Zizit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Zizit oder Schaufaden (in der aschkenasischen Aussprache Zizis; hebr. ציצית, Plural ציציות Zizijot bzw. Ziziaus, Zizes) ist die Bezeichnung für die an den vier Ecken eines Schals oder rechteckigen Kleidungsstücks befestigten Fäden. Sie werden am rituellen jüdischen Gebetsmantel Tallit angebracht, der beim Gebet getragen wird und an einen Leib, der ständig getragen wird.

Zizit

Die Zizijot sind Bündel von langen weißen Fäden aus Wolle oder Kunstfaser, die mehrfach geknotet sind.

An jeder der vier Ecken des Tallit befindet sich eine solche Quaste. Dies ist eine wörtliche Erfüllung des Gebotes aus 4. Mose (Numeri) 15, 37–41. Dort heißt es, man solle Quasten an den vier Ecken des Gewandes anbringen und sich jedes Mal, wenn man diese sieht, an die Gebote Gottes erinnern, so dass man sie auch tut. Ein gläubiger Jude wird auch in seinem Tallit bestattet. Eine der Zizijot wird vorher entfernt als Zeichen dafür, dass ein Toter keine Gebote mehr zu erfüllen braucht.

Der Leib, der unter der Kleidung getragen wird, erinnert an ein T-Shirt, ist aber an den Seiten offen und nur durch ein Stück Stoff oder Faden zusammengehalten. So bleibt es ein rechteckiges Kleidungsstück und kann mit Zizijot versehen werden. Die Schaufäden werden an der Seite aus der Hose sichtbar heraushängen gelassen. Bei religiösen aschkenasischen Juden reichen sie teilweise bis fast auf den Boden.

Das mosaische Gebot sah ursprünglich vor, jeweils einen Strang des Bündels mit der Farbe Techelet blau zu färben. In der rabbinischen Auslegung ist das eine Farbe, die aus dem Tier Chilazon gewonnen wurde, und da niemand mehr weiß, was ein Chilazon ist, könne das Gebot in diesem Teil nicht mehr erfüllt werden, und die Zizijot sind infolgedessen ganz weiß. Die Karäer hingegen sehen in Techelet die Benennung eines Farbtons und tragen heute noch blau-weiße Zizijot.

Weblinks[Bearbeiten]