Zuckerbahnen in Taiwan

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Die Zuckerbahnen in Taiwan bestanden aus einem ausgedehnten Netz von Schmalspurbahnen mit einer Spurweite von 762 mm (zweieinhalb Fuß). Dieses Netz konzentrierte sich besonders auf den südlichen und zentralen Teil Taiwans. Heute ist noch ein kleiner Teil des Netzes in Betrieb. Vielfach wurden auch Dreischienengleise (762 mm und 1067 mm) verlegt, wodurch die Güterzüge von den Zuckerfabriken direkt auf die Hauptstrecken der staatlichen Bahn übergeben werden konnten. Wegen ihrer geringen Spurweite im Vergleich zur Normalspur (1435 mm), wird diese Bahn im taiwanischen Volksmund auch gerne "50%-Bahn" (Fifty percent rail) genannt.

Die Bahnen transportierten das Zuckerrohr von den Feldern zu den Zuckerfabriken; teilweise fand auch ein eingeschränkter Personenverkehr – insbesondere für die Mitarbeiter der Zuckerfabriken, aber auch für den Schülerverkehr – statt.

Die meisten dieser Schmalspurbahnen waren auch mit den Hauptlinien verbunden, so dass teilweise auch ein Personentransfer stattfand. Bis in die 1970er Jahre wurden die Linien von Dampflokomotiven bedient. Danach erfolgte ein Wechsel zum Dieselbetrieb. Zum Einsatz kamen und kommen teilweise noch Diesellokomotiven der deutschen Firma Diema.

Die Zuckerbahnen entstanden überwiegend während der japanischen Besatzungszeit (1895–1945) in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts. Während der Blütezeit verfügte die Meji Sugar Co. Ltd. über ein Schienennetz von über 3.000 Kilometer. 2003 war das betriebene Netz nur noch 240 Kilometer lang. Der reguläre Personenverkehr wurde 1982 eingestellt. Seitdem dominiert auch der Zuckerrohrtransport mit Lkw. Vom weltweiten Preisverfall für Zucker waren auch die taiwanischen Zuckerfabriken betroffen, so dass sie nach und nach geschlossen wurden. Nachdem Zucker jahrzehntelang Exportschlager Taiwans war, wurde Zucker zur Importware. Die bestehenden Zuckerfabriken wurden nach und nach geschlossen. Lediglich die Fabrik in Huwei blieb in Betrieb. Hier findet auch heute noch Schienenverkehr statt. Auf der Strecke zwischen der Zuckerfabrik in Huwei und der Stadt Maguang fand auch während der Erntesaison von Dezember 2009 bis Mitte April 2010 noch Betrieb statt. Auch 2011 wird aller Voraussicht nach noch auf der Strecke Huwei–Magung ganztägig mit bis zu 4 Zugpaaren/Tag gefahren werden. Allerdings wird die Strecke 2011 wegen des bevorstehenden Ausbaues der Nationalstraße 19 weiter verkürzt werden, so dass Züge nur noch bis zur Verladestation 13 fahren können.

Einige andere kurze Strecken blieben ebenfalls erhalten und dienen heute touristischen Zwecken.

Die Zuckerfabrik in Xihu war eine der ersten, die die Genehmigung für den Betrieb von Tourismuszügen erhielt. Die Züge fahren heute auf einer Reststrecke von rund sieben Kilometern durch Fabrikgelände und Felder. Inzwischen ist Xihu an den Wochenenden zu einem beliebten Ausflugsziel mit Fahrbetrieb geworden.

Bilder[Bearbeiten]

Literatur / Quellen[Bearbeiten]

  • Gu Ren-Rong: Unbegrenzte Gefühle für Züge. Railway Cultural Society, 2003
  • Rail Travel Magazine - erschienen in zwölf Bänden in Taiwan
  • Taiwan Railways Annual Report - Jahresberichte der Taiwan Railways Association
  • Webseite des Tourism Bureau, Republic of China (Taiwan) - Link s.u..

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sugar railways in Taiwan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien