Zitieren von Internetquellen

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Qsicon Fokus2.svg Dieser Artikel wurde am 7. April 2014 auf den Seiten der Qualitätssicherung eingetragen. Bitte hilf mit, ihn zu verbessern, und beteilige dich bitte an der Diskussion!
Folgendes muss noch verbessert werden: Der Artikel fasst aus meiner Sicht das Zitieren von Internetquellen unzeitgemäß bzw. verzerrt zusammen und sollte daher aktualisiert bzw. ergänzt werden. Es ist aus meiner Erfahrung heraus gängige Praxis (vor allem bei hochaktuellen Forschungsthemen und im technischen Bereich), aus Internetquellen zu zitieren – auch und gerade in der Wissenschaft. Entscheidend für die Reliabilität einer Quelle ist nicht das Kriterium online/offline, sondern deren Qualität sowie die Autorität und Reputation des Veröffentlichers. Zur Absicherung gegen nachträgliche Veränderungen oder Fehler 404 können referenzierte Internetquellen (ggf. mit entsprechenden Tools, z. B. Local Website Archive) heruntergeladen und der Arbeit beigefügt werden bzw. sind sogar online als Quelle archivierbar (siehe z. B. WebCite). --Cachsten (Diskussion) 15:34, 7. Apr. 2014 (CEST)

Das Zitieren von Internetquellen wirft gegenüber dem Zitieren von gedruckten Veröffentlichungen einige Probleme auf. Neben rechtlichen Besonderheiten sowie der Glaubwürdigkeits-Prüfung einer Internetquelle bestehen zwei Hauptgefahren: Zum einen sind in Abgrenzung zum Printmedium nachträgliche inhaltliche Änderungen einer Webpage möglich, sodass sich wörtliche Zitate in zeitlicher Distanz nicht zwangsweise belegen lassen. Zum anderen ist die dauerhafte Zugänglichkeit einer Internetseite nicht gesichert, sodass die Gefahr eines 404-Errors besteht, falls der entsprechende Anbieter sich zum Löschen seiner Inhalte entschließt.

Als Zitat werden wörtliche oder sinngemäße Übernahmen von Textstellen sowohl in wissenschaftlichen und Fachpublikationen als auch in anderen Zusammenhängen (Journalismus, öffentliche Debatte usw.) bezeichnet. Hier geht es vor allem um den ersten Aspekt.

Rechtliche Gesichtspunkte[Bearbeiten]

Werden aus urheberrechtlich geschützten Werken (kleine) Teile entnommen, so ist dies unter bestimmten Voraussetzungen zulässig. Das umfassende Recht des Urhebers wird durch das Zitatrecht eingeschränkt – man spricht daher von einer Schrankenbestimmung. Im deutschen Recht darf nur dann zitiert werden, wenn die Quelle deutlich angegeben wird (§ 63 UrhG) – siehe Quellenangabe. Außerdem sind Zitate nur zulässig „in einem durch den Zweck gebotenen Umfang“, und nur dann, wenn „einzelne Werke nach dem Erscheinen in ein selbständiges wissenschaftliches Werk zur Erläuterung des Inhalts aufgenommen werden“ oder „Stellen eines Werkes nach der Veröffentlichung in einem selbständigen Sprachwerk angeführt werden“ oder „einzelne Stellen eines erschienenen Werkes der Musik in einem selbständigen Werk der Musik angeführt werden.“

Die Forderung nach Quellenangabe bezieht sich auch auf die Angabe der genauen Fundstelle (auch Angabe der Seitenzahl), soweit dies zumutbar und branchenüblich ist. So wird man etwa in Zeitungsartikeln meist vergeblich nach einer genauen Quellenangabe von wörtlichen Zitaten suchen. Bestimmte formale Vorgaben für die Art der Quellenangabe macht das Gesetz nicht. Wird ohne Kennzeichnung aus geschützten Texten abgeschrieben, spricht man von einem Plagiat.

Unwahre Zitate können gegen das Persönlichkeitsrecht desjenigen verstoßen, dem sie zugeschrieben werden. Auch gegen Verfälschungen kann juristisch vorgegangen werden. Es ist nicht zulässig, Zitate aus ihrem Zusammenhang zu reißen, wenn damit ihr Sinn erheblich geändert wird. Ebenso können nicht gekennzeichnete Kürzungen problematisch sein.

Einer der Grundsätze der Wissenschaftsethik, die unter anderem in fachspezifischen Ethikcodes ihren Ausdruck findet, lautet: Benutzte Vorlagen sind in angemessener Weise anzugeben. Wer einer Fachpublikation wichtige Anregungen entnimmt, dies aber verschweigt und sie nicht zitiert, verstößt gegen diesen Grundsatz. Ein solches wissenschaftliches Fehlverhalten kann im Extremfall insbesondere an Universitäten arbeitsrechtliche Konsequenzen haben.

Zitierrichtlinien[Bearbeiten]

Einheitliche Richtlinien gibt es nicht, jedoch Vorschläge. Beispielsweise schlägt der Medienwissenschaftler Stefan Weber vier „Spielregeln“ für das Zitieren im Internetzeitalter vor:[1]

  1. Direkte Zitate aus dem Internet nie zur Faktenvermittlung, sondern nur noch als illustrative Beispiele, wenn also das Zitat selbst thematisiert wird (kritische Distanz!)
  2. Verpflichtender Ausdruck/Screenshot jeder zitierten Website im Anhang
  3. Keine Zitate von Wikipedia, außer zur kritischen Kommentierung
  4. Idealerweise sollte in wissenschaftlichen Arbeiten von Webseiten nur dann zitiert werden, wenn es tatsächlich wissenschaftliche Quellen sind (etwa Online-Auftritte von Journals etc.)

