern Wasservolumen zwischen Trinkwassererwärmer und mindestens einer Entnahmestelle, mit einer Zirkulationsleitung (oder einer Begleitheizung) ausgestattet werden.[1] Die Zirkulationspumpe sorgt hierbei für den Wassertransport über die Ringleitung und die Zirkulationsleitung zum Warmwassererzeuger zurück.

Bei heutigen Pumpen gibt es unterschiedliche Ausführungen. Im Idealfall enthält die Zirkulationspumpe:

  • einen Temperatursensor, um bei zu geringer Rücklauftemperatur (Soll-/Ist-Vergleich) die Pumpe zu aktivieren, um das Wasser wieder "umzuschichten".
  • ein Rückschlagventil, um die Schwerkraftzirkulation zu unterbinden
  • eine Zeitschaltuhr, die steuert, dass nur zu bestimmten Zeiten Warmwasser sofort zapfbar ist

Normalerweise funktioniert die Zirkulationspumpe jedoch nicht für sich allein. Sie wird durch einen Regler (zumeist der Heizungsregler) angesteuert, der das gesamte System der Warmwasserbereitung regelt.

Vorteile[Bearbeiten]

Beim Öffnen des Warmwasserhahns kommt sofort warmes Wasser (Komfortgewinn), zudem wird Wasser gespart, da kein kaltes Wasser ungenutzt in den Abfluss läuft, bis warmes Wasser die Rohrstrecke hinaufgeflossen ist.

Da das Wasser nicht mehr im Rohr stehen kann, wird weitestgehend die Entstehung von Legionellen verhindert, was jedoch eine ausreichend hohe Temperatur des rückfließenden Wassers voraussetzt. Ist dies nicht der Fall, kann durch eine Zirkulationsleitung die Legionellengefahr zunehmen.

Nachteile[Bearbeiten]

Die hohen Gas- und Ölpreise machen die Zirkulationspumpe zu einem erheblichen Kostenfaktor, insbesondere wenn die Warmwasserrohre nicht oder nur unzureichend isoliert sind. Auch der Stromverbrauch der Pumpe ist zu berücksichtigen.

Bei fehlerhaftem hydraulischen Abgleich des Systems, falscher Auslegung der Pumpe oder Rohrleitungen, mangelhafter Isolierung oder sonstigen Planungsfehlern kann die Temperatur in der Zirkulationsleitung auf unter 55 Grad Celsius fallen. Bei Warmwassertemperaturen von unter 55 Grad Celsius besteht die Gefahr der Koloniebildung von Legionellen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wasser-Praxis 2/2012 (PDF; 2,1 MB)