Zoo Leipzig

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Zoologischer Garten Leipzig
Zoo Leipzig.svg
Vollständiger Name Zoologischer Garten Leipzig
Motto Der Natur auf der Spur
Ort Pfaffendorfer Straße 29
04105 Leipzig
Fläche 26,0 Hektar
Eröffnung 9. Juni 1878
Tierarten 888 Arten
(Stand: 1. Jan. 2013)
Individuen ca. 10.200 Tiere
(inkl. Aquarium,
Stand: 1. Jan. 2013)
Besucherzahlen 1.842.000 (2013)
Organisation
Leitung Jörg Junhold (Geschäftsführer und zoologischer Leiter)
Trägerschaft Zoo Leipzig GmbH
Förderorganisationen Der Freundes- und Förderkreis des Zoologischen Gartens Leipzig e. V.
Mitglied bei EAZA, WAZA
Eingang Zoo Leipzig.jpg

Der Eingang zum Zoo

www.zoo-leipzig.de
Zoo Leipzig (Sachsen)
Zoo Leipzig
51.34888888888912.369166666667Koordinaten: 51° 20′ 56″ N, 12° 22′ 9″ O

Der Zoo Leipzig ist ein 26 Hektar (davon 2,1 Hektar Wasserfläche) großer parkartig gestalteter Zoologischer Garten am Rosental nordwestlich der Leipziger Innenstadt. Er zählt zu den artenreichsten Zoos in Europa. Seit 2000 wird der Zoo großflächig unter dem Projektnamen Zoo der Zukunft umgebaut und erweitert. Bis 2020 soll ein Umbau in einzelnen Themenbereichen erfolgen.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Gründungszeit unter Ernst Pinkert[Bearbeiten]

Ernst Pinkert (um 1906)
Der Zoologische Garten in den 1880er-Jahren

Der Leipziger Zoo wurde am 9. Juni 1878 durch den Leipziger Gastwirt Ernst Pinkert (1844–1909) als privater zoologischer Garten auf dem Ratsgut Pfaffendorf gegründet (als 23. Tiergarten in Europa).

Pinkert war seit 1873 Inhaber der Restauration Zum Pfaffendorfer Hof und stellte hier schon seit 1876 mit seinem Partner, dem Hamburger Tierhändler Carl Hagenbeck, als publikumslockende Attraktion exotische Tiere aus. In dieses Jahr fiel auch der Baubeginn des Alten Raubtierhauses. Im noch jungen Leipziger Zoo wurde erstmals in Deutschland ein Borneo-Orang-Utan, Anton, der Öffentlichkeit gezeigt. 1883 wurde das Zooareal auf drei Hektar erweitert.

Von der Gründungszeit des Zoos bis 1931 wurden auf dem Gelände des Leipziger Zoologischen Gartens etwa 40 Völkerschauen veranstaltet. Zwischen dem Raubtierhaus und dem Robbenbecken richtete Pinkert eine „Völkerwiese“ ein. Später ließ er daneben eine mit Urwaldkulisse ausgestattete „Völkerbühne“ aufbauen. Die Ausstellung von Menschen fremder Völker, darunter Kalmücken, Kirgisen und Suaheli, wurde zum festen Bestandteil des Zoobetriebs.[2] 1894 entwickelte Pinkert die Schau „Lebende Bilder“. Dabei stellte eine Gruppe Suaheli bekannte Gemälde nach, unter anderem die „Mohrenwäsche“ von Carl Joseph Begas.[3] 1897 stellte der Leipziger Zoo nackte Samoanerinnen aus, von denen sich auch der damals 14-jährige Joachim Ringelnatz beeindruckt zeigte.[4]

Am 1. Januar 1899 wurde das Privatunternehmen in die Aktiengesellschaft Zoologischer Garten zu Leipzig umgewandelt. Durch die neuen Gelder konnten 1900/01 das Neue Raubtierhaus, das Affenhaus und das Verwaltungsgebäude errichtet werden.

Am 28. April 1909 starb Ernst Pinkert. Sein Nachfolger wurde der Westfale Johannes Gebbing, der auch gleich mit dem Bau des Aquariums (1910) und dem Anbau des Terrariums (1913) neue Arten in den Leipziger Zoo brachte.

Entwicklung im 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Der Erste Weltkrieg brachte den Zoo in Bedrängnis. Viele Mitarbeiter, so auch Zoodirektor Johannes Gebbing, zogen in den Krieg. Fleisch, Getreide und Brot wurden rationiert, und eine große Anzahl von Tieren starb an Mangelernährung. Die Folge waren viele verwaiste Gehege und dramatisch zurückgehende Besucherzahlen, fast alle Bereiche waren vom Mangel gezeichnet. In den letzten beiden Kriegsjahren wurden das Restaurant zur Kaserne und der Konzertgarten zum Exerzierplatz und an vielen Gebäuden schritt der Verfall fort. So war die Aktiengesellschaft im November 1918 mit 770.000 Mark verschuldet. Am 1. Januar 1920 wurde der Zoologische Garten dem Grundstücksamt der Stadt Leipzig unterstellt, um zumindest das Nötigste schnell wieder instand zu setzen.[5]

Als neue Einnahmequelle erwies sich die Verleihung von Tieren an Filmproduktionen, in denen selbst der Direktor des Zoos mitspielte, damit die Tiere eine Vertrauensperson hatten. Zwischen 1920 und 1935 wurde das Gelände auf 12,5 Hektar erweitert. Der nach seiner Tätigkeit als Leipziger Stadtbaurat ab 1924 ehrenamtlich für den Zoo tätige Architekt Carl James Bühring ergänzte das Wegesystem um zwei große Achsen und errichtete in der für ihn typischen Klinkerbauweise zahlreiche noch heute für den Leipziger Zoo typische Bauten.[6] Unter anderem entstanden das Dickhäuterhaus (1926) und die Bärenburg (1929). Es folgten 1934 die Rhesus- und Paviananlage mit der Pinguinanlage auf der Rückseite. Seit 1935 existiert der Tierkindergarten.

Am 20. Mai 1926 wurde das von Hubert Ritter erbaute Planetarium eröffnet; das auf dem Gelände des Zoo gelegene, aber von außen zugängliche Gebäude an der Ecke Pfaffendorfer Straße/Kickerlingsberg wurde nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg nicht wieder aufgebaut.

Der kriegsbedingt geschlossene Zoologische Garten wurde bereits am 6. Mai 1945 wieder eröffnet und das Gelände schon 1947 auf 16 Hektar vergrößert.

Im Jahr 1973 wurde dem Leipziger Zoologischen Garten die Führung des Internationalen Tigerzuchtbuchs übertragen, das seit 1976 jährlich veröffentlicht wird und zu den umfangreichsten für eine bedrohte Tierart zählt. Mit 342 Geburten von Amurtigern in 50 Jahren ist der Leipziger Zoo der erfolgreichste Züchter.

Im Jahr 1976 wurde das aus drei großen Freianlagen für Rinder, Kamelartige und südamerikanische Tiere bestehende Zooschaufenster fertiggestellt, das als breites Grabensystem eine mauerlose Abgrenzung und gleichzeitig nahtlose landschaftliche Einbindung in das benachbarte Rosental bildet. Der Zoo umfasste nun 22,5 Hektar.

Am 23. Juni 1982 wurde das Menschenaffenhaus eröffnet, das im Rahmen der Bauarbeiten für das Pongoland 1999 abgerissen wurde. Im Jahr 1986 wurde vom Zoo das Internationale Zuchtbuch für die Anoas eingerichtet, das seitdem auch von wissenschaftlichen Mitarbeitern des Zoos geführt wird.

1991 erhielt der Zoo den Status eines städtischen Regiebetriebs. Seit dem 1. Januar 1995 war er Eigenbetrieb im Dezernat Kultur der Stadt Leipzig, im Jahr 2000 wurde er in eine GmbH umgewandelt, deren Gesellschafter zu 100 % die Stadt Leipzig ist.

„Zoo der Zukunft“ seit 2000[Bearbeiten]

1998 nahm ein Planungsteam des Zoos die Arbeiten zu einem neuen Gesamtkonzept für den Zoo auf, die am 14. Juni 2000 zu einem einstimmigen Stadtratsbeschluss für das Konzept „Zoo der Zukunft“ führten. Dieses Konzept sieht vor, den Zoo innerhalb von 15 Jahren in einen Naturerlebnispark mit sechs Themenbereichen (Afrika, Asien, Südamerika, Gründer-Garten, Pongoland, Gondwanaland) umzugestalten. Seine Umsetzung begann mit der Gründung der Zoo Leipzig GmbH am 1. August 2000.[7]

Seit 2001 gab es in diesem Zusammenhang mehrere Neueröffnungen von Anlagen.

