Zoledronat

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Strukturformel
Allgemeines
Freiname Zoledronsäure
Andere Namen
  • [1-Hydroxy-2-(imidazol-1-yl) ethyliden]diphosphonsäure (IUPAC)
  • Acidum zoledronicum (Latein)
Summenformel
  • C5H10N2O7P2 (Zoledronsäure)
  • C5H8N2Na2O7P2·4H2O (Zoledronsäure·Dinatriumsalz·Tetrahydrat)
  • (C5H7N2Na2O7P2·H2O)5 (Zoledronsäure·Trinatriumsalz·Hydrat)
CAS-Nummer
  • 118072-93-8 (Zoledronsäure)
  • 165800-07-7 (Zoledronsäure·Dinatriumsalz·Tetrahydrat)
  • 165800-08-8 (Zoledronsäure·Trinatriumsalz·Hydrat)
PubChem 68740
ATC-Code

M05BA08

DrugBank DB00399
Kurzbeschreibung weißes kristallines Pulver [1]
Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Bisphosphonate

Fertigpräparate
  • Zometa® (EU, CH)
  • Aclasta® (A, D, EU)
  • Reclast® (USA)
Verschreibungspflichtig: Ja
Eigenschaften
Molare Masse
  • 272,09 g·mol−1 (Zoledronsäure)
  • 388,11 g·mol−1 (Zoledronsäure·Dinatriumsalz·Tetrahydrat)
  • 1726,21 g·mol−1 (Zoledronsäure·Trinatriumsalz·Hydrat)
Schmelzpunkt

239 °C (Zoledronsäure) [2]

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung
R- und S-Sätze R: ?
S: ?
Bitte beachten Sie die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Zoledronat (INN Zoledronsäure) gehört zu den Arzneistoffen, welche die Knochen schützen (so genannte Bisphosphonate). Es handelt sich hierbei um ein Pyrophosphat-Analogon, das von der Struktur her der Pamidronsäure ähnelt. Seit Anfang 2001 wird der Arzneistoff durch Novartis unter dem Handelsnamen Aclasta® vermarktet und seit 2005 zur Behandlung des Osteodystrophia deformans eingesetzt. Seit Oktober 2007 gibt es eine europäische Zulassung zur Behandlung der Osteoporose.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Wirkung

Zoledronsäure wird im Gegensatz zu anderen Bisphosphonaten einmal jährlich intravenös - und nicht wie sonst üblich in Form von wöchentlicher Tabletteneinnahme - verabreicht. Durch Zoledronsäure wird der Knochenabbau vermindert, indem die Osteoklasten gehemmt werden. Die Osteoklasten sind für die Resorption der Knochensubstanz verantwortlich. Über diesen Mechanismus können gutartige metabolische Knochenerkrankungen behandelt werden.

Aclasta® wird gegen Osteoporose und Osteodystrophia deformans eingesetzt. Die Osteodystrophia deformans ist nach Osteoporose die zweithäufigste Erkrankung des Knochenstoffwechsels. Sie äußert sich durch die Verdickung und Deformierung von Knochen und eine verminderte Bruchfestigkeit. Die Ursache ist nicht abschließend geklärt - man nimmt virale Infektionen oder genetische Faktoren an. In der im Mai 2007 im New England Journal of Medicine veröffentlichten HORIZON-RFT Studie mit 7765 Patientinnen mit postmenopausaler Osteoporose konnte über drei Jahre unter Zoledronsäure 5 mg das Risiko für Wirbelkörperfrakturen im Vergleich mit Placebo um 70 % und das Risiko für Hüftfrakturen um 41 % reduziert werden. Eine Durchstechflasche Aclasta® enthält 5 Milligramm Wirkstoff, in 100 ml Wasser für Injektionszwecke. Die Applikation erfolgt einmal jährlich als Infusion.[3]

