Zoopharmakognosie

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Zoopharmakognosie (im Englischen wird dafür auch der Begriff animal self medication verwendet) ist ein Verhalten, bei dem Tiere Selbstmedikation durch die Einnahme von Pflanzen, Böden oder Insekten betreiben.

Menschen und Beobachtungen[Bearbeiten]

Zu den Pionieren auf dem Gebiet gehören Daniel Janzen und Michael Huffman, die sich mit der Verwendung von Heilmitteln durch Menschenaffen befassten. Der Begriff zoopharmacognosy stammt von John P. Berry, damals ein Pflanzenbiochemiker und Doktorand an der Cornell University, seinem Doktorvater Eloy Rodriguez und dem Anthropologen Richard W. Wrangham, die in den 1990er Jahren Gorillas in Uganda (Bwindi Nationalpark) beobachteten.[1]

In älterer Literatur wird mit Zoopharmakognosie auch der Zweig der Pharmakognosie bezeichnet, der aus Tieren hergestellte Medikamente umfasst.

Beispiele[Bearbeiten]

Aras[Bearbeiten]

Bei den Aras des Amazonasgebietes beobachteten Biologen schon sehr früh die sogenannte Geophagie, also das Essen von Erde. Die Aras nehmen bei diesem Vorgang besonders tonhaltigen Boden ein. Durch das Verspeisen dieses Boden werden die Gifte einiger Samenpflanzen neutralisisert.

Honigbienen[Bearbeiten]

Weltweit produzieren Honigbienen ein antibakterielles Harz, Propolis genannt. Dies ist eine Mischung aus verschiedenen gesammelten Pflanzenexudaten, Wachsen und Drüsensekreten. Es schützt nicht nur vor Wind und Wetter, sondern auch vor Krankheitserregern und Mikroorganissmen.

Schimpansen[Bearbeiten]

Schimpansen essen raue, mit Borsten und Wiederhaken besetzte Pflanzen, um den Darmtrakt zu säubern. Würmer bleiben an den Blattern einfach hängen und werden ausgeschieden.

Landschildkröten[Bearbeiten]

Landschildkröten graben im Boden nach kalziumhaltigen Mineralien und fressen diese. Dieser Vorgang dient nicht der Sättigung, sondern der Stärkung des Panzers der Schildkröte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Cindy Engel: Wild health : Gesundheit aus der Wildnis ; wie Tiere sich selbst gesund erhalten und was wir von ihnen lernen können. Animal-Learn-Verlag, Bernau c 2004, ISBN 3-936188-17-3
  • Larkins N, Wynn S.: Pharmacognosy: phytomedicines and their mechanisms. Vet Clin North Am Small Anim Pract. 2004 Jan;34(1):291-327. Review. PMID 15032133
  • Huffman MA.: Animal self-medication and ethno-medicine: exploration and exploitation of the medicinal properties of plants. Proc Nutr Soc. 2003 May;62(2):371-81. Review. PMID 14506884
  • Githiori JB, Athanasiadou S, Thamsborg SM.: Use of plants in novel approaches for control of gastrointestinal helminths in livestock with emphasis on small ruminants. Vet Parasitol. 2006 Jul 31;139(4):308-20. PMID 16725262
  • Hahn I, Zitterl-Eglseer K, Franz C.: Phytomedicine in dogs and cats: web-based survey among veterinarians in Austria, Germany and Switzerland Schweiz Arch Tierheilkd. 2005 Mar;147(3):135-41. PMID 15801625
  • Fowler A, Koutsioni Y, Sommer V.: Leaf-swallowing in Nigerian chimpanzees: evidence for assumed self-medication. Primates. 2007 Jan;48(1):73-6. Epub 2006 Aug 8. PMID 16897194
  • Peña Alvarado, Marco Vinicio: "Die anthropologischen Grundlagen des Menschen, Entwicklung medizinischer Praktiken und biokulturelle Vielfalt. Von Evolution, Menschwerdung und Medizin". Verlag Dr. Kovac, Hamburg, 2009, ISBN=978-3-8300-4511-3
  • Rajasekar Raman, Sripathi Kandula Zoopharmacognosy: self medication in wild animals, Resonance, März 2008, S. 245, pdf
  • Eraldo Medeiros Costa-Neto Zoopharmacognosy, the self medication behavior of animals, Interfaces Cientificas 2012

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. W. Wayt Gibbs, Jungle medicine, Scientific American, Dezember 1996, S. 20