  • Die Löwensavanne Makasi Simba wurde am 8. Februar und die Menschenaffenanlage Pongoland am 2. April 2001, unter Beisein des Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, die den Hauptanteil der Finanzierung des Großprojektes getragen hatte, der Öffentlichkeit übergeben. Im Herbst wurde die neue Erdmännchen-Anlage gegenüber den Rosental-Freianlagen eröffnet.
  • Das Neue Raubtierhaus von 1902, Heimstätte der weltberühmten Leipziger Löwenzucht, aus der über 2300 Löwen hervorgingen, wurde 2002, einhundert Jahre nach seiner Eröffnung, als Entdeckerhaus Arche wiedereröffnet. Außerdem wurde im Jahre 2002 die Lippenbärenschlucht auf dem Gelände der ehemaligen Gibboninsel im Staudengarten eingeweiht.
  • Die Doku-Soap Elefant, Tiger & Co. ging erstmals am 1. April 2003 auf Sendung. Sie erzählt die kleinen und großen Geschichten des Zoos abseits der Zuschauerwege.
  • 2003 zogen die Amurtiger von der alten „Tigerfarm“ in ihre neu eröffnete Anlage, die Tiger-Taiga, am Großen Hirschhaus ein.
  • Das 125-jährige Jubiläum des Zoos 2003 wurde mit vielen Veranstaltungen gefeiert.
  • Am 2. April 2004 erfolgte die Eröffnung der Kiwara-Savanne mit angeschlossener Tüpfelhyänen-Anlage auf dem Gelände der ehemaligen Rosental-Freianlagen aus den 1970er-Jahren.
  • 2005 wurden die Flugkäfige entlang der Zooachse renoviert. Der kleine Flugkäfig wurde als Asiatische Freiflugvoliere ausgebaut und denkmalgerecht saniert. Nach kurzer Bauzeit entstand im Auwald die Okapianlage, die 2008 um eine zweite Anlage erweitert wurde.
  • 2007 begann die zweite Bauphase auf dem Weg zum „Zoo der Zukunft“. Sie umfasst die Errichtung der Riesentropenhalle Gondwanaland, die am 1. Juli 2011 eröffnet wurde.

2012 wurde ein überarbeiteter Masterplan mit einem Investitionsvolumen von 56,5 Mio. Euro veröffentlicht, der den Umbau des Zoos bis 2020 regelt.[8] Er sieht in fünf Stufen unter anderem folgende Projekte vor:

  • Umbau der Bärenburg zum Spielplatz mit Cafe; neue Nashornanlage als Teil der Kiwara-Savanne für die Ostafrikanischen Spitzmaulnashörner und Mantelpaviane; Umnutzung des Tieraffenhauses für bedrohte Vögel und Kleintiere; Brunnenbau auf dem Aquariumsvorplatz (2013–2015).
  • Begehbare Pinguinanlage und Robbenanlage mit Wellenanlage, Unterwassertunnel mit 360°-Sicht (2016–2018).

Artenschutz und Erhaltungszucht[Bearbeiten]

Der Leipziger Zoo beteiligt sich seit Jahrzehnten aktiv an der Erhaltungszucht gefährdeter Spezies. Als ein Aspekt dieser Arbeit werden im Zoo drei Internationale (ISB) und zwei Europäische Zuchtbücher (ESB) geführt sowie sechs Europäische Erhaltungszuchtprogramme (EEP) koordiniert.

Seit 1973 bearbeitet und führt Peter Müller (Zoodirektor i. R.) das Internationale Tigerzuchtbuch, welches eines der ältesten Zuchtbücher und mit über 9.000 registrierten Individuen das umfangreichste überhaupt ist. Es werden die Bestände aller sechs überlebenden Unterarten (Amur-, Sumatra-, Bengal-, Südchinesische, Hinterindische und Malayische Tiger) als Grundlage für regionale Zuchtprogramme erfasst. Seit 1976 wird das Zuchtbuch jährlich publiziert.

1986 wurde das Internationale Zuchtbuch für den Flachland-Anoa eingerichtet und von Beginn an von Seniorkurator Gerd Nötzold geführt, der gleichzeitig auch das Europäische Erhaltungszuchtprogramm für diese kleinste Wildrindart koordiniert.

Im Jahr 2004 übernahm Kurator Fabian Schmidt die Führung des Europäischen Zuchtbuches (ESB) für Stumpfkrokodile – ein Tribut an regelmäßige Nachzuchterfolge dieser gefährdeten Krokodilart aus den Wäldern Westafrikas. Herrn Schmidt wurde 2013 auch die Verantwortung für die Koordination des Zuchtprogrammes (EEP) für die Eulenkopfmeerkatze übertragen.

Seit 2009 ist Kurator Ruben Holland mit der Führung des Internationalen Zuchtbuches für den Mähnenwolf und der Koordination der Europäischen Erhaltungszuchtprogramme für den Mähnenwolf und den Weißnackenkranich betraut.

Im Jahr 2011 übertrug die European Association of Zoos and Aquaria die Koordination des EEP für den Indischen Lippenbären an die Zootierärztin und Kuratorin Sandra Langguth, die in ihrer Dissertation den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gehegegestaltung und den bei Lippenbären häufig beobachteten bösartigen Erkrankungen der Gallenwege nachwies.[9] Außerdem stellt die Übertragung des EEP eine Anerkennung der inzwischen 50 Jahre bestehenden erfolgreichen Zucht des Indischen Lippenbären im Zoo Leipzig dar.

Momentan befinden sich Zuchtprogramme für Afrikanische Löwen und Sumatra-Nashörner im Aufbau.

Der Leipziger Zoo ist seit fast 20 Jahren intensiv in In-situ-Artenschutz- und Auswilderungsprogrammen engagiert. Der Aufbau eines Programms für den Lippenbären in Indien ist in Planung.

Seit 1993 leistet der Zoo maßgebliche Aufbau- und Unterstützungsarbeit im von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt betriebenen Endangered Primate Rescue Center (EPRC) im Cuc-Phuong-Nationalpark in Vietnam. Regelmäßig für längere Zeit vom Zoo abgestellte Tierpfleger bilden einheimische Kollegen aus und sorgen für die bauliche Erweiterung und Instandhaltung des Zentrums. Die jährliche finanzielle Unterstützung in Höhe von etwa 10.000 Euro ermöglichte unter anderem die Einrichtung mehrerer Ranger-Stationen zum permanenten Schutz der einmaligen Fauna.

Im Rahmen der Errichtung der Menschenaffenanlage „Pongoland“ trat der Zoo Leipzig der Wild Chimpanzee Foundation (WCF) – einer Stiftung zum Schutz wildlebender Schimpansen – bei. Ein jährlicher finanzieller Betrag ermöglicht die Erforschung und den Schutz westafrikanischer Schimpansen im Nationalpark Taï in der südwestlichen Elfenbeinküste. Diese In-situ-Schutzmaßnahmen stellen eine Ergänzung zur Verhaltensforschung dar, die das Wolfgang-Köhler-Primaten-Forschungszentrum betreibt.

Der Europäische Zoo-Dachverband European Association of Zoos and Aquaria initiiert jährlich Kampagnen zum Schutz bedrohter Tierarten und Habitate. Um die Zoobesucher auf diese Kampagnen aufmerksam zu machen, sie über den Schutz gefährdeter Spezies zu informieren, zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen zu sensibilisieren und Spenden für die Projekte zu sammeln, wurden große Informationstafeln über den Zoo verteilt und ein Artenschutz-Container gegenüber der Nashornanlage aufgestellt. In den vergangenen zehn Jahren konnten mehrere hunderttausend Euro an Spenden aufgebracht und der Stiftung für diverse Projekte (Bushmeat-Kampagne 2001, Tigerkampagne „21st Century Tiger“ 2003/2004, Nashornkampagne „Save the Rhinos“ 2006/2007, Amphibienkampagne „Jahr des Frosches 2008/2009“ und Kampagne zur biologischen Vielfalt 2010/2011) übergeben werden.

Seit 2005 unterstützt der Zoo ein weiteres Projekt, welches sich der Erforschung, dem nachhaltigen Schutz und der Zucht des hochgradig gefährdeten Darwin-Nasenfrosches (Rhinoderma darwinii) widmet. Diese Art ist in Südamerika auf der Westseite der Anden in einem gemäßigten feucht-kalten Klima verbreitet. Im Zusammenhang mit der Amphibienkampagne „Jahr des Frosches 2008/2009“ hat der Zoo zusammen mit der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz, der Fachzeitschrift „Reptilia“ und der Universität in Concepcion (Chile) auf deren Gelände eine Zucht- und Forschungsstation errichtet. Hier werden die Nasenfrösche gehalten und sollen gezüchtet werden, von hier aus wird weitere Forschung betrieben. Die ersten Ergebnisse geben Grund zur Hoffnung. Bis Anfang 2010 wurden bereits über 30 Nasenfrösche gezüchtet. Daher sollen jetzt Kontakte zu anderen Projekten aufgenommen werden, um weitere Halter für die Zucht zu gewinnen und das Projekt auf eine breite Basis zu stellen.

