Zoetrop

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nachbau eines viktorianischen Zoetrops

Das Zoetrop, auch Zootrop (im Volksmund auch Wundertrommel genannt) ist ein einfaches optisches Gerät, welches auf mechanischem Wege bewegte Bilder erzeugt. Es ist damit ein Vorläufer der Kinematographie.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Das Zoetrop besteht aus einer dunklen, oben offenen drehbaren Trommel, an deren Rand sich in regelmäßigen Abständen enge Schlitze befinden. An der Innenwand der Trommel liegt ein Papierstreifen mit gezeichneten Bewegungsphasen oder Fotografie-Reihen, mit ebenso vielen Bildern wie die Trommel Schlitze hat. Die Trommel wird in Drehung versetzt und der Betrachter blickt durch die vorbeiziehenden Schlitze auf den Papierstreifen. Wie beim Daumenkino wird der Stroboskopeffekt ausgenutzt, um die Illusion eines kontinuierlichen Bewegungsablaufes zu erzeugen. Diese beruht auf der Trägheit des menschlichen Sehens, wodurch die vom Auge in schneller Folge (mehr als 15 pro Sekunde) aufgenommenen Bilder nicht mehr einzeln aufgelöst und als kontinuierliche Bewegung wahrgenommen werden. Die Funktionsweise entspricht im Prinzip der des Filmprojektors.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Zoetrop wurde 1834 von William George Horner (1786–1837), einem englischen Mathematiker, unter dem Namen Daedaleum oder Daedatelum erfunden[1]. Der Name nimmt Bezug auf die festgehaltenen Bewegungsphasen, die der Baumeister und Bildhauer Daidalos in der griechischen Mythologie als Skulpturen geschaffen haben soll. In den 1860er Jahren fand die Erfindung – zuerst in den Vereinigten Staaten – unter dem Namen Zoetrop oder Wheel of life Verbreitung, darunter als viel benutztes Spielzeug. Es folgten Weiterentwicklungen wie das Praxinoskop.

Bis heute ist das Zoetrop vor allem als Kinderspielzeug bekannt, nicht zuletzt, weil es jedermann mit geringem Aufwand selbst herstellen kann. Doch auch in den historischen Sammlungen von Filmmuseen hat das Zoetrop seinen festen Platz, da es die grundlegende Funktionsweise des Films auf einfache Art darstellt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wörterbuch und Sammlung von Werner Nekes

Weblinks[Bearbeiten]

Ottomar Anschütz: Fliegender Kranich, 1890: Zoetrop-Streifen aus 8 Bildern im Otto-Lilienthal-Museum