Zmrzlík von Schweißing

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Wappen der Ritter von von Schweißing

Zmrzlík von Schweißing (tschechisch Zmrzlíkové ze Svojšína), waren ein altes böhmisches und österreichisches Adelsgeschlecht, das dem Ritterstand angehörte. Deren Ahnen wurden als Herren von Schweißing bereits im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das westlich von Mies (Stříbro) gelegene Pfarrdorf Schweißing (Svojšín) war der Stammort dieses weitverzweigten Geschlechts, dessen Linien nach ihren jeweiligen Sitzen verschiedene Namen führten.

Ihre gemeinschaftlichen Ahnen waren Ulrich und Beneda, Söhne des Tiburz von Schweißing. (1175 –1196). Familienangehörige erscheinen immer wieder in Urkunden (1290: Beneda; 1315 Söhne Beneda und Heinrich; 1380: Ulrich, Herr auf Schweißing; 1407: Protiwa als Teilbesitzer des Gutes).[1]

Eine gewisse Bedeutung erlangte Peter von Schweißing mit dem Beinamen Zmrzlík, der einerseits oberster Münzmeister sowie Herr auf Worlik, Karlsberg und Brzeznitz als auch Anhänger der Kalixtiner (Kelchner), einer Abspaltung der Hussiten, war und 1421 bei der Vertreibung aus Tábor zu Tode kam. Seine Söhne Peter, Johann und Wenzel schlossen sich den Taboriten an. Sie nahmen am politischen Leben teil, aber auch an den Kriegszügen der Hussiten. Unter der Herrschaft des Georg von Podiebrad gehörten sie zu seinen starken Verbündeten. Seine (wahrscheinlich) Urenkel Peter († 1553), Zdenko († 1558) und Wenzel († 1565) Schweißing von Zmrzlík starben ohne männliche Nachfolger.

Protiwa von Schweißing, ein Verwandter Peters, hingegen blieb dem alten Glauben treu und zählte 1427 zum Pilsener katholischen Adel. Sein Sohn Zdenko von Schweißing starb 1496.[1]

Besitztümer waren Worlik, Bresnitz, Schlüsselburg, Burg Kašperk.

Die Familie ist im Mannesstamm erloschen.

Wappen[Bearbeiten]

Stammwappen: Drei rote Balken in Silber.

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Bernau: „Deutschböhmens Adelshalle“, Orts- und Familienchroniken aus den Ländern der Böhmischen Krone, Band III, Universitätsbuchhandlung Prag, 1903,
  • Jan Halada, Lexikon české šlechty (Lexikon des tschechischen Adels), Praha, Akropolis, 1992, Kap. Zmrzlíkové ze Svojšína, S. 186-187, ISBN 80-901020-3-4
  • Aegidius Sexstetter, Prior zu Kladrau: "Beiträge zur Böhmisch- und Mährischen Brüderhistorie", Johann Mangoldt, Prag 1781
  • Tomáš Velímský: Pánize Svojšína. Rod velmožů, pánů a rytířů z povodí Mže. Praha 2013.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Friedrich Bernau: „Deutschböhmens Adelshalle“, Orts- und Familienchroniken aus den Ländern der Böhmischen Krone, Band III, Universitätsbuchhandlung Prag, 1903, S. 634