Znori

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Znori
წნორი
Staat: GeorgienGeorgien Georgien
Region: Kachetien
Koordinaten: 41° 37′ N, 45° 58′ O41.61666666666745.966666666667Koordinaten: 41° 37′ N, 45° 58′ O
 
Einwohner: 6.066 (2002)
 
Zeitzone: Georgian Time (UTC+4)
Znori (Georgien)
Znori
Znori

Znori (georgisch წნორი) ist eine kleine Stadt in der Region Kachetien im Osten Georgiens. Sie liegt im Alasani-Becken auf 360 Metern Höhe, vier Kilometer östlich der Stadt Sighnaghi. Znori hat nach der Volkszählung von 2002 6066 Einwohner.

Kurgane[Bearbeiten]

Bei archäologischen Grabungen wurden nahe dem Ort zwei Grabhügel (Kurgane) aus der Trialeti-Kultur entdeckt.[1] Ein Kurgan besitzt die außergewöhnlichen Maße von drei Hektar Grundfläche in einem Oval von 168 Metern Länge bei einer heutigen Höhe von über elf Metern. Die Aufschüttung besteht aus Erde, Lehm, Sand und Feldsteinen. Der äußere Rand bestand einst aus einer 30 Meter starken Steinschüttung, welche den Hügel vor Erosion schützen sollte. Die Grabkammer bildete eine drei Meter eingetiefte Grube, deren Fläche 166 Quadratmeter betrug. Sie war mit zwei Lagen Holzstämmen und einer Schicht Lehm überdeckt. Darunter befanden sich auf einer zwei Meter hohen, von senkrechten Holzpfosten getragenen Plattform in großer Zahl Keramik, Goldgegenstände, Pfeilspitzen aus Knochen, Feuerstein und Obsidian sowie Messer und andere Gebrauchsartikel aus Bronze. Die Beigaben in der Grabkammer waren bereits im Altertum ausgeraubt worden, daher konnte das Skelett der Hauptperson nicht eindeutig identifiziert werden. Es ließ sich feststellen, dass der Verstorbene auf einem Holzwagen hereingebracht und bestattet worden war. Die übrigen Skelette könnten zu einem Menschenopferritual gehört haben. Dieses fand im zentralen, als Kultstätte dienenden Raum statt, um den vermutlich ein Umgang herumführte.

Die Reste eines kleineren Kurgans erheben sich sieben Kilometer nordwestlich heute noch 2,5 Meter über die Umgebung. Dessen Durchmesser beträgt 80 × 90 Meter. Er war mit Erde aufgeschüttet und am Rand von einer zehn Meter dicken Steinschicht geschützt. Die Grabkammer in der Mitte maß 10 × 10 Meter bei 2,5 Metern Tiefe. Sie war ebenfalls mit einer Konstruktion aus Holzbalken und einer Lehmpackung abgedeckt. Die Deckenbalken ruhten, den Löchern im Boden nach zu urteilen, auf neun symmetrisch angeordneten Pfosten. Den gestampften Lehmboden bedeckten Bastmatten. Hier lagen eine Frau und ein Mann in Hockerstellung auf der rechten Seite begraben. Nur beim männlichen Skelett fand sich reichlich Gold- und Silberschmuck. Auch dieser Grabraum enthielt einen Holzkarren, auf dem über 40 Tongefäße platziert waren. Das bedeutendste Fundstück ist die 5,2 Zentimeter große Skulptur eines Löwen aus gegossenem Gold.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Melvin Ember, Peter N. Peregrine: Encyclopedia of Prehistory. Springer, 2001, S. 35, ISBN 0306462583
  2. Otar Lortkipanidse: Archäologie in Georgien. Von der Altsteinzeit zum Mittelalter. (Quellen und Forschungen zur prähistorischen und provinzialrömischen Archäologie) VCH, Acta humaniora, Weinheim 1991, S. 57f, ISBN 3-527-17531-8