Zorn Gottes

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Der Zorn Gottes ist ein Motiv im Gottesbild insbesondere der monotheistischen Religionen des Judentums, Christentums und Islams. In den Heiligen Schriften dieser Religionen wird er in der Regel als ein übernatürliches Eingreifen Gottes gegen die Sünde dargestellt, entweder im Sinne einer Strafe oder eines Auslieferns an die eigenen Begierden. Es richtet sich gegen Einzelne oder Teile der Menschheit, so dass die treuen Gläubigen beziehungsweise die Überlebenden als die Auserwählten gelten.

Polytheistische Religionen[Bearbeiten]

In polytheistischen Religionen wird konsequenterweise eher vom Götterzorn gesprochen. Als Beispiele können Homer und die griechische Tragödie[1], aber auch die Wikingersage Vatnsdœla saga dienen.[2]

Judentum[Bearbeiten]

Zu den Beispielen in der jüdischen Tora gehören die Sintflut (Genesis 6,9-8,22), die Zerstreuung der Erbauer des Turms zu Babel (Gen 11,1-9), die Zerstörung von Sodom und Gomorra (Genesis 18,20-21, 19,23-28) und die Zehn Plagen, die die Ägypter für die Verfolgung der Kinder Israels (Exodus, Kapitel 7-12) trafen. Das biblische Israel selbst steht dabei zwischen Verwerfung und Erwählung.

Christentum[Bearbeiten]

Auch im christlichen Neuen Testament gehört die Warnung vor Gottes Zorn (Johannes 3, 36; Römer 1,18; Römer 12, 19; Epheser 5,6) zu den Glaubensinhalten. Das Jüngste Gericht wird unter anderem als "Tag des Zorns" (Röm 2,5) beschrieben. Der Offenbarung des Johannes zufolge steht eine letzte Stunde großen Zornes Gottes noch aus (Offenbarung 14,19; Offenbarung 19,15).

Im jüdisch-christlichen Kontext gibt es dabei innerreligiöse und religionskritische Kontroversen sowohl um die göttliche „Gerechtigkeit“ als auch um die polare Emotionalität des Gottesbildes. Insbesondere radikale Prediger und fundamentalistische Religionsgemeinschaften, wie die Westboro Baptist Church, sehen in großen Naturkatastrophen wie den Hurrikan Katrina Anzeichen eines zürnenden Gottes und sprechen von einer „Sünde, sich nicht daran zu erfreuen, wenn Gott seinen Zorn und seine Rache über Amerika ausgießt“.[3]

Demgegenüber sprechen andere davon, dass der Zorn Gottes mit der Erlösungstat Jesu ein Ende gefunden habe. So formulierte Kardinal Tarcisio Bertone 2007: Die Apokalypse ist also nicht, wie man oft meint, die beunruhigende Ankündigung eines katastrophalen Endes für die Menschheit, sondern die Erklärung des Scheiterns der höllischen Mächte und die großartige Verkündigung des Geheimnisses Christi, der zur Rettung der Geschichte und des Kosmos gestorben und auferstanden ist. (…) Die lateinische christliche Tradition hat aus der Apokalypse gelernt, daß der Zorn Gottes gerade deswegen und nur deswegen besungen wird, weil von dessen Auflösung und Umkehrung durch die Liebe des unschuldigen Lammes erzählt wird, das sich für unsere Rettung geopfert hat.[4]

Islam[Bearbeiten]

Im Koran spricht die erste Sure vom Zorn Gottes als Unterscheidungsmerkmal für den geraden Weg derer, denen Gott Gnade erwiesen hat, vom Weg derer, die dem Zorn Gottes verfallen sind und irregehen. Insbesondere auch diejenigen, die nachdem sie gläubig waren, vom Glauben abfallen, ziehen sich Gottes Zorn zu und haben gemäß Sure 17, Vers 106 „eine gewaltige Strafe zu erwarten.“

Unter anderem die Charta der Hamas (Art. 32) beruft sich in ihren antisemitischen Positionen unter Zitierung von Sure 8, Vers 16 auf den Zorn Allahs, den sich all diejenigen zuziehen, die dem Kampf mit den Ungläubigen den Rücken zukehren.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Philosophie

  • Max Pohlenz: Vom Zorne Gottes. Eine Studie über den Einfluß der griechischen Philosophie auf das alte Christentum. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1909. Online

Altes Testament

  • Jörg Jeremias: Der Zorn Gottes im Alten Testament. Das biblische Israel zwischen Verwerfung und Erwählung. (Biblisch-theologische Studien 104) Neukirchener, Neukirchen-Vluyn 2009. ISBN 978-3-7887-2382-8
  • Samantha Joo: Provocation and punishment. The anger of God in the book of Jeremiah and deuteronomistic theology. de Gruyter, Berlin 2006. ISBN 978-3-11-018994-0
  • Andreas Wagner: Emotionen, Gefühle und Sprache im Alten Testament. (Kleine Untersuchungen zur Sprache des Alten Testaments und seiner Umwelt 7) Spenner, Waltrop 2006, ISBN 3-89991-674-3.
  • Ralf Miggelbrink: Der zornige Gott. Die Bedeutung einer anstößigen biblischen Tradition. Wissenschaftl Buchgesellschaft, Darmstadt 2002. ISBN 3-534-15582-3
  • Ruth Scoralick: Gottes Güte und Gottes Zorn. Die Gottesprädikationen in Exodus 34, 6f und ihre intertextuellen Beziehungen zum Zwölfprophetenbuch. Herder, Freiburg 2002. ISBN 3-451-27849-9
  • Kari Latvus: God, anger and ideology. The anger of God in Joshua and Judges in relation to Deuteronomy and the Priestly writings. Sheffield Academic Press, Sheffield 1998.

Christentum

  • Pierre Damien Ndombe Makanga: La notion de la colère de Dieu dans la sotériologie dramatique chez Hans Urs von Balthasar. Une lecture méta-anthropologique à partir de la notion de l’admirabile commercium. Lang, Frankfurt 2009. ISBN 978-3-631-57192-7
  • Stefan Volkmann: Der Zorn Gottes: Studien zur Rede vom Zorn Gottes in der evangelischen Theologie, Leipzig 2004, ISBN 978-3-374-02549-7
  • Ralf Miggelbrink: Der zornige Gott. Die Bedeutung einer anstößigen biblischen Tradition, 2002. ISBN 978-3-534-15582-8
  • Meinrad Limbeck: Zürnt Gott wirklich? Fragen an Paulus. Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2001. ISBN 978-3-460-33164-8
  • Hans Walter Schütte: Die Ausscheidung der Lehre vom Zorn Gottes in der Theologie Schleiermachers und Ritschls. In: Neue Zeitschrift für Systematische Theologie und Religionsphilosophie. Band 10, S. 387−397.

Islam

Religionsübergreifend

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Johannes Irmscher, Götterzorn bei Homer, Berlin Dissertation 1947; Gerhard Nebel, Weltangst und Götterzorn. Eine Deutung der griechischen Tragödie, Stuttgart 1951
  2. Vatnsdœla saga Kap. 17. Übersetzung W.H. Vogt und Frank Fischer.
  3. Jüngstes Gericht: "Gott gießt seinen Zorn über Amerika", Spiegel Online vom 7. September 2005
  4. Ansprache bei der Eröffnung der Ausstellung „Apokalypse“ am 18. Oktober 2007

Weblinks[Bearbeiten]