[Bearbeiten] Erweiterte Indikation

Die Europäische Kommission hat auf der Basis der wissenschaftlichen Beurteilung der EMEA für Zoledronat eine erweiterte Zulassung für die EU, Island und Norwegen erteilt. Neu können auch Männer, welche aufgrund einer Osteoporose ein erhöhtes Frakturrisiko aufweisen, mit Zoledronat behandelt werden. Die Zulassungserweiterung umfasst auch die Reduktion von Frakturen bei Männern und postmenopausalen Frauen, welche kürzlich eine osteoporosebedingte Hüftfraktur erlitten haben. Letztgenannte Indikationserweiterung stützt sich auf eine klinische Studie mit 2100 PatientInnen. Gemäß diesen Studiendaten kann das Risiko für eine erneute Fraktur um 35 % gesenkt werden.[4][5]

[Bearbeiten] Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen von Zoledronat oder Zoledronsäure sind vergleichbar mit denen anderer i.v. Bisphosphonate. Sie treten in der Regel innerhalt der ersten Tage nach der Einnahme auf und klingen innerhalb weniger Tage wieder ab. Als häufigste Nebenwirkungen sind grippeähnliche Symptome zu beobachten. Außerdem kann es in Einzelfällen zu Fieber, Knochen- und Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Magen-Darm-Beschwerden kommen. Laut der sogenannten HORIZON-Studie trat bei Behandlung mit Zoledronsäure bei nicht wenigen Patientinnen (1,3 %) auch Vorhofflimmern auf, das bisher bei Bisphosphonaten nicht beobachtet worden war.[6]. Das Vorhofflimmern lag unter der für diese Altersgruppe zu erwartenden Rate und wurde in anderen Studien mit Zoledronsäure nicht beobachtet.


Seit 2003 wird das Auftreten von Kiefernekrosen nach Zahnextraktion in Verbindung mit der Gabe von Animobisphosphonaten beschrieben. Kiefernekrosen treten fast ausschließlich in Verbindung mit der Gabe von Zoledronsäure auf. In Bereich einer westdeutschen Großstadt mit 250000 Einwohnern und einen Einzugsgebiet von 1 Million wurden insgesamt 169 Patienten dreier onkologischer Schwerpunktpraxen sowie den beteiligten Fachklinika einer Universitätsklinik untersucht. (...) Insgesamt konnten bei 15 Patienten (9 %) bisphosphonatassoziierte Kiefernekrosen gefunden werden. Das am häufigsten verwendete Aminobisphosphonat war Zoledronsäure. 47 Prozent der Patienten erhielten dies isoliert, bei weiteren 20 Prozent war Zoledronsäure im Wechsel mit anderen Bisphosphonaten gegeben worden. 13 Prozent hatten Aredia, 20 Prozent Bondronat erhalten. Kiefernekrosen entstanden zu je 50 % nach Zahnextraktion oder spontan. Meist war der Unterkiefer betroffen, in 20 % Ober- und Unterkiefer. (Gerhards F., Rana M., Maciejewski O., Smeets R.: Prospektive Kohortenstudie zu möglichen Kofaktoren der bisphosphonatassoziierten Kiefernekrosen; 59. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Kieferchirurgie , Wiesbaden, 21.-23. Mai 2009)


[Bearbeiten] Studien


[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. FDA - Full prescribing information for Zometa® (PDF)
  2. The Merck Index. An Encyclopaedia of Chemicals, Drugs and Biologicals. 14. Auflage, 2006, S. 1753−1754, ISBN 978-0-911910-00-1.
  3. Black et al.. Once-Yearly Zoledronic Acid for Treatment of Postmenopausal Osteoporosis. NEJM 2007;356;18;1809-1822. Abstract
  4. Once-yearly Aclasta® approved in EU to treat osteoporosis in men and to reduce risk of new fractures following hip fracture both in men and postmenopausal women Novartis Pressemitteilung vom 30. September 2008 (PDF)
  5. Lyles KW et al.:Zoledronic acid and clinical fractures and mortality after hip fracture. N Engl J Med. 2007 Nov 1;357(18):1799-809. Epub 2007 Sep 17. Volltext (HTML)Volltext (PDF) PMID 17878149
  6. Ergebnis der randomisierten HORIZON-Studie veröffentlicht im New England Journal of Medicine (NEJM 2007; 356:1809-1822), hier zitiert nach: Deutsches Ärzteblatt, 3. Mai 2007 [1]

[Bearbeiten] Weblinks

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