Schon vor der Eröffnung der Tropenhalle Gondwanaland hat der Zoo begonnen, ein Artenschutzprojekt zu suchen, das inhaltlich mit der Tropenwelt verbunden werden kann und dort präsentiert werden wird. Die Wahl fiel auf eine Zuchtstation auf der Insel Borneo. Diese Station engagiert sich für den Erhalt des Sabah-Nashornes, einer Unterart des Sumatranashorns, die nur noch im Bundesstaat Sabah (Malaysia) vorkommt. Auf zwei Schutzgebiete verteilt leben nur noch etwa 30 bis 50 Tiere. Die Regierung des Staates hat den Schutz des Tieres als wichtige Aufgabe erkannt und neben dem Tabin Wildlife Reserve, wo es die Nashörner noch gibt, eine Zucht- und Forschungsstation aufgebaut. In Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin (IZW) wird sich der Zoo für eine Verbesserung der Haltungsbedingungen engagieren und aufbauend auf die große Erfahrung des IZW möglichst ideale Voraussetzungen für eine Zucht dieser akut vom Aussterben bedrohten Unterart schaffen. Der Zoo wird der Region auch beim Aufbau eines schonenden Tourismus mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Die Präsentation wilder Tiere und deren Zucht, um dem Besucher die Vielfalt tierischem Lebens auf unserem Planeten nahezubringen und stabile Reservepopulationen in Gefangenschaft aufzubauen, zählen zu den grundlegenden Aufgaben jedes Zoos. Eine erfolgreiche Zucht und gute Koordination ermöglichten die weite Verbreitung zahlreicher Wildtierspezies in der europäischen Zoolandschaft. In der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die realistische Möglichkeit ins Auge gefasst, in Zoos geborene Tiere in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet wieder auszuwildern und damit schwächelnde Populationen aufzustocken bzw. bereits erloschene Populationen wieder zu beleben. In Nordafrika, Vorderasien, Osteuropa, Mitteleuropa und Zentralasien wurden Modellprojekte initiiert.

Der Zoo Leipzig engagiert sich seit Anfang der 1980er-Jahre für die Auswilderung im Zoo geborener beziehungsweise geschlüpfter Tiere. So wurden bis Anfang der 1990er-Jahre mehrere Europäische Wildkatzen für die Auswilderung im Nationalpark Bayerischer Wald bereitgestellt sowie Europäische Uhus und Weißstörche aus der Zucht des Zoos ausgewildert. Mehrere Säbelantilopenkühe aus Leipziger Zucht leben seit Mitte der 1990er-Jahre in geschützten Reservaten in Marokko und Tunesien, diverse Przewalski-Urwildpferdhengste im ungarischen Hortobagy-Nationalpark. Seit 1992 übergibt der Zoo seine jährlich erbrüteten Steinkäuze der Ökostation Borna bei Leipzig, die ein Wiederansiedlungsprojekt im Harz-Vorland betreut. In Kooperation mit der Universität Leipzig befindet sich seit wenigen Jahren ein Auswilderungsprogramm für Stumpfkrokodile in Afrika in Planung.

Anlagen und Gebäude[Bearbeiten]

Mit Realisierung des Konzeptes „Zoo der Zukunft“ wurde der Zoo nach einem Plan des Architekten Peter Rasbach in die folgenden sechs Themenwelten aufgeteilt:[10]

Afrika[Bearbeiten]

Zoo-Logo Afrika

Löwensavanne „Makasi Simba“[Bearbeiten]

Angola-Löwe Matadi
Die Savanne mit dem Angola-Löwen „Matadi“ und der Löwin „Luena“

(Eröffnung 2001)

Makasi Simba (Simba = swahili für ‚Löwe‘) nimmt eine Fläche von etwa 1400 Quadratmetern ein, wobei den Tieren im Außenbereich 825 m² zur Verfügung stehen. Die durch Spenden finanzierte Löwensavanne wurde 2001 eröffnet.

Zurzeit leben zwei Angola-Löwen im Gehege: Der Kater Matadi-Arthur (* 28. September 2001 im Zoo Lissabon) und die Katze Luena (* 1998 in Portugal). Im Außenbereich befinden sich für die Raubkatzen beheizbare Liegeflächen. Durch eine Besucherhöhle, in der den Besucher auch Schwarze Nil-Stachelmäuse in einer Vitrine erwarten, können die Tiere im Innenbereich beobachtet werden. Das Haus verfügt über fünf Innenanlagen mit insgesamt 163 m² Fläche, wovon eine Anlage für den Besucher einsehbar ist. Da Luena ihre Jungtiere mehrfach nicht annahm bzw. nach kurzer Zeit erneut rollig wurde und diese verstieß und Matadi an einem genetisch bedingten Augenfehler, einer Katarakt, leidet, wird Nachwuchs dieser beiden Löwen dauerhaft unterbunden. Nach Jahren der hormonellen Verhütung wurde die Katze 2011 kastriert.

In direkter Nachbarschaft der Löwensavanne entstand 2009 aus Spenden ein Warmhaus für Afrikanische Wildhunde, welches bis zum Einzug der Wildhunde (2018–2020) den Tieren der benachbarten Australienanlage als Quartier dient. Dem Besucher wird zukünftig von der Besucherhöhle der Löwenanlage auch Einblick in eine Innenanlage dieser stark gefährdeten Wildhundart gewährt.

Kiwara-Savanne[Bearbeiten]

(Eröffnung 2004)

Die Kiwara-Savanne (Kiwara = swahili für ‚Savanne‘) wurde einer afrikanischen Savannenlandschaft nachempfunden. Die im April 2004 eröffnete Anlage bildet den größten Teil des Afrika-Areals im Leipziger Zoo. Hier sind zu beobachten:

Im Jahr 2009 wurde der Tierbestand um Östliche Weißbartgnus aus dem Burgers’ Zoo in Arnheim erweitert. Da es zwischen den Gnus und den übrigen Savannenbewohnern zunehmend zu ernsthaften Auseinandersetzungen kam, wurde die Haltung Anfang März 2011 durch die Abgabe der Tiere wieder aufgegeben. Als Ersatz für die Weißbartgnus trafen im Sommer 2012 Weißnacken-Moorantilopen ein.

Panoramablick auf die Kiwara-Savanne

Die Tiere werden am sogenannten Zoo-Schaufenster präsentiert und sind somit auch vom Gelände außerhalb des Zoos zu sehen.

Im Huftierhaus werden in Kleinsäugeranlagen außerdem gehalten:

Eine Anlage für Tüpfelhyänen schließt sich, durch einen Trockengraben getrennt, direkt an die Savanne an. Auf die Anlage zogen im Frühjahr 2004 das Zuchtpaar Lubanga (* 1999 in Amersfoort, Niederlande) und Kitano (* 1999 in Tansania) ein. Die Geschlechtsbestimmung bei Tüpfelhyänen bereitet nach wie vor gewisse Probleme. So reiste kurioserweise Lubanga 2004 aus Amersfoort als Männchen Lubango an, Kitano kam als Kitana aus dem Ruhr-Zoo Gelsenkirchen nach Leipzig. Als Lubango 2004 weibliche Zwillinge zur Welt brachte, klärte sich die Situation zur allgemeinen Freude der Zoologen und Pfleger auf. Seit ihrem Einzug wurden in einem Einlings-, sechs Zwillings- und zwei Drillingswürfen 19 Jungtiere geboren, von denen 15 gesund heranwuchsen. Ihren achten und letzten Wurf brachte Lubanga am 20. Mai 2011 zur Welt. Im März 2014 verstarb Lubanga im Alter von 15 Jahren. Im Sommer 2013 begründete Lubangas jüngste Tochter Dara eine neue Zuchtgeneration, sie brachte zwei Jungtiere zur Welt, die erfolgreich aufgezogen wurden. Nachzuchten des Leipziger Paares leben inzwischen im Zoo von Bussolengo-Verona in Italien, im Safaripark Peaugres in Frankreich, im Bioparc Valencia in Spanien, im Zoo von Szeged in Ungarn, in der ZOOM-Erlebniswelt Gelsenkirchen, im Jylland Park-Zoo in Dänemark und im Zoo von Osnabrück.

Dem im Juni 2012 veröffentlichten Masterplan zufolge wird die Savanne 2013 bis 2015 um Anlagen für Ostafrikanische Spitzmaulnashörner und Mantelpaviane erweitert.

