Zistrosen

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Zistrosen
Salbeiblättrige Zistrose (Cistus salviifolius)

Salbeiblättrige Zistrose (Cistus salviifolius)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Malvenartige (Malvales)
Familie: Zistrosengewächse (Cistaceae)
Gattung: Zistrosen
Wissenschaftlicher Name
Cistus
L.

Die Zistrosen (Cistus) bilden eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Zistrosengewächse (Cistaceae).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Beschreibung

Die Zistrosen sind stark verzweigte, buschige Sträucher oder Zwergsträucher mit aromatischem Harz. Die gegenständigen Laubblätter sind einfach, sitzend oder gestielt. Nebenblätter fehlen.

Der end- oder achselständige Blütenstand ist zymös, trugdoldig oder wickelartig, gelegentlich auch auf eine Blüte reduziert. Die beiden äußeren Kelchblätter sind mindestens ebenso groß wie die drei inneren oder fehlen. Die Kronblätter sind schon in der Knospe geknittert, kurzlebig, weiß, rosa oder purpurn; bei einigen Arten sind sie am Grund gelb oder dunkelrot gefleckt. Die 30 bis 150 Staubblätter sind in mehreren Reihen angeordnet und alle fertil. Meist fünf, selten sechs bis zwölf Fruchtblätter sind zu einem fünf-, selten sechs- bis zwölffächerigen Fruchtknoten verwachsen.

Die verholzten Kapselfrüchte springen fast vollständig entlang der Fächerwände auf. Die zahlreichen Samen sind vieleckig.

[Bearbeiten] Vorkommen

Die Gattung ist im gesamten Mittelmeerraum und auf den Kanarischen Inseln verbreitet. Die größte Artenvielfalt befindet sich im westlichen Mittelmeergebiet [1] (Frankreich, Spanien, Portugal, Marokko, Algerien). Die Zistrosen bilden einen Hauptbestandteil der Garigue. Sie wachsen auf trockenen, steinigen Flächen, oft auf kalk- und nährstoffarmen Böden.

[Bearbeiten] Systematik

Der Gattungsname Cistus wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 1, S. 523[2] erstveröffentlicht. Typusart ist Cistus crispus L..[3] Ein Synonym für Cistus L. ist Rhodocistus Spach [4].

[Bearbeiten] Arten

Weißliche Zistrose (Cistus albidus)
Kretische Zistrose (Cistus creticus)
Krause Zistrose (Cistus crispus)
Lack-Zistrose (Cistus ladanifer)
Montpellier-Zistrose (Cistus monspeliensis)

Es gibt etwa 23 Arten in der Gattung der Zistrosen (Cistus) (exklusive Halimium) [5][3]:

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Hybriden, unter anderem Cistus ×incanus L. (= C. albidus × crispus), deren Name lange für Cistus creticus gebräuchlich war. Darunter:

  • Cistus ×florentinus Lam.
  • Cistus ×laxus Aiton
  • Cistus ×ledon Lam.
  • Cistus ×purpureus Lam.

[Bearbeiten] Verwendung

Es gibt einige Zuchtformen für mediterrane Parks und Gärten.

Aus den Zweigen und Blättern mancher Arten (wie Cistus salviifolius oder Cistus ladanifer) kann das Harz Labdanum gewonnen werden. Auf einigen griechischen Inseln wurden dazu Ziegen durch Cistus-Bestände getrieben. Am Ziegenfell blieb das klebrige Sekret hängen. Die abgeschnittenen Haare wurden in siedendes Wasser gebracht. Nach der Abkühlung konnte das Harz abgetrennt werden.

Auszüge aus der Graubehaarten Zistrose (Cistus incanus) werden gesundheitsbezogen verwendet; in Griechenland wird sie als Kräutertee getrunken.

Hauptartikel: Graubehaarte Zistrose

[Bearbeiten] Literatur

  • Jean-Pierre Demoly, Pedro Montserrat Recoder: Cistus. In: Santiago Castroviejo, Carlos Aedo, S. Cirujano, M. Laínz, P. Montserrat, R. Morales, F. Muñoz Garmendia, C. Navarro, J. Paiva & C. Soriano (Eds.): Flora Ibérica. Plantas vasculares de la Península Ibérica e Islas Baleares, Vol. 3: Plumbaginaceae (partim) – Capparaceae. Consejo de Investigaciones Cientifícas, Madrid 1993, S. 319–337, ISBN 84-00-07375-4, (PDF-Datei).
  • Dankwart Seidel: Blumen am Mittelmeer. BLV Verlagsgesellschaft, München 2002, ISBN 3-405-16294-7. 

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Zistrosen – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Beatriz Guzmán & Pablo Vargas: Systematics, character evolution, and biogeography of Cistus L. (Cistaceae) based on ITS, trnL-trnF, and matK sequences. In: Molecular Phylogenetics and Evolution. Band 37, Nr. 3, 2005, S. 644–660, doi:10.1016/j.ympev.2005.04.026.
  2. Carl von Linné: Species Plantarum 1, 1753, S. 523 eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  3. a b Jean-Pierre Demoly: Notes taxonomiques, chorologiques et nouveautés nomenclaturales pour le genre Cistus L. élargi, incluant Halimium (Dunal) Spach (Cistaceae). In: Acta Botanica Gallica. Band 153, Nr. 3, 2006, S. 309–323.
  4. Eintrag bei GRIN.
  5. Robert G. Page: Cistus pages, beruhend auf den Arbeiten von J. P. Demoly, abgerufen am 22. Januar 2012.
  6. Jean-Pierre Demoly: Une nouvelle espèce et une nouvelle sous-espèce du genre Cistus L. (Cistaceae) endémique de El Hierro (Îles Canaries). In: Biocosme Mésogéen. Band 22, Nr. 3, 2005, S. 117–120.
  7. Águedo Marrero Rodríguez, Rafael Almeida, Carlos Ríos: Cistus grancanariae sp. nov. (Cistaceae), una nueva especie para Gran Canaria (Islas Canarias). In: Botanica Macaronesica. Band 27, 2008, S. 73–88, PDF-Datei.
  8. Jean-Pierre Demoly: Une nouvelle espèce du genre Cistus L. (Cistaceae) endemique de i'ile de Grande Canarie (Espagne). In: Acta Botanica Gallica. Band 151, Nr. 2, 2004: 231–232.
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