Zuiderkerk (Amsterdam)

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Die Zuiderkerk
Die Zuiderkerk im 17. Jahrhundert

Die Zuiderkerk (Südkirche) in Amsterdam war die erste für Protestanten erbaute Kirche in den Niederlanden. Das Gebäude ist heute keine Kirche mehr, sondern dient als Informationszentrum.[1]

Geschichte und Architektur[Bearbeiten]

Sie wurde im holländischen Renaissancestil als Backsteinkirche von 1603 bis 1611 erbaut.[1] Die Pläne der dreischiffigen Basilika[1] ohne Chorraum stammen von Hendrick de Keyser[2].

Der 80 Meter hohe Turm ist für sein Glockenspiel aus der Hemony-Werkstatt bekannt. Mittags zwischen 12 und 13 Uhr ertönt es mit unterschiedlichen Musikstücken. Der Turm kann besichtigt werden und erlaubt einen ausgezeichneten Blick über Amsterdam und darüber hinaus bis zum IJsselmeer.

Das schlicht gehaltene Innere der Kirche beherbergt das Grab von Baumeister de Keyser. Nach 1929 wurden in der Kirche keine Gottesdienste mehr abgehalten.[2] Sie wurde seitdem als Leichenschauhaus[2] und für Ausstellungen genutzt. Finanzielle Schwierigkeiten und drohender Gebäudeverfall führten damals zum Ankauf der Kirche durch die Stadt Amsterdam.

Seit 1988 dient sie dem städtischen Wohnungs- und Planungsamt als Informationszentrum[1], eine Dauerausstellung informiert über die städtebaulichen Strukturen Amsterdams.[3]

Besonderheiten[Bearbeiten]

Die Zuiderkerk war Motiv für ein Gemälde Monets. Während des strengen Hungerwinters 1945 wurden Leichen, die den Hungertod starben auf dem Kirchenboden gelagert.[3]

Die Kirche steht unweit von Rembrandts Haus. Drei seiner Kinder sind hier begraben. Außerdem befindet sich hier das Grab von Ferdinand Bol, einem Schüler Rembrandts.[3]

Literatur[Bearbeiten]

Merian Heft 7: Amsterdam. Hamburg: Hoffmann und Campe (1978–1992), ISBN 3-455-27807-8

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Susanne Völler; Anne Winterling: Amsterdam. DuMont Reiseverlag, 2009, ISBN 9783770172580, Seite 148.
  2. a b c Karla Zimmermann; Caroline Sieg; Ryan Ver Berkmoes: Amsterdam. Lonely Planet, 2010, ISBN 9783829716765, Seite 84.
  3. a b c Die Geschichte der Kirche, abgerufen am 9. September 2011

52.3702974.899798Koordinaten: 52° 22′ 13″ N, 4° 53′ 59″ O