Okapi-Wald[Bearbeiten]

Okapi im Okapi-Wald

(Eröffnung 2005)

Das Okapigehege wurde 2005 neben der Kiwara-Savanne im Auwald in kürzester Zeit errichtet, da der Zoo überraschend die Option auf die Haltung eines Okapibullens von der Zuchtbuchführerin in Antwerpen erhielt. Zunächst war der Umzug eines Okapi-Bullen aus der Wilhelma Stuttgart nach Leipzig geplant. Im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm wurde später die Planung derart geändert, dass der bereits 18-jährige Okapibulle Dibaya im Oktober 2005 aus dem Wuppertaler Zoo nach Leipzig kam. Dibaya, der aus seinen früheren Haltungen mit stark gestörten Fraßgewohnheiten nach Leipzig kam, verstarb leider im Dezember 2006 nach einer Hufbehandlung.

Seit März 2007 lebt der ursprünglich aus dem Tiergarten Blijdorp in Rotterdam stammende Okapi-Bulle Kimdu im Gehege. Da das Warmhaus jedoch auf die Unterbringung von zwei Paaren mit Nachwuchs ausgelegt ist, wurde der Komplex Anfang 2008 um eine zweite Außenanlage im Auwald erweitert, die den Tieren ein Leben in einem naturbelassenen Waldstück mit Büschen, hohem Gras und Schatten ermöglicht. Im Mai 2009 erhielt der Zoo aus der Wilhelma in Stuttgart einen Bullen des Jahrgangs 2007, Steve. Steve trat im Januar 2011 die Reise in den Berliner Zoo an, um dort mit einer jungen Kuh zu züchten. Im April 2011 traf aus der Wilhelma in Stuttgart die zweijährige Kuh Zawadi als zukünftige Partnerin für Bulle Kimdu ein.

Seit 2006 leistet ein Paar Rotducker, eine kleine Antilopenart, den Waldgiraffen im 2005 errichteten Gehege Gesellschaft. Diese Art wurde im Oktober 2007 erstmals im Zoo nachgezogen. Seitdem züchtet das Paar – ein Weibchen aus dem Tiergarten Nürnberg und ein Männchen aus der Zucht des Berliner Zoos – regelmäßig.

Weitere Anlagen[Bearbeiten]

Anlage der Brillenpinguine

Asien[Bearbeiten]

Zoo-Logo Asien

Lippenbärenschlucht[Bearbeiten]

(Eröffnung 2002)

Linke Außenanlage
Rechte Außenanlage

Erbaut wurde die Lippenbärenschlucht 2001/2002 am Ort der alten Gibbonanlage. Die Eröffnung fand am 1. Mai 2002 statt. Die Bauzeit betrug zehn Monate. Zu finden ist die Schlucht direkt in der Nähe des Zoo-Eingangs in unmittelbarer Nachbarschaft zum Aquarium. Neben den Lippenbären befinden sich auch Rhesusaffen auf einer der drei Außenanlagen. Die Gehege sind weitläufig und naturnah gestaltet. Beobachtungsmöglichkeiten bestehen über Wassergräben, Felsspalten und in einer Höhle, in der über einen Monitor stets eine Aufzeichnung aus der Mutterstube zu sehen ist. Die Rhesusaffen sind gelegentlich auch außerhalb des Geheges zu beobachten, da sie trotz vielfacher Maßnahmen immer wieder Möglichkeiten finden, aus der Anlage auszubrechen.

Der Leipziger Zoo hält seit 1960 ununterbrochen Indische Lippenbären. Im Jahre 1963 gelang dem Zoo die europäische Erstzucht dieser Art und mittlerweile ist der Leipziger Zoo der erfolgreichste Züchter dieser gefährdeten Großbärenart außerhalb des indischen Subkontinents. Außerhalb des Leipziger Zoos gelangen in den letzten Jahren nur dem Zoologischen Garten Berlin vereinzelte Nachzuchten. Leipziger Nachzuchten leben in den Zoos von Singapur, Berlin, Rheine, Chemnitz, Hilvarenbeek (Niederlande) und Nikolaew (Ukraine).

Die Lippenbärenschlucht – bestehend aus einem Warmhaus, welches für die Haltung von bis zu zehn Bären ausgelegt ist (143 m² Käfigfläche) und drei Freianlagen (insgesamt 1275 m² nutzbare Fläche), von denen zwei für den Besucher einsehbar sind – wird derzeit von sechs Lippenbären bewohnt. Im Januar 2012 stellte sich zuletzt Nachwuchs ein – Bärin „Ludmilla“, 1991 in Indien zur Welt gekommen und seit 1997 in Leipzig, gebar zwei Nachkommen, von denen ein weibliches Jungtier überlebte.

Im Mai 2013 importierte der Zoo zwei männliche und zwei weibliche Nachzuchten aus indischen Zoos, um die europäische Zucht auf eine breitere Basis zu stellen. Dem Import war eine langfristige Vereinbarung zwischen dem Zoo und der indischen Regierung zur Zusammenarbeit vorausgegangen.

Elefantenfreianlage und Bullenstall[Bearbeiten]

(Eröffnung 2002)

Die erste Leipziger Elefantennachzucht seit dem 8. August 1936 war der Jungbulle Voi Nam (* 5. April 2002 in Leipzig). Um Platz für Voi Nam zu schaffen, wurde der erste Bauabschnitt zum Elefantentempel „Ganesha Mandir“ vorgezogen. Als eigenständige Baumaßnahme wurde ein separater Bullenstall mit Freianlage errichtet. Die Bullenanlage ist für Besucher nicht einsehbar.

Am 23. Juni 2010 verließ Voi Nam den Zoo. Er lebt nun in einer inzwischen vierköpfigen Jungbullengruppe im Tiergarten Heidelberg. Im Frühjahr 2011 gab der Zoo bekannt, dass im Frühjahr 2012 erneut mit Nachwuchs gerechnet werde. Die 1985 in Vietnam geborene Kuh Hoa, 1987 als Staatsgeschenk aus Vietnam nach Leipzig gekommen, erwartete ihr erstes Kalb vom Zuchtbullen Naing Thein. Am 9. April 2012 wurde ein Bullenkalb geboren, das aber nicht überlebte.

Elefantentempel Ganesha Mandir[Bearbeiten]

(Eröffnung 2006)

Elefantenbulle „Mekong“ vor dem Elefantenhaus
Elefant beim Baden

Die Anlage des heutigen Elefantentempels Ganesha Mandir (Ganesha = elefantenköpfige Hindu-Gottheit; Mandir = Tempel im Hinduismus) wurde 1926 im typischen Klinkerstil erbaut, allerdings aus Geldmangel nie plangerecht fertiggestellt. Nach aufwändigem Umbau und kompletter Sanierung ist sie im Jahr 2006 neu eröffnet worden. Dabei wurde das eigentliche Elefantenhaus planmäßig fertiggestellt, auf einen in den Ursprungsplänen vorgesehenen Trakt für Nashörner aber verzichtet. Die neue Anlage, die aus vier abtrennbaren Freibereichen und dem Haus besteht, hat eine Gesamtfläche von 7000 m². Im Innenschaubereich befinden sich ein Wasserbecken und Sandboden. Im Keller des Hauses können die Elefanten durch Glasscheiben unter Wasser beim Baden beobachtet werden. Daneben entstand eine große Freianlage in Form eines verfallenen Tempelhofes für die ganze Herde. Einsicht in drei Freianlagen besteht durch zwei stilechte asiatische Pagoden.

Im Rahmen der Umbauarbeiten entstand im Untergeschoss des Hauses eine Nachttieranlage, die nach der Wiedereröffnung des Hauses mit einem Sri-Lanka-Riesenhörnchen, seit 2009 mit Ohrenschuppentieren besetzt ist. In den Treppenaufgang zum Erdgeschoss wurde eine Kleinvogelvoliere für Goldbrust-Erdtauben, Papageiamadinen, Frühlings- und Weinrote Halsringtauben eingebaut, die jedoch aufgrund ungünstiger Lichtverhältnisse nicht mehr besetzt ist. Im Besucherraum im Erdgeschoss befindet sich eine Voliere für Balistare, welche auch über einen Außenkäfig verfügt.

Der Zoo hält seit 1921 ohne Unterbrechungen Asiatische Elefanten und konnte seinen Besuchern bereits 1934 den ersten Nachwuchs präsentieren. Im alten Haus wurde zum ersten Mal in der internationalen Zoogeschichte Elefantenhaltung ohne Gitter praktiziert. Die Abgrenzung bestand aus einem Graben, der allerdings die Ankettung der Elefanten verlangte. Dies konnte später durch Einbau von Schaukelseilen beendet werden. Neben Asiatischen Elefanten, Afrikanischen Steppenelefanten und Flusspferden, die 2005 dem Ausbau des Hauses weichen mussten, lebten auch Tapire, Hirscheber und Zwergflusspferde im Haus.

