Zora Neale Hurston

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Zora Neale Hurston, Fotograf Carl van Vechten, 3. April 1938

Zora Neale Hurston (* 7. Januar 1891 in Notasulga, Alabama; † 28. Januar 1960 in Fort Pierce, Florida) war eine US-amerikanische Schriftstellerin und Folkloristin. Sie wird zur Harlem Renaissance gerechnet.

Leben[Bearbeiten]

Zora Hurston kam aus einer traditionsbewussten afro-amerikanischen Gemeinschaft und wuchs in Eatonville, Florida auf. Ihre Mutter starb, als sie neun Jahre alt war. Mit vierzehn verließ sie ihr Zuhause. 1918 bis 1920 besucht sie die Howard University in Washington, D.C. wo sie eines der ersten Mitglieder der „Zeta Phi Beta“ Verbindung wurde.

1925 kam sie nach New York. Sie lernte die Schriftsteller der Harlem Renaissance, wie Langston Hughes kennen und veröffentlichte erste Essays und Kurzgeschichten, unter anderem ein Theaterstück und eine Erzählung in der einzigen Ausgabe des Fire!!-Magazins. Dank eines Stipendiums konnte sie vom Herbst 1925 an am Barnard College Anthropologie studieren. Ihre Lehrer waren Ruth Benedict und Gladys Reichard und, an der Columbia University Franz Boas. Sie arbeitete auch mit Melville J. Herskovits.

Von 1927 an sammelte sie vier Jahre lang in Südstaaten Folklore, zunächst in Florida[1] und Alabama. Dabei begab sie sich immer wieder in Lebensgefahr, etwa bei ihren Feldforschungen im Arbeiter- und Gefangenenlagern.[2] Sie erhielt 1928 ihren B. A. von Barnard. Von August bis Dezember 1928 arbeitete sie mit Hoodoo-Priestern in New Orleans, Louisiana. Anfang 1930 sammelte sie Material auf den Bahamas.

Hurston sammelte die Geschichten, Lieder, Tänze und Gebete der schwarzen Bevölkerung und stellte sie u.a. in einer Produktion am Broadway vor. Nach der Veröffentlichung von Mules and Men bekam sie von der Guggenheim-Stiftung einen Forschungsauftrag, der sie 1936 in die Karibik, nach (Jamaika und Haiti) führte. 1938 und '39 arbeitet sie für das US-Arbeitsbeschaffungsprogramm Works Progress Administration (WPA) in Florida.

Zora Neale Hurston entschied sich gegen die Anthropologie und für die Schriftstellerei. In den 1930er Jahren gehörte sie zu den bedeutendsten Autoren der afroamerikanischen Literatur. In ihren Werken verarbeitete sie ihre Erfahrungen und Erinnerungen an das ländliche Leben der Schwarzen im Amerika der Jahrhundertwende.

In den 1950er Jahren hatte sie ihren literarischen Höhepunkt weit hinter sich gelassen. Ein wichtiges Buchprojekt wurde vom Verlag abgelehnt. Ihre letzten Jahre verbrachte sie krank und in Armut. 1959 hatte sie einen Schlaganfall und musste Sozialhilfe beantragen. Sie wurde in einem Fürsorgeheim aufgenommen und erlag bald ihrem Herzleiden. Sie wurde auf dem „Neger-Friedhof“ von Fort Pierce in einem anonymen Grab beigesetzt.

Wiederentdeckung und Nachwirkung[Bearbeiten]

Die Schriftstellerin Alice Walker ("Die Farbe Lila") spürte 1973 Hurstons Grab auf und leitete mit dem Artikel "In Search of Zora Neale Hurston" in der US-Frauenzeitschrift Ms. ab März 1975 die Wiederentdeckung von Person und Werk ein. Neben Neu- bzw. Erstausgaben ihrer Bücher kam es 2002 zur Uraufführung des Stücks "Polk County". Hurstons Haus in Fort Pierce steht heute unter Denkmalschutz.[3]

Werk (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Sweat, 1926
  • How It Feels to Be Colored Me, 1928
  • The Gilded Six-Bits, 1933
  • Jonah's Gourd Vine, 1934, Roman
  • Mules and Men 1935, Erfahrungen der ersten Forschungsreise
  • Their Eyes Were Watching God, 1937, Roman (dt. Und ihre Augen schauten Gott, Zürich 1993; aktuell unter ISBN 3-250-10205-9; Neuübersetzung unter dem Titel: "Vor ihren Augen sahen sie Gott", Üb. Hans-Ulrich Möhring, edition fünf, Gräfelfing 2011, ISBN 978-3-942374-12-5)
  • Tell My Horse, 1938, Erfahrungen der Forschungsreise in die Karibik
  • Moses, Man of the Mountain, 1939, Roman
  • Dust Tracks on a Road, 1942, Autobiographie (dt. Ich mag mich, wenn ich lache. Autobiographie, Zürich 2000; aktuell unter ISBN 3-499-23173-5)
  • Seraph on the Suwanee, 1948, Roman

In der prestigereichen Reihe The Library of America erschien 1995 als Band 75 Folklore, Memoirs, and Other Writings, von Cheryl A. Wall herausgegeben. Der 1001 Seiten starke Sammelband enthält Mules and Men, Tell My Horse, Dust Tracks on a Road, sowie eine Auswahl verschiedener Artikel von Zora Neale Hurston.

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert E. Hemenway, mit einem Vorwort von Alice Walker, Zora Neale Hurston. A Literary Biography. University of Illinois Press, 1977. Neuauflage Camden Press, 1986.
  • Valerie Boyd: Wrapped in Rainbows. The Life of Zora Neale Hurston. Virago, London 2003, 527 S., ISBN 1-86049-856-6
  • Ayana I. Karanja: Zora Neale Hurston, The breath of her voice. African-American literary investigations (Vol. 1). Lang, New York, Washington/Baltimore, Boston, Bern, Frankfurt am Main, Berlin, Brüssel, Wien und Canterbury 1999
  • Rose Parkman Davis: Zora Neale Hurston. An annotated bibliography and reference guide. Bibliographies and indexes in Afro-American and African studies (Vol. 34). Greenwood Press, Westport (Connecticut) u.a. 1997, 210 (XII) S., ISBN 0-313-30387-8
  • Janet Carter-Sigglow: Making her way with thunder. A reappraisal of Zora Neale Hurston’s narrative art. Aachen British and American studies (Vol. 4). Lang, Frankfurt am Main, Berlin, Bern, New York, Paris und Wien 1994, 160 (XII) S., ISBN 3-631-47284-6
  • Diana Miles: Women, Violence, & Testimony in the Works of Zora Neale Hurston. African-American literature and culture (Vol. 3). Lang, New York, Washington/Baltimore, Bern, Frankfurt am Main, Berlin, Brüssel, Wien und Oxford 2003

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Anfangs, mit wenig Erfolg auch in ihrer Heimatstadt Eatonville . Robert E. Hemenway, Zora Neale Hurston, 1977
  2. Deutschlandfunk: "Der Traum ist die Wahrheit - Eine Lange Nacht über ... Zora Neale Hurston", abgerufen am 28. Juli 2013
  3. National Park Service der USA, Eintrag zum Hurston-Haus im National Historic Landmark Program, abgerufen am 28. Juli 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zora Neale Hurston – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien