Zughund

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Darstellung auf einer griechischen Vase, 500 v. Chr
Französisches Hundegespann um 1905

Ein Zughund oder Lastenziehhund ist ein Hund, der zum Ziehen einer Last (Hundewagen, Hundeschlitten) eingesetzt wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Das älteste Dokument eines Hundes als Zugtier stammt von einer griechischen Vase, datiert auf etwa 500 v. Chr. Der römische Geschichtsschreibern Lampridius (218 bis 222 n. Chr ) schreibt folgendes:„Die Hunde wurden nicht nur gefüttert mit Gänseleber, sondern ihrer vier vor einen Wagen gespannt und mit ihnen in seinem Palast und auf den Landgütern herumkutschiert“[1]

Die Nutzung von Hunden als "Zugtier des armen Mannes" war dagegen zumindest vom Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert hinein durchaus verbreitet; um 1900 soll es noch rund 150.000 derartige Karrenhunde gegeben haben. Auch von Hausierern wurden Hundegespanne häufig zum Transport des Warensortiments genutzt.

Große Hunde sollen sogar anatomisch besser zum Ziehen von Karren und Hundeschlitten geeignet sein als z. B. Pferde, mit Sicherheit war jedoch die Anschaffung und Haltung von Zughunden erschwinglicher. Ein Zughund kann das bis zu drei- bis fünffache seines Körpergewichtes ziehen, so fand er auch bis ins 20. Jahrhundert Verwendung als Wagenzughund. Vorfahren von Hunden wie Rottweiler oder Sennenhund transportierten vor allem Lebensmittel und Waren:

Wer jemals Gelegenheit hatte, an einem Markttag in einen oberösterreichischen Marktflecken zu kommen, oder Tag für Tag die Menge von Boten-, Milch-und Gemüsekarren zur Stadt ziehen sieht, wird nicht so rasch das bunte, prächtige Bild vergessen, zu dem diese Hundegespanne beitragen. Es ist eine Freude zu sehen, wie die resolute Marktgeherin in ihrer heimischen Tracht und dem charakterischen Kopftüchl die freudig ziehenden Hunde lenkt“ (Joseph Bodingbauer, Wien 1935)

Auch das Militär setzt Diensthunde gelegentlich als Zugtiere ein; allein im Ersten Weltkrieg sollen 40.000 Hunde als Wach-, Sanitäts-, Telegraphen-, Melde- und Zughunde von den deutschen Streitkräften eingesetzt worden sein.

Schlittenhunde[Bearbeiten]

Hauptartikel: Schlittenhund

In nördlichen Ländern und in Sibirien werden Hunde wie der Siberian Husky oder der Samojede auch heute noch als Schlittenhunde eingesetzt. Diese Hunde zeigen im Rudel und im Gespann ein ausgeprägtes Sozialverhalten, das dem innerhalb eines Wolfsrudels ähnelt. Dies wird von den Züchtern ausgenutzt. So gibt es beispielsweise spezielle Hündinnen, die als „Kindergärtnerin“ die Erziehung der Welpen übernehmen. Schlittengespanne mit Hunden waren eine zentrale Grundlage der Kultur im hohen Norden lebender Völker wie den Eskimos in Nordamerika oder den Tschuktschen in Sibirien.

Heutige Verwendung[Bearbeiten]

Im Hundesport werden heute vor allem die nordischen Hunderassen in Hundeschlittenrennen eingesetzt. Beim Mushing angespannt werden typischerweise ein bis acht Hunde (Klassen C, B, A und O), in der offenen Klasse können die Gespanne auch größer sein; mit dem Menschen (Musher) kommuniziert dabei hauptsächlich der Leithund, der meist nicht identisch ist mit dem ranghöchsten Individuum des Rudels. Für sportlich genutzte Hunde gelten eine Reihe von Besonderheiten im Umgang und in der Pflege, die Außenstehenden häufig kurios erscheinen; so werden Hundepfoten von Zugtieren häufig mit Stoffstiefelchen (Bootie) vor Verletzungen geschützt oder das Rudel vor einem Lauf "gewässert", d. h. mit einer wässrigen Suppe gefüttert, um der Gefahr von Dehydrierung vorzubeugen. Im Sommer werden Zughunde mit unterschiedlichsten Ausführungen von Hundewagen trainiert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Norbert Benecke: Der Mensch und seine Haustiere. Geschichte einer jahrtausende alten Beziehung. Parkland Verlag, Köln 2001, ISBN 3-88059-9955 (Nachdr. d. Aufl., Stuttgart 1994).
  • Susanne Preuß: Der Zughund - einst und jetzt. Kynos-Verlag, Mürlenbach2002, ISBN 3-933228-42-5.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Susanne Preuß: Der Zughund - einst und jetzt. Kynos-Verlag, Mürlenbach 2002, ISBN 3-933228-42-5, S. 15 ff.