Zurzeit leben ein Bulle und vier Kühe im Leipziger Zoo: Der Bulle Naing Thein (* 1980 in Burma) und die Kühe Trinh (* 1982), Don Chung (* 1982), Hoa (* 1985), sowie die aus Hagenbecks Tierpark in Hamburg stammende Saida (* 1973). Saidas Tochter Salvana/Indra, 2006 mit ihrer Mutter als Einstellung aus Hamburg angereist, wurde im April 2011 vertragsgerecht tragend zurück nach Hamburg transportiert und wieder in die dort bestehende Familiengruppe integriert. Hoa gebar in der Nacht zum 9. April 2012 ein Bullenkalb, attackierte es aber kurz nach der Geburt. Infolgedessen starb das Jungtier.[11]

Tou Feng

In Absprache mit dem Koordinator des europäischen Erhaltungszuchtprogrammes für Asiatische Elefanten, das im Zoo Rotterdam geführt wird, entschloss sich der Zoo Leipzig, seinen 1984 als Jungtier aus Vietnam importierten Zuchtbullen Mekong im November 2009 als Dauerleihgabe an den Zoo Prag zu vermitteln. Im Austausch für Mekong kam aus Prag der 29-jährige zuchterfahrene Bulle Naing Thein nach Leipzig, welcher der gleichen Unterart wie die fünf Leipziger Kühe angehört. Mekong verließ den Zoo am 26. November 2009 in Richtung Prag, bereits einen Tag zuvor traf in Begleitung eines vertrauten Pflegers der vormalige Prager Bulle Naing Thein in Leipzig ein.

Aufgrund dringend nötiger Bauarbeiten an den denkmalgeschützten Gebäuden des Elefantenhauses im Münchner Tierpark Hellabrunn nahm der Zoo im Januar 2011 den 1993 in Indien geborenenen Bullen Gajendra auf. Das Leipziger Bullenhaus ist für die getrennte Unterbringung zweier erwachsener Bullen ausgelegt, sodass der Bitte der Münchner Kollegen nachgekommen wurde. Gajendra reiste im April 2013 nach Hamburg weiter, um die dortige Zucht sicherzustellen.

Im Zoo Leipzig werden die derzeitig einzigen in Europa lebenden Chinesischen Schuppentiere gehalten. „Tou Feng“ zog am 18. April 2008 nach einer viermonatigen Quarantäne hinter den Kulissen des Hauses in das ehemals für Sri-Lanka-Riesenhörnchen konzipierte Gehege im Keller des Elefantenhauses ein. Das männliche Einzeltier war im Dezember 2007 — mit der Option auf ein passendes Weibchen in den kommenden Jahren — als Geschenk aus Taipeh eingetroffen, nachdem sich der Zoo entschlossen hatte, zur Bewahrung dieser in Gefangenschaft äußerst schwierig zu haltenden Tiere beizutragen. Am 1. September 2009 traf dann das etwa 1,5 Jahre alte weibliche Ohrenschuppentier „Quesan“ in Begleitung eines Pflegers, eines Kurators und eines Tierarztes in Leipzig ein. Nach einer dreimonatigen Quarantäne ist das Paar seit Dezember 2009 im Elefantenhauskeller für die Besucher zu sehen.

Tiger-Taiga[Bearbeiten]

(Eröffnung 2003)

Junger Amurtiger (Ivo) geboren am 20. Juli 2012

Die Tiger-Taiga (Taiga = borealer Nadelwald Nordeurasiens) ist die Anlage für Amurtiger. Sie besteht aus zwei Freianlagen mit einer Gesamtfläche von etwa 1200 Quadratmetern und umfasst auch das historische Große Hirschhaus, das einer neuen Nutzung als Informationsort zum Artenschutz und Tierhaus für Eurasische Zwergmäuse sowie Chinesische Baumstreifenhörnchen zugeführt wurde. Im nicht einsehbaren Bereich befinden sich vier jeweils 100 m² große Rückzugskäfige mit Nachtboxen. Die Anlagen sind dem Lebensraum der im Amur-Ussuri-Gebiet vorkommenden Tiger nachempfunden.

Zurzeit leben im Leipziger Zoo drei Tiger: Der Amurtiger-Kater Tomak (* 27. Mai 2004 in Leipzig), die Amurtiger-Katze Bella (* 30. Mai 2005 in Plzeň, Tschechien) sowie der Hybrid-Kater Mischa (* 16. August 1998 im Tierpark Hagenbeck in Hamburg).

Im Jahr 2008 wurde durch genetische Untersuchungen bekannt, dass die Zuchtlinie des Katers Mischa durch die frühere Einkreuzung eines Sumatra-Tigers in einem russischen Zirkus nicht reinrassig ist. Infolgedessen wurde beschlossen, Mischa und all seine Nachkommen von der Zucht auszuschließen. Mischa wurde 2008 sterilisiert, vier seiner Nachkommen, welche inzwischen im Allwetterzoo Münster, im Zoo Planète Sauvage in Frankreich und im Tierpark Memleben leben, wurden ebenfalls sterilisiert oder kastriert.

Leoparden-Tal[Bearbeiten]

(Eröffnung 2014)

In direkter Nachbarschaft zur Tiger-Taiga eröffnete der Zoo am 21. März 2014 einen neuen Anlagenkomplex für die vom Aussterben bedrohten Amurleoparden, das Leoparden-Tal.

Der Leipziger Zoo blickt auf eine lange Tradition in der Leopardenzucht zurück. Seit Ende des 2. Weltkrieges wurde im Zoo 97 Chinesische Leoparden, 34 Amurleoparden und 16 Nordpersische Leoparden geboren. 1973 gelang in Leipzig, damals noch im Neuen Raubtierhaus, weltweit erstmalig in einem Zoo die erfolgreiche Aufzucht eines reinrassigen Amurleoparden. An die großen Erfolge der 70er und 80er Jahre konnte der Zoo mit einem Zuchterfolgen Mitte der 90er Jahre und 2010 bislang nicht anknüpfen.

Das aktuelle Zuchtpaar, bestehend aus dem Kater Xembalo (* 8. Juni 2005 in Helsinki, seit 2007 in Leipzig) und der Katze Vatne (* 21. Oktober 2005 im Tierpark Berlin, seit 2007 in Leipzig), zog Anfang Januar 2014 von der Tigerfarm in die neue Anlage um. Dort stehen den Tieren zukünftig zwei Anlagen von 235 m² und 161 m² sowie 6 Nachtboxen inklusive Mutterbox zur Verfügung. Die Außenanlagen sind mit einem filigranen Drahtnetz überspannt und in Gestaltung und Bepflanzung dem Lebensraum der Katzen nachempfunden.

Der Besucher hat die Möglichkeit, die Tiere durch Glasscheiben und durch Harfengitter aus einer Holzhütte heraus zu beobachten. In dieser wird dem Besucher das Verhalten, die prekäre Lage der gerade einmal 30 wildlebenden Tiere, die unternommenen Bemühungen zum Schutz vor Ort und zum Erhalt in zoologischen Gärten veranschaulicht.

Zwischen Besucherhütte und Besucherwegen wurde eine Voliere für Habichtskäuze, eine im Amur-Ussuri-Gebiet verbreitete Eulenart, eingefügt.

Asiatische Freiflugvoliere[Bearbeiten]

(Eröffnung 2005)

Die 1928 errichtete kleinere von zwei Freiflugvolieren wurde 2005 generalsaniert und denkmalgerecht wieder hergestellt.

Die hier lebenden asiatischen Vogelarten haben einen Überwinterungsraum. Die Besucher können die Voliere betreten und die Tiere aus einem Unterstand heraus beobachten. Die Anlage ist in Form asiatischer Reisterrassen gestaltet.

Neben verschiedenen Reiher- und Sichlerarten (Nachtreiher, Brauner Sichler, Paddyreiher) werden Indische Wollhalsstörche und Schwarzkopfibisse gehalten.

Weitere Anlagen[Bearbeiten]

Südamerika[Bearbeiten]

Zoo-Logo Südamerika

Der Kontinent Südamerika ist der letzte auf dem Weg zum „Zoo der Zukunft“ und soll von 2015 bis 2018 errichtet werden.

Geplant sind neue Anlagen, unter anderem für Nasenbären, Mähnenwölfe, Große Ameisenbären, Vikunjas und eine begehbare Pinguin- und Robbenanlage mit 360°-Unterwassertunnel, der es dem Besucher ermöglichen wird, die Tiere unter Wasser aus allen Perspektiven zu beobachten.

Café „Schweizerhäuschen“ um 1885

Das erste Projekt des Südamerika-Bereiches war die Einrichtung der „Hacienda Las Casas“, einer Gastronomie in südamerikanischer Atmosphäre, im ehemaligen Schweizerhäuschen. Das 1824 von Georg Kintschy am Gohliser Weg schon vor der Eröffnung des Tierparkes errichtete Café „Schweizerhäuschen“ wurde 1927 in den Zoo integriert. Das einzige erhaltene Leipziger Ausflugslokal aus der Zeit des Biedermeier war das älteste Gebäude des Zoos, wurde jedoch aufgrund seines desolaten Zustandes 2001 abgetragen und unter Verwendung historischer Details von Adalbert Haberbeck originalgetreu wieder aufgebaut.[12][13] Seit 1969 befand sich in diesem Gebäude die Zooschule.

