Zitierfähigkeit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Zitierfähigkeit ist eine Anforderung an schriftliche Quellen, die in wissenschaftlichen Arbeiten zum Zitieren verwendet werden sollen. Zusammen mit der Zitierwürdigkeit unterstützt sie bei der Auswahl der Quellen für wissenschaftliche Arbeiten.

Kriterien für Zitierfähigkeit[Bearbeiten]

Die Anforderungen, die an zitierfähiges Material gestellt werden, variieren von Fach zu Fach und von einem Publikationsort zum anderen. Von Zitierfähigkeit spricht man normalerweise in zwei Varianten:

Es wird verlangt, dass die angegebene Informationsquelle dauerhaft nachprüfbar ist. Dieses Kriterium wird von jeder Sekundärliteratur erfüllt, die man üblicherweise in Bibliotheken findet (Veröffentlichungen wie Bücher oder Zeitschriften). Erfüllt wird es ferner von Archivmaterial, also auch unveröffentlichten Quellen. Dieses Material muss aber bereits erschlossen sein. Es wird nicht erfüllt von mündlicher Kommunikation u. Ä. (Allerdings wird in wissenschaftlichen Texten manchmal in einer Paraphrase des Inhalts eine Information angeführt und mit 'Persönliche Mitteilung N. N.' gekennzeichnet.) Problematische Grenzfälle sind viele Arten elektronischer Publikationen (siehe unten).

In manchen Fächern (z. B. der Informatik) ist es durchaus verbreitet, auch in wissenschaftlichen Arbeiten gelegentlich Quellen zu zitieren, die im obigen Sinne nicht zitierfähig sind, insbesondere Webseiten. Oft wird dann jedoch eine andere Zitierform gewählt, etwa eine Anmerkung anstelle des sonst üblichen Verweises in eine Literaturliste. Da manche Webseiten durchaus als stabil angenommen werden, sind die Übergänge jedoch fließend.

Bei der Quellenauswahl für wissenschaftliche Arbeiten soll zusätzlich auch die Zitierwürdigkeit der Quellen gewährleistet sein.

Zitierfähigkeit elektronischer Medien[Bearbeiten]

Mit dem Aufkommen des Internet und dortiger Texte wird zunehmend die Frage diskutiert, ob Internetquellen zitierfähig sind, was in der Regel verneint wird. Die Informationen auf Websites sind oft nicht belegt und können somit ihrerseits nicht als Referenz für eine andere wissenschaftliche Arbeit herangezogen werden (keine starke Zitierfähigkeit). Ein weiteres Problem stellt dar, dass sich der Inhalt von Webseiten ständig verändern kann (keine schwache Zitierfähigkeit). Allerdings finden sich in vielen wissenschaftlichen Arbeiten Quellen aus dem Internet wieder. Dies ist auch teilweise nicht zu umgehen, da gerade bei aktuellen Themenstellungen oft nur das Internet die notwendigen Informationen liefern kann und Standardliteratur oft (noch) nicht verfügbar ist. Wichtig ist dann, dass die Internetquellen richtig zitiert werden, um deren Herkunft belegen zu können. In der Regel werden Internetquellen wie folgt zitiert: Name der Seite bzw. Autor: http://www.yyy.de, Zugriff am Datum und Uhrzeit.

Anders wird das Problem der Zitierfähigkeit bei wissenschaftlichen Angeboten oder Online-Fachzeitschriften diskutiert: Die in Online-Fachzeitschriften veröffentlichten Texte hätten im Prinzip auch in einer Fachzeitschrift gedruckt erscheinen können und werden von einem Fach-Autor verantwortet, weshalb sie als stark zitierfähig gelten. Ob die langfristige Verfügbarkeit so gut gewährleistet ist wie bei Papierpublikationen, ist aber oft fraglich, so dass die schwache Zitierfähigkeit dann unklar ist.

Die Probleme der Dauerhaftigkeit und Unveränderlichkeit können durch das Anfügen (Datenträger, Anlage, Sicherheitskopie) der Quelle gelöst werden. Die Richtigkeit und Originalität der Quelle ist dadurch jedoch noch nicht belegt.

Literatur[Bearbeiten]