Zsigmond Móricz

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József Rippl-Rónai, Portrait Móricz Zsigmond (1923)

Zsigmond Móricz (* 2. Juli 1879 in Tiszacsécse; † 4. September 1942 in Budapest) war ein ungarischer Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Zsigmond Móricz wurde als erstes von neun Kindern eines armen Kleinbauern und einer Pastorentochter (reformierte Kirche) geboren. Als Kind lernte er die Armut auf dem Lande kennen. Er entwickelte früh das Streben nach Kultur in sich. Sein Vater konnte ihm nur unter größten Opfern eine gute Schulbildung sichern. Er kam als Schüler in das Kollegium von Debrecen. Als Student begann er mehrere Hochschulstudien (Theologie und Rechtswissenschaft), die er nicht abschloss. Er arbeitete schließlich als Journalist in Budapest. Im Auftrage einer literarischen Gesellschaft sammelte er drei Sommer hindurch Volkslieder im Komitat Szatmár und hatte dabei die Gelegenheit, die Verhältnisse auf dem ungarischen Dorfe, besonders das Leben der armen Landbevölkerung, zu studieren. Die 1908 in der Zeitschrift Nyugat abgedruckte Erzählung „Sieben Kreuzer“ ermöglichte ihm den Eintritt in die literarische Welt seiner Zeit. Der Realismus, mit dem Móricz in dieser Erzählung das Leben der armen Landarbeiter darstellt, war etwas unerhört Neues, denn die damalige ungarische Literatur kannte nur ein idealisiertes Bild des Bauern.

Im Ersten Weltkrieg wurde er Kriegsberichterstatter, mit zunehmend kritischer Haltung zum Krieg schrieb er Berichte über die Frontsoldaten und ihre Sehnsucht nach Frieden. In der Revolution von 1918 und der 1919 folgenden Räterepublik sah er Fortschritte und erwartete eine Bodenreform, die den armen Bauern Land geben sollte. Er schrieb Berichte über die entstehenden Produktionsgenossenschaften. Im Zuge der Konterrevolution wurde er für einige Zeit ins Gefängnis geworfen.

In den zwanziger und dreißiger Jahren veröffentlichte er als anerkannter Schriftsteller eine Reihe von Romanen und viele Erzählungen. Weiterhin bearbeitete er vergessene alte ungarische Literatur und gab sie neu heraus. Er bereiste das Land und sammelte Volkslieder. 1939 übernahm er als Herausgeber die literarische Zeitschrift „Kelet Népe“ (Volk des Ostens) die sich besonders mit der Literatur der Bauern beschäftigte. Er starb 1942.

Werke[Bearbeiten]

  • Gold im Kote. Ein ungarischer Bauernroman. (A.d.Ungar. von A.Schwartz). Bln., Rowohlt 1921
  • Hinter Gottes Rücken, Roman, Ernst Rowohlt Berlin 1922
  • Die Fackel. Aus dem Ungar. v. Heinrich Horvat, Berlin Rowohlt 1929
  • Siebenbürgen. Historische Romantrilogie. Aus dem ungar. von Käthe Gaspar,Zsolnay Verlag Berlin 1936
  • Einmal satt werden : zwei Erzählungen. - Leipzig : Reclam, [1952]. - (Reclams Universal-Bibliothek ; 7916).
  • Der Mann mit den Hahnenfedern. Erzählungen, Aufbau 1954
  • Löwe im Käfig, Im Bertelsmann Lesering, 1961
  • Arme Leute, Corvina Verlag, Budapest 1961
  • Mischi und das Kollegium Übersetzung Mirza Schüching, Corvina Verlag, Budapest, 1962
  • Herrengelage; 3 kleine Romane. Berlin und Weimar: Aufbau-Verlag, 1965
  • Sieben Kreuzer Erzählungen. Herausgegeben von Vera Thieß Leipzig Insel-Verlag 1967
  • An einem schwülen Sommertag. Roman. Berlin/Budapest, Verlag der Nation/Corvina Verlag, 1968
  • Der grosse Fürst, Verlag der Nation Berlin 1973
  • Schatten der Sonne, Verlag der Nation Berlin 1974
  • Der glückliche Mensch. Roman. Berlin und Weimar, Aufbau-Verlag, 1976
  • Zaubergarten, Berlin: Verlag der Nation, 1977
  • Himmelsvogel. Erzählungen. Leipzig. Verlag Philipp Reclam jun.. 1979.
  • Das Rindvieh mit dem Adelsbrief, Berlin Verlag der Nation 1979
  • Moricz, Zsigmond/ Lacza, Marta (Ill.): Die Pfeife des Silberkönigs. Täppischer Janko. (Grossmutters *Märchenbuch). 1992
  • Herr Bovary, Roman, Corvina, Budapest 1999 (in Deutsch)
  • Verwandte, Roman, Corvina, Budapest 1999 (in Deutsch)

Verfilmungen[Bearbeiten]

  • 1948: Skandal um Vilma (Forró mezők) - nach dem Roman "Heiße Felder"
  • 1950: Kurzweil der Reichen (Úri muri)
  • 1960: Der Freischüler (Legy jo mindhalálig)
  • 1965: Die Männer in der Todesschanze ; auch: Die Hoffnungslosen (Szegénylegények)
  • 1976: Das Niemandskind (Arvácska)
  • 1978: Ohne Musik kann ich nicht leben (Nem elhetek muzsikaszó nelkül)

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Zsigmond Móricz – Quellen und Volltexte