Anlagen im Südamerika-Bereich[Bearbeiten]

  • Pandarondell mit Kleinen Pandas
  • verschiedene Volieren mit Mönchsittichen, Eurasischen Bartkäuzen, Steinkäuzen, Sperbereulen, Swinhoe-Fasanen, Temminck-Tragopanen und Rotschnabelkittas.
  • Tiger-Farm (erbaut 1968 als Zuchtanlage für Amurtiger, Auszug der Tiger 2003 in die Tiger-Taiga), zurzeit mit Amurleoparden und Schneeleoparden besetzt
  • Wildpferdanlage mit Przewalski-Pferden
  • Anlagen für Dall-Schafe, Europäische Rehe und Chinesische Muntjaks
  • Gehege für Mähnenwölfe
  • Tierkindergarten

Gründer-Garten[Bearbeiten]

Zoo-Logo Gründer-Garten

Kongreßhalle[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kongreßhalle Leipzig

Das im Auftrag des bereits 1909 verstorbenen Zoogründers Ernst Pinkert erbaute und 1910 eröffnet Gesellschaftshaus des Zoos – die heutige Kongreßhalle – beherbergt im Richard-Wagner-Saal das 2003 eröffnete Zoo-Restaurant.

Seit 2009 befindet sich die Kongreßhalle wieder im Besitz des Zoos und wird zur Zeit umfassend saniert. Der Abschluss der Bauarbeiten ist für 2014/2015 geplant. Seit Dezember 2011 sind zunächst drei Säle wieder nutzbar. In Zukunft soll das Gebäude wieder als innenstadtnahes Kongress- und Tagungszentrum genutzt werden.

Safari-Büro und Zooschule[Bearbeiten]

(Eröffnung 1999)

Im Safari-Büro, das sich direkt links hinter dem eisernen Eingangstor des Zoos befindet, können Informationen für den persönlichen Zoobesuch eingeholt werden. Auch können Zoolotsen als Begleiter beim Rundgang gebucht werden.

Das Safari-Büro und die Zooschule befinden sich im 1899–1900 erbauten ehemaligen Haus des Zoodirektors.

„Entdeckerhaus Arche“ im Neuen Raubtierhaus[Bearbeiten]

Innenansicht des „Entdeckerhauses Arche“

(Eröffnung 2002)

Das Neue Raubtierhaus wurde 1901 nach Plänen von Heinrich Rust erbaut und 1902 eröffnet, 1928 wurde der Bau verlängert. Ursprünglich lag im Neuen Raubtierhaus das Hauptaugenmerk auf der Zucht von Großkatzen.

Ab 2001 wurde der gesamte Innenraum des Gebäudes einschließlich der ehemaligen Käfige zu einem 550 m² großen interaktiven Bildungszentrum nach amerikanischem Vorbild umgestaltet.[7] Die als „Reise durch die Welt“ konzipierte Ausstellung entwickelten die Mülheimer Ausstellungsplanerin Kessler & Co. GmbH, die Firma Künstlerische Holzgestaltung Jürgen Bergmann und die Leipziger Grafikdesignerin Annegret Hänsel.[14] Sie wurde am 30. August 2002 als Entdeckerhaus Arche eröffnet. Das in Deutschland einzigartige Informations- und Bildungszentrum besteht aus einem Artenschutzkai, der über In-Situ-Schutz- und Auswilderungsprojekte des Zoos in Vietnam, Afrika und Deutschland und über die koordinative Tätigkeit und Initiative des Zoos informiert. Außerdem liefert das Haus Details zur Zoogeschichte, gibt einen Blick auf die Pläne des „Zoos der Zukunft“ und vermittelt dem Besucher ethnologische Hintergründe zur Lebensweise der Menschen auf den Kontinenten Afrika, Südamerika und Asien.

Bekannt wurde das Neue Raubtierhaus auch als „Leipziger Löwenfabrik“ – mehr als 2.300 Löwen wurden hier geboren. Als Außenanlagen konnten die Tiere die Raubtierfreianlagen nutzen, die durch einen Gittergang erreichbar waren. Da das Haus den Ansprüchen der modernen tiergerechten Tierhaltung nicht mehr genügte, wurden zuletzt noch Nebelparder sowie kleinere Katzen und Schleichkatzen gehalten. Die letzten Bewohner waren Fleckenmusang, Bengalkatze und Ozelot.

Mit der Neueröffnung des Neuen Raubtierhauses als „Entdeckerhaus Arche“ wurde die Tierhaltung nicht restlos eingestellt. 2007 wurden zum Jahr des Frosches im Haus Aquarien mit schutzbedürftigen Amphibien eingerichtet. Dazu zählen der Blaue Baumsteiger, der Moosfrosch und bis 2012 der Nordvietnamesische Warzenmolch.

Tieraffenhaus[Bearbeiten]

Denkmalgeschützte äußere Meerkatzenkäfige des Tieraffenhauses nahe dem Eingang

Das Tieraffenhaus wurde im Oktober 2012 im Rahmen des Masterplans geschlossen und soll nach aufwändigen Renovierungsarbeiten als Haus für bedrohte Vögel und Kleinsäuger wiedereröffnet werden. In dem 1902 erbauten Gebäude waren zuletzt Brazzameerkatzen, Eulenkopfmeerkatzen, Wildmeerschweinchen, Lisztaffen und in den Wintermonaten Kattas untergebracht, die den Rest des Jahres auf einer vorgelagerten Insel zwischen den Außenanlagen der Orang-Utans und Bonobos am Pongoland verbringen. Während die Brazza-Meerkatzen und Lisztaffen abgegeben wurden, kamen die Eulenkopf-Meerkatzen bei der Schließung des 2005 noch grundrenovierten Hauses in ein Quartier hinter den Kulissen.

Aquarium und Terrarium[Bearbeiten]

Eingangsbereich des Aquariums

Errichtet wurde das Jugendstilgebäude, in dem das Aquarium untergebracht ist, in den Jahren 1909 bis 1910 von Stadtbaudirektor Anton Käppler im Auftrag des damaligen Zoodirektors Johannes Gebbing. Eine Erweiterung durch das Terrarium erfuhr der Bau im Jahre 1913. Die ansprechende Fassade ist bis heute erhalten. Auch mit dem Konzept „Zoo der Zukunft“ bleibt das Aquarium in seiner bisherigen Form erhalten.

Im Aquarium sind verschiedene Becken zu sehen, die sich in Einrichtung und Fischbesatz an verschiedenen Lebensräumen der Erde wie beispielsweise mitteleuropäischen Binnengewässern, der Nordsee, dem Mittelmeer, dem Japanischen Meer, dem Amazonasbecken oder einem Korallenriff orientieren. Glanzpunkt ist jedoch das im 1992 eingeweihten Anbau gelegene Meerwasser-Ringbecken, in dem neben Muränen und Rochen unter anderem auch Schwarzspitzen-Riffhaie leben. Weiterhin befinden sich im Untergeschoss des Ringbeckens neben vielen kleineren Aquarien zwei große Aquaterrarien mit Vertretern von größeren asiatischen und afrikanischen Friedfisch- und Welsarten, von denen eines auch mit Stumpfkrokodilen besetzt ist. Ein Gezeitenbecken mit Schlammspringern wurde ebenfalls eingerichtet.

Im angrenzenden, vor einigen Jahren komplett renovierten und neu gestalteten Terrarium leben neben verschiedenen Schlangen-, Echsen- und Schildkrötenarten auch Mississippi-Alligatoren und Brauen-Glattstirnkaimane. Für einen authentischen Dschungelsound sorgen südamerikanische Pfeiffrösche. In den Außenanlagen des Aquariums leben seit Sommer 2012 Brillenpinguine sowie in den Sommermonaten diverse Strahlenschildkröten, die sonst in den Innengehegen des Aquariums leben.

Pongoland[Bearbeiten]

Innengehege des Pongolands

Zoo-Logo Pongoland

(Eröffnung 2001)

Pongoland (Pongo = wissenschaftlicher Gattungsname der Orang-Utans) war der erste komplett fertiggestellte Bereich des neuen Zoo-Konzepts, es entstand als Kooperationsprojekt mit dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (MPI-EVA). Das dort ansässige Wolfgang-Köhler-Primaten-Forschungszentrum ist seitdem die weltweit größte Menschenaffenanlage.

Pongoland umfasst eine Fläche von 30.000 m². Das Warmhaus mit fünf Innenanlagen für Orang-Utans, Gorillas, zwei Schimpansengruppen und Bonobos ist 3250 m² groß.

Gondwanaland[Bearbeiten]

Urfluss „Gamanil“ im Gondwanaland

Zoo-Logo Gondwanaland

(Eröffnung 2011)

Hauptartikel: Gondwanaland

Die Riesentropenhalle Gondwanaland (Gondwana = Urkontinent der Südhalbkugel) war das größte und kostenintensivste Projekt des Konzeptes „Zoo der Zukunft“.

Die 34,5 Meter hohe Halle wurde am 30. Juni 2011 eröffnet, Besucher können sie seit dem 1. Juli 2011 begehen. Um Platz für die größte Tropenhalle Europas zu schaffen, wurde im Jahr 2007 das dem Zoogelände benachbarte ehemalige Sortiergebäude der Kammgarnspinnerei an der Pfaffendorfer Straße gesprengt und abgebrochen und das Gelände dem Zoo angegliedert. Dabei vergrößerte sich die Gesamtfläche des Zoos auf 26 Hektar.

In Themenbereichen werden die Besucher in einem Rundgang zu Fuß oder im Boot auf einem Kanal durch die Halle geleitet. Die Kontinentsbereiche der Halle beinhalten Asien, Afrika und Südamerika.

Anlagen außerhalb des Themenwelten-Konzeptes[Bearbeiten]

Australienanlage[Bearbeiten]

(Eröffnung 1995)

Auch die Australienanlage befindet sich auf dem Gebiet des Asien-Bereichs neben der Bärenburg. Auf der Anlage sind Rote Riesenkängurus mit Bennett-Kängurus vergesellschaftet. Seit Saisonbeginn im April 2009 ist die Anlage auf ausgewiesenen Wegen für Besucher begehbar.

Affenfreianlagen[Bearbeiten]

Erbaut wurden die Affenfreianlagen 1934 in der zu der Zeit typischen Klinkerfassade. Der Komplex besteht aus dem Pavianfelsen, auf dem seit 1950 Mantelpaviane gehalten werden, und der Affeninsel, auf der zurzeit Bartaffen leben. Bis 2002 waren dort die Rhesusaffen untergebracht, die nunmehr mit den Lippenbären vergesellschaftet sind. Beide Anlagen sind mit beheizbaren Innenräumen ausgestattet.

Raubtierfreianlagen und Großer Flugkäfig[Bearbeiten]

Die Raubtierfreianlagen wurden 1928 nach Plänen von Carl James Bühring erbaut und dienten als Außenanlagen für die Tiere aus dem Neuen Raubtierhaus. Sie waren über einen Gittergang von diesem erreichbar. So lebten hier überwiegend Löwen, Hyänen oder Tiger. Zur Abtrennung der Besucher dienen Wassergräben. Deshalb konnten hier 1998, während des Umbaus der Robbenanlage, die Südafrikanischen Seebären untergebracht werden.

Bis 2006 wurden auf der linken Freianlage Polarwölfe gehalten. Zurzeit leben hier Südamerikanische Nasenbären.

Im Rahmen der Bauarbeiten für Gondwanaland erfolgte im Winter 2008/2009 der Abbruch der rechten Raubtierfreianlage. An dieser Stelle wurde im Sommer 2011 ein Bambusgarten angelegt.

Die mittlere Raubtierfreianlage, seit dem Tod des letzten Raubtierhaus-Löwen im Jahr 2000 verwaist, wurde 2011 für eine Kolonie nordamerikanischer Schwarzschwanz-Präriehunde umgebaut. Bereits im Winter 2011/2012 stellte sich der erste Nachwuchs in der Gruppe ein.

Im Zeitraum von 2015 bis 2017 werden die Raubtierterrassen und der große Flugkäfig saniert und zu einer Themenwelt „Himalaya“ mit Raubvögeln, Schneeleoparden und Kleinen Pandas umgebaut.

Bärenburg[Bearbeiten]

Die Bärenburg 1964
Die leere Bärenburg im Februar 2011

Die Bärenburg wurde 1929 in der typischen Klinkerarchitektur erbaut und im Mai 1930 eröffnet. Die Planung stammte von Direktor Dr. Johannes Gebbing und Carl James Bühring, deren Initialen im Mauerwerk eingearbeitet sind. Die Bärenburg ist ein hufeisenförmiges Bauwerk mit fünf bühnenartigen Gehegen. Die Besucher werden durch vier Meter breite Wassergräben von den Tieren getrennt. Auf der Anlage sind zahlreiche Bärenarten erfolgreich gezüchtet worden. So erblickten auf der Bärenburg im Zeitraum von 1930 bis 2002 etwa 140 Eisbären, über 450 Braunbären, zahlreiche Kragenbären, etwa 40 Amerikanische Schwarzbären (Baribals), 39 Brillenbären und 62 Lippenbären das Licht der Welt.

Nachdem die Schwarz- und Braunbärenhaltung bereits in den 1980er- und 1990er-Jahren aufgegeben wurde, wurde 2002 die Haltung der Lippenbären in die im Eingangsbereich des Zoos neu gebaute Lippenbärenschlucht verlegt. Die Eisbärenhaltung wurde im Jahr 2005 nach dem Tod eines 38-jährigen und der Abgabe eines 20 Jahre alten Weibchens nach Bremerhaven aufgegeben. 2013 wurde die Tierhaltung auf der Bärenburg mit dem Umzug der letzten beiden alten Brillenbären in eine rückwärtige Haltung beendet.

Nach gründlicher Restaurierung sollen die Außenbereiche der Bärenburg zu einem Spielplatz mit Café umgestaltet werden.

Neues Vogelhaus[Bearbeiten]

Das Neue Vogelhaus wurde in den 1960er-Jahren in die marode Bausubstanz des alten Antilopenhauses von 1934 integriert und um eine Freiflughalle für tropische Vögel ergänzt. Die Fassade des 1934 erbauten Antilopenhauses blieb teilweise erhalten.

Die begehbare Freiflughalle beherbergt unter anderem Vietnam-Inselflughunde, Sclaters Rotbrust-Krontauben, Luzon-Dolchstichtauben, Javapfeifgänse, Straußwachteln, Rotschnabel-Fluchtvögel, Wasserrallen, China-Sonnenvögel, Rothaubenturakos, Malaienstare, Dajaldrosseln, Goldscheitelwürger, Elfenblauvögel und Blaukappenhäherlinge. In separaten Volieren werden Südliche Riesenborkenratten aus den Wäldern der Philippinen gehalten. Dem Zoo gelang 2009 die erste Nachzucht dieser bedrohten Nagerart in einem Zoo außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes.

Im Vorraum der Freiflughalle, dem ehemaligen Besucherraum des Antilopenhauses, werden dem Besucher in Volieren verschiedene Vogelspinnenarten, Bindenlaufhühnchen, Jamaika-Erdtauben, Rotkopf-Papageiamadinen, Furchen-, Türkis- und Purpurtangaren, Schwarzkehlarassari sowie Südliche Kugelgürteltiere präsentiert.

Altes Vogelhaus[Bearbeiten]

In unterschiedlich großen Volieren werden Gelbwangenamazonen, Opalracken, Furchenschnabel-Bartvögel, Keas, Kuba-Amazonen, Ara-Palmkakadus, Orangehaubenkakadus, Rotbugaras, Hyazintharas, Kleine Soldatenaras, Deckens-Tokos, Hellrote Aras, Schwarzzügelibisse und Rote Sichler gehalten. Die Innenanlagen sind für Besucher nicht einsehbar.

Bedeutende Zuchterfolge[Bearbeiten]

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  • 1895 – Deutsche Erstzucht des Eisbären
  • 1926 – Europäische Erstzucht des Sumatra-Tigers
  • 1929 – Europäische Erstzucht des Zweifinger-Faultieres (Unau)[15]
  • 1939 – Deutsche Erstzucht des Schimpansen
  • 1948 – Deutsche Erstzucht des Westlichen Gänsegeiers
  • 1949 – Welterstzucht des Feldhamsters
  • 1954 – Europäische Erstzucht des China-Leoparden [16]
  • 1963 – Europäische Erstzucht des Indischen Lippenbären [17]
  • 1966 – Deutsche Erstzucht der Braunen Hyäne (Schabracken-Hyäne)[18]
  • 1968 – Deutsche Erstzucht des Bärenstummelaffens [19]
  • 1973 – Welterstzucht des Amurleoparden [20]
  • 1973 – Europäische Erstzucht des Waldbisons
  • 1973 – Deutsche Erstzucht der Orinokogans
  • 1980 – Deutsche Erstzucht des Arakakadus
  • 1980 – Deutsche Erstzucht des Blauscheitel-Edelpapageis
  • 1986 – Europäische Erstzucht des Vietnam-Inselflughundes
  • 1996 – Deutsche Erstzucht des Stumpfkrokodils
  • 2001 – Welterstzucht des Sepik-Warans
  • 2008 – Europäische Erstzucht des Breitband-Kupferkopfes
  • 2008 – Deutsche Erstzucht des Weißbauch-Zwergseidenaffens
  • 2009 – Europäische Erstzucht der Südlichen Riesenborkenratte
  • 2010 – Deutsche Erstzucht des Visaya-Pustelschweins[21]
  • 2012 – Europäische Erstzucht der Nicaragua-Schmuckschildkröte
  • 2012 – Europäische Erstzucht des Gefleckten Schwellhais

Der Zoo erwarb sich internationales Ansehen in der Zucht von Amurtigern, Afrikanischen Löwen, Flachlandanoas und Indischen Lippenbären und gilt – nicht zuletzt durch zahlreiche Löwen-, Tiger-, Leoparden-, Jaguar-, Hyänen- und Bärengeburten – als einer der erfolgreichsten Raubtierzüchter weltweit.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Festtagsveranstaltungen[Bearbeiten]

Anlässlich von Ostern, Pfingsten, dem Kindertag am 1. Juni, dem Maifeiertag und Halloween finden im Zoo regelmäßig Veranstaltungen statt, die stark auf die kleinen Besucher ausgerichtet sind.

Lesungen[Bearbeiten]

Während der Leipziger Buchmesse im März finden im Zoo regelmäßig Autorenlesungen statt. In den vergangenen Jahren fanden diese Veranstaltungen im Aquarium, im Schweizerhaus oder der Kiwara-Lodge statt.

Dschungelnacht[Bearbeiten]

Die Dschungelnacht findet jährlich im August im Zoo Leipzig statt. An diesem Abend haben alle Tierhäuser länger geöffnet und bieten so dem Besucher die Möglichkeit, die Tiere auch in der Nacht zu bestaunen. In der Regel beginnt die Dschungelnacht 17:00 Uhr. Begleitet wird die Veranstaltung von zahlreichen Musikgruppen (meist afrikanische Musik) und anderen kleineren Events.

Hakuna Matata[Bearbeiten]

Von Mai bis Dezember findet im Zoo regelmäßig das „Hakuna Matata“ statt, ein afrikanischer Abend mit Zooführungen und Buffet.

Besucherzahlen[Bearbeiten]

Jahr Besucher
gesamt
verkaufte
Jahreskarten
1969 1.119.000 1560
1971 1.250.000 1623
1972 1.250.000 1624
1973 1.300.000 1810
1974 1.300.000 1700
1975 1.332.194 1654
1976 1.264.726 1948
1977 1.218.617 1407
1978 1.380.000 1700
1979 1.238.000 1324
Jahr Besucher
gesamt
verkaufte
Jahreskarten
1980 1.240.000 1388
1981 1.130.000 n. b.
1982 1.330.000 1367
1983 1.246.500 1316
1984 1.330.000 1183
1985 1.243.000 1007
1986 1.230.000 998
1987 1.268.000 944
1988 1.330.000 924
1989 1.560.000 1075
Jahr Besucher
gesamt
verkaufte
Jahreskarten
1990 1.021.293 1580
1991 789.272 3254
1992 901.496 3790
1993 831.426 2270
1994 761.563 1979
1995 782.951 1954
1996 686.731 1501
1997 687 398 1382
1998 744.749 2147
1999 755.736 2829
Jahr Besucher
gesamt
verkaufte
Jahreskarten
2000 751.619 4227
2001 1.172.158 6392
2002 1.164.392 8546
2003 1.181.535 11.122
2004 1.319.767 14.000
2005 1.457.938 25.616
2006 1.759.963 35.554
2007 1.774.587 42.854
2008 1.673.608 39.515
2009 1.723.349 45.209
Jahr Besucher
gesamt
verkaufte
Jahreskarten
2010 1.560.791 27.553
2011 2.098.075 38.732
2012 2.123.349 34.701
2013 1.842.000 39.024
Blau: Besucher gesamt. Gelb: verkaufte Jahreskarten.

Direktoren[Bearbeiten]

Jörg Junhold,
Direktor des Leipziger Zoos

Direktoren des Leipziger Zoologischen Gartens waren:

  • 1878–1909: Ernst Pinkert (1844–1909)
  • 1910–1935: Johannes Gebbing (1874–1958)
  • 1935–1955: Karl Max Schneider (1887–1955)
  • 1955–1957: Heinrich Dathe (1910–1991)
  • 1957–1963: Ludwig Zukowsky (1888–1965)
  • 1964–1993: Siegfried Seifert (1922–1998)
  • 1993–1997: Peter Müller (* 1940)
  • seit 1997: Jörg Junhold (* 1964), von 1997 bis 2000 als Betriebsleiter des städtischen Eigenbetriebs, seit 2000 als Geschäftsführer der Zoo Leipzig GmbH.

Literatur[Bearbeiten]

  • Mustafa Haikal, Jörg Junhold: Auf der Spur des Löwen. 125 Jahre Zoo Leipzig. Pro Leipzig, Leipzig 2003, ISBN 3-936508-95-X.
  • Mustafa Haikal, Jörg Junhold (Hrsg.): Vorsicht Löwe! Humorvolles aus dem Leipziger Zoo. Faber & Faber, Leipzig 2005, ISBN 3-936618-49-6.
  • Mustafa Haikal: Die Löwenfabrik. Lebensläufe und Legenden. Pro Leipzig, Leipzig 2006, ISBN 3-936508-15-1.
  • Georg Westermann: Illustrierter Führer durch den Zoologischen Garten zu Leipzig. (Reprint der Ausgabe Schloemp, Leipzig 1883). Pro Leipzig, Leipzig 2009, ISBN 978-3-936508-49-9.
  • Robert Thomas: Unter Kunden, Komödianten und wilden Tieren. Lebenserinnerungen von Robert Thomas, Wärter im Zool. Garten zu Leipzig. Grunow, Leipzig 1905.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leipzig Zoo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zoo Leipzig stellt Masterplan 2020 vor. Abgerufen am 19. Oktober 2013.
  2. Ulrich van der Heyden, Joachim Zeller (Hrsg.): Kolonialismus hierzulande. Eine Spurensuche in Deutschland. Sutton Verlag, 2007, S. 55.
  3. Alexander Honold: Ausstellungen des Fremden – Menschen- und Völkerschau um 1900. In: Sebastian Conrad, Jürgen Osterhammel (Hrsg.): Das Kaiserreich transnational. Deutschland in Der Welt 1871–1914. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, S. 180.
  4. Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung »exotischer« Menschen in Deutschland 1870–1940. Campus, Frankfurt am Main 2005, S. 172.
  5. Mustafa Haikal: Die Wechselfälle der Zeit. Der Umbau des Zoos. In: Auf der Spur des Löwen. 125 Jahre Zoo Leipzig. S. 111–117.
  6. Sandra Miehlbradt: Der vergessene Stadtbaukünstler Carl James Bühring. In: Leipziger Stadtgeschichte. Jahrbuch 2012. Sax-Verlag, Markkleeberg 2013, ISBN 978-3-86729-118-7, S. 187–214.
  7. a b Jörg Junhold: Visionen und Projekte. Der Aufbruch zum Zoo der Zukunft. In: Auf der Spur des Löwen. 125 Jahre Zoo Leipzig. S. 241–247.
  8. www.zoo-leipzig.de
  9. Sandra Langguth: Haltung, Fütterung und Fortpflanzung und Krankheitsgeschehen des Lippenbären (Melursus ursinius, Shaw 1791) in Zoologischen Gärten unter besonderer Berücksichtigung des metastasierenden extrahepatischen Gallengangskarzinomes (MEG). Leipzig, Univ., Diss., 2002, urn:nbn:de:bsz:15-qucosa-37315
  10. Auf der Spur des Löwen. 125 Jahre Zoo Leipzig. S. 253.
  11. www.zoo-leipzig.de
  12. Grünflächenamt der Stadt Leipzig: Das Rosental. Faltblatt aus der Serie Leipziger Parkanlagen. Leipzig 1997.
  13. Wolfgang Hocquél: Leipzig. Architektur von der Romanik bis zur Gegenwart. Passage-Verlag, Leipzig 2010, ISBN 978-3-932900-54-9, S. 170 f.
  14. Kessler & Co. GmbH: Entdeckerhaus Zoo Leipzig
  15. Website des Zoos: Zweifinger-Faultier
  16. Shoemaker, Alan H.: International Leopard Studbook 1987
  17. Versteege, Lars: Regional Sloth Bear Studbook 2007
  18. Shoemaker, Alan H.: International Brown Hyena Studbook 1989
  19. Winkler, Achim: EEP Studbook - Western Black-and-White Colobus 2002
  20. Shoemaker, Alan H.: International Leopard Studbook 1987
  21. Website des Zoos: Visaya-Pustelschwein