Zum roten Bären

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47.9930555555567.8538888888889Koordinaten: 47° 59′ 35″ N, 7° 51′ 14″ O

Gasthaus zum roten Bären
Ausschnitt aus dem Schusterfenster im Freiburger Münster mit dem goldenen Bären
Mittelalterliches Gemäuer im Keller

Zum roten Bären ist nach eigenen Angaben eines der ältesten Gasthäuser Deutschlands. Das Gebäude selbst ist eines der ältesten Freiburgs und stammt noch aus der Gründungszeit der Stadt. Es steht am Platz Oberlinden in der Nähe des Schwabentors. Die Liste der Namen der über 50 Bärenwirte lässt sich zurückverfolgen bis in das Jahr 1311 und beginnt mit dem Wirt Hanmann Bienger. Den Titel „Ältestes Gasthaus in Deutschland“ beanspruchen neben dem Roten Bären auch noch die Herberge zum Löwen in Seelbach und Zum Riesen im unterfränkischen Miltenberg.

Der Platz Oberlinden mit dem Brunnen, dem Lindenbaum (von 1729) und dem Gasthaus zum roten Bären steht mit den anderen historischen Gebäuden der Altstadt unter Denkmalschutz. Als Begründung wird angeführt, das dies eins der eigentümlichsten und unversehrtesten Altstadtbilder Deutschlands ist. Das Aushängeschild der Gaststätte schmückt ein goldener Bär. Laut Grimms Wörterbuch hatte das Wort "rot" eine besondere Bedeutung im Mittelalter: "gold, kupfer, edelsteine und andere mineralien werden häufig rot genannt. rotes gold ist in der dichterischen sprache eine äuszerst beliebte wendung."[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Fundamente des Gebäudes sind nachgewiesen bis vor die Stadtgründung um 1120. Sie gehören zum Herrenhaus des ehemaligen Grafenhof der Zähringer. Das Herrenhaus lag in der Siedlung von der aus Berthold III. um 1090 die Burg auf dem Schlossberg errichten ließ. Der dreistöckige Keller ist bis heute mit seinen Arkaden und Pfeilern sowie den gewachsenen Böden erhalten.

Die Nutzung als Gasthaus ist bis ins 12. Jahrhundert nachweisbar. Damals war das Haus rot, so wussten auch die Analphabeten, das hier die Ware sicher gelagert und Kost und Logis möglich war. Die Bedeutung dieser Wirtschaft ist an den nachgewiesenen Stallungen für ca. 200 Pferde und den zahlreichen Schmieden abzulesen.

Im Jahre 1744 schleiften die Franzosen die Vauban'schen Festungsanlagen. Auch das Wirtshaus - da in der Nähe zur Stadtmauer - wurde dabei in Mitleidenschaft gezogen. Die damaligen Wirte - Familie Strohmeyer - wurde von den Franzosen wie auch andere Bürger großzügig entschädigt. Mit Hilfe dieses Geldes wurde das romanisch gotische Arkadenhaus abgerissen und durch das heutige barocke Gebäude ersetzt.

Der erste schriftlich nachgewiesene Wirt ist Hanmann Bienger (der Ältere). Er wird im Jahre 1311 in einer Grundbuchurkunde des Klosters Adelhausen als Zeuge benannt. Bis 1406 bewirtete die Familie Bienger urkundlich belegt den Bären. So wird zum Beispiel die dritte Generation - ebenfalls ein Hanmann - am 13. März 1387 in einer Gerichtsurkunde erwähnt als "Würt ze dem roten Bern". Viele der Wirte waren auch Gerichts- und Ratsherren der Stadt, oftmals auch Zunftmeister. So war der Bär auch lange Zeit das Zunfthaus der Schuster, dies ist im Fenster der Schusterzunft im Freiburger Münster zu sehen.

Zum Kolorit des Hauses zählt der am 7. Januar 1727 begonnene, fast neunmonatige unfreiwillige Arrest des Salpetersieders und Innungsmeisters Johann Albiez aus Buch (Albbruck) im heutigen Hotzenwald. Als betont christlicher, aufrechter und eigensinniger Bauernrebell führte er mit seinen Anhängern die Salpetererunruhen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gegen die Obrigkeit an. Dem damaligen Bärenwirt, Johannes Strohmeier, wurde am 4. November 1727 von den in Dogern versammelten Einigungsmeistern der bäuerlichen Selbstverwaltung mitgeteilt, dass ihm alle Unterbringungskosten des Arrestierten „bey Heller und pfennig“ von der Grafschaft erstattet werden. Im September 1727 starb Albiez im Gasthof.

Die derzeitige Geschäftsführerin ist Monika Hansen.[2] Ihr Vorgänger Wolf Eschger, der 51. Wirt in ununterbrochener Folge,[3] wechselte im Jahr 2010 auf die Insel Mainau.[4]

Anfang 2012 wurde im Keller des Gasthauses eine Holzsäule saniert, die aus dem Jahr 1263 stammen soll und damit älter wäre als der älteste Balken im Freiburger Münster.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. (http://www.woerterbuchnetz.de/DWB/wbgui_py?lemid=GA00001)
  2. Sabine Frigge: Freiburg: Deutschlands älteste Gastwirtschaft: Gasthaus "Zum Roten Bären" wird 700, Badische Zeitung vom 12. Januar 2011, Zugriff am 24. April 2011
  3. „Gastlichkeit seit 622 Jahren“ In: Schwäbische Zeitung, 29. April 2009
  4. Freiburg: Der Wirt nimmt den Hut, Badische Zeitung vom 23. März 2010, Zugriff am 24. April 2011
  5. badische-zeitung.de: Freiburg: Innenstadt: "Roter Bären": Holzsäule von 1263 wird saniert, 20. Januar 2012, Zugriff am 28. April 2012

Literatur[Bearbeiten]

  • Monika Hansen: Das Buch vom Roten Bären in Freiburg. Deutschlands ältestes Gasthaus: seine Wirte und Wirtinnen vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Rombach, Freiburg im Breisgau 2009, ISBN 978-3-7930-9589-7
  • Claudia und Wolf Eschger: Kleine Bärengeschichte, (Flyer, der im Gasthaus und Hotel ausliegt)

Weblinks[Bearbeiten]