Diese Regeln sollen nach Weber helfen, den „fatalen Denkfehler“ der Gleichsetzung von gedruckten Quellen mit Internetressourcen zu vermeiden.

Zitierweise[Bearbeiten]

Da es auch für gedruckte Literatur unterschiedliche fachspezifische Formatierungen von Referenzen (englisch: Citation Styles) gibt, existieren keine allgemein anerkannten Vorgaben für das Zitieren von Internetquellen. Grundsätzlich wird meist empfohlen, Internetpublikationen in Anlehnung an das für das Zitieren gedruckter Veröffentlichungen gewählte Muster (Autor, Titel, Jahr) mit Internetadresse und Datum zu zitieren. Angegeben werden sollte sowohl das Datum der Erstellung oder letzten Änderung als auch das Datum des letzten Zugriffs durch den Zitierenden.

Hat sich keine fachspezifische Formatierung fest etabliert, ist es ratsam, durch klarstellende Zusätze Missverständnisse zu vermeiden und die jeweilige Internetseite bestmöglich auszuwerten. So kann nach folgendem Schema verfahren werden:

 Name, Vorname: Titel. URL (Abfragedatum).
  • Melcher, Richard A.: „DUSTING OFF THE BRITANNICA“. In: Business Week (Archives). Stand: 9. Oktober 1997. http://www.businessweek.com/1997/42/b3549124.htm (abgerufen am 22. Oktober 2006).

In vielen Internetquellen ist weder ein Autor noch irgendein Datum angegeben, so dass diese Zusatzinformationen entfallen müssen. Oft wird mittlerweile auch generell eine vereinfachte Zitierweise in wissenschaftlichen Arbeiten benutzt:

 URL (Abfragedatum).
  • http://www.bifab.de/unternehmen/index.html (22. Oktober 2006).

Dieses Vorgehen ist aber nicht zu empfehlen. Soweit möglich, sollten immer die vollständigen bibliographischen Angaben aufgenommen werden. Ist eine Quelle offline, sollte dies ebenfalls mit dem Datum vermerkt werden, zu dem es bemerkt wurde.

Fachspezifische Formerfordernisse müssen ggf. zusätzlich berücksichtigt werden, wie zum Beispiel ein Punkt als Abschluss einer Fußnote in einer juristischen Arbeit.

Beim Zitieren von Internetquellen sollte man jedoch darauf achten, dass ein Impressum vorhanden ist, sodass man den verantwortlichen Herausgeber angeben kann. Je mehr Angaben bei Internetzitaten vorhanden sind, desto besser ist die Nachvollziehbarkeit der Quelle.

Tipps[Bearbeiten]

  • Dynamische Webseiten richtig adressieren: Wenn möglich, dann muss bei dynamischen Webseiten wie z. B. Weblogs oder Wikis auf den permanenten Link referenziert werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass auf die richtige Webseite bzw. auf die im Zitat verwendete Version der Internetquelle gelenkt wird.
  • Seite archivieren: Die entsprechende Webseite kann zwischenzeitlich verschwinden oder geändert werden. Das ist besonders bei Arbeiten, die sich empirisch mit dem Internet beschäftigen (z. B. Analysen von Interaktionen auf Community-Portalen) kritisch. Abhilfe: Die Webseite bei einem kostenlosen Dienst wie beispielsweise WebCite speichern und dann im Zitat auf die Internetadresse der archivierten Seite referenzieren.
  • Wikipedia eingeschränkt zitieren: In wissenschaftlichen Arbeiten sollte auf das Zitieren von Wikipedia-Artikeln nach Möglichkeit verzichtet werden, da keine Garantie für den Inhalt gegeben werden kann. Zudem folgt Wikipedia derzeit nur sehr rudimentär den Maßgaben des wissenschaftlichen Arbeitens und die Artikelqualität variiert stark, weswegen es als wissenschaftliche Quelle oft ausscheidet. Andererseits stehen in jüngerer Zeit weite akademische Kreise Wikipedia als Wissensquelle positiv gegenüber. Ein Hinweis auf Wikipedia erschien bereits 2002 im Online-Journal Science im Artikel A White Collar Protein Senses Blue Light; und das Discovery-Magazin schrieb schon März 2006, dass „wissenschaftliche Einträge in Wikipedia, der Open-Source-Online-Enzyklopädie, in der jeder schreiben kann, nahezu genauso fehlerfrei sind wie jene in der Encyclopædia Britannica, gemäß dem Urteil eines Reviews einer Expertengruppe.“

Literatur[Bearbeiten]

  • Jens Runkehl, Torsten Siever: Das Zitat im Internet. Ein Electronic Style Guide zum Publizieren, Bibliografieren und Zitieren. 3. Auflage. Revonnah Verlag, Hannover 2001, ISBN 3-927715-83-2.
  • Jens Bleuel: Zitation von Internet-Quellen. In: Theo Hug (Hrsg.): Wie kommt Wissenschaft zu Wissen? Schneider Verlag, Hohengehren 2001 (PDF).
  • Nils Baer, Sabine Büttner: Wissenschaftliches Publizieren im Internet & Zitierregeln, in: Internet im Geschichtsstudium, historicum.net 2008.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stefan Weber: Wissenschaft als Web-Sampling. In: Telepolis. 15. Dezember 2006, abgerufen am 24. Juli 2011.
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