Zumalai

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Subdistrikt Zumalai
Zumalai (Osttimor)
Red pog.svg
Hauptstadt Zumalai
Fläche 283,74 km²[1]
Einwohnerzahl 11.639 (2010)[1]
Sucos Einwohner (2010)[2]
Fatuleto 267
Lepo 1.174
Lour 360
Mape 308
Raimea 5.101
Tashilin 2.568
Ucecai 161
Zulo 1.700
Übersichtskarte
Verwaltungsgliederung von Cova Lima
Lage des Distrikts Cova Lima

Der osttimoresische Ort Zumalai ist der Hauptort des Subdistrikts Zumalai (ehemals Mape-Zumalai) im Distrikt Cova Lima.

Der Ort[Bearbeiten]

Zumalai liegt im Zentrum des Subdistrikts, in Luftlinie etwa 70 km südwestlich der Landeshauptstadt Dili, in einer Höhe von 199 m über dem Meer. Der Ort besteht aus mehreren Ortsteilen, die sich über mehrere Sucos verteilen: Zobete, Lepokanua und Naguidal (Nagidal) gehören zu Raimea, Salasa gehört zu Lour, das Zentrum von Zumalai, Zulokota, Dilukede und Maliseran gehören zu Zulo.[3]

Hier treffen drei überregionale Straßen aufeinander. Vom Westen her aus Suai (Luftlinie: 26 km), vom Osten aus Hato-Udo (16 km) mit Abzweigung weiter nach Ainaro (19 km) im Nordosten und vom Norden aus eine Straße, die sich später nach Bobonaro (19 km) und nach Atsabe (26 km) aufspaltet. Zumalai verfügt insgesamt über drei Grundschulen, zwei vorbereitenden Schulen zur Sekundärstufe, einen Hubschrauberlandeplatz und ein kommunales Gesundheitszentrum.[3]

Der Subdistrikt[Bearbeiten]

Geographie[Bearbeiten]

Orte und Flüsse in Zumalai

Zumalai liegt an der Südküste Timors an der Timorsee. Der Subdistrikt wurde mit der Gebietsreform von 2003 vom Distrikt Ainaro zum Distrikt Cova Lima geschlagen. Gebiete im Westen des Subdistrikts wurden zum Subdistrikt Suai übertragen. Im Nordwesten liegt der Subdistrikt Bobonaro (Distrikt Bobonaro) und im Osten die Subdistrikte Ainaro und Hato-Udo (beide Distrikt Ainaro).

Der Subdistrikt teilt sich in acht Sucos: Tashilin (ehemals Beco II), Fatuleto, Lepo, Lour, Mape, Raimea (Raimera), Ucecai (Ocekai) und Zulo.

Einwohner[Bearbeiten]

Im Subdistrikt leben 11.639 Menschen (2010,[1] 2004: 9.992[5]). Der Ort Zumalai ist eines der Zentren der Nationalsprache Bunak in Osttimor. Hier wird der Zumalai-Dialekt verwendet. Die Bunak-Sprecher bilden die größte Sprachgruppe im Subdistrikt. In Mape, Lepo und Ucecai spricht man Kemak.[6] Auffällig ist im Subdistrikt der hohe Anteil von Müttern im Teenageralter. Pro Jahr kommt es zu 111,3 Lebendgeburten pro 1.000 Mädchen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren. Dies ist landesweit der zweithöchste Wert (Landesdurchschnitt: 59,2) und liegt sogar über dem weltweiten Landeshöchstwert von El Salvador mit 108 Geburten. Der Altersdurchschnitt beträgt 19,0 Jahre (2010,[1] 2004: 17,0 Jahre[7]).

Wirtschaft[Bearbeiten]

64 % der Haushalte im Subdistrikt bauen Mais an, 61 % Maniok, 51 % Gemüse, 57 % Kokosnüsse, 49 % Reis und 14 % Kaffee.[2] Sonntags findet in Zumalai ein Wochenmarkt statt.[6]

Touristisch hat der Subdistrikt Potential. Beim Dorf Culu Oan gibt es einen schönen Strand. Lepo verfügt über eine heiße, thermische Quelle.[6]

Geschichte[Bearbeiten]

Zumalai im Distrikt Ainaro (Vor der Gebietsreform von 2003)

Raimea war eines der traditionellen Reiche Timors, die von einem Liurai regiert wurden. Es erscheint auf einer Liste von Afonso de Castro, einem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor, der im Jahre 1868 47 Reiche aufführte.[8][9] Bei der Rebellion von Manufahi (1911 bis 1912) verbündete sich Raimea mit den gegen die portugiesischen Kolonialmacht aufbegehrenden Boaventura, Liurai von Manufahi. Nach dessen Niederlage wurde das Gebiet des Reiches Raimea von Gouverneur Filomeno da Câmara de Melo Cabral direkt der Kolonialregierung unterstellt, um darauf Plantagen zu errichten.[10]

Die Bunak-Siedlungen von Suai bis Zumalai wurden erst in jüngerer Zeit gegründet. Die Region war davor unbewohnt. Diese Neugründungen haben noch Beziehungen mit ihren Herkunftsorten. Einige Orte entstanden vor einigen Generationen. Andere Siedlungen existieren erst seit der indonesischen Besatzungszeit, als komplette Dörfer aus dem Norden entlang der südlichen Küstenstraße um Zumalai neu angesiedelt wurden.[11]

Um den Angriffen der indonesischen Armee 1976 zu entgehen, flohen die Einwohner von Zumalai zum Teil nach Lolotoe und verteilten sich in einem Gebiet zwischen Lewalu (Gala), Zoilpo, den Zoba Zova-Hügel in Opa und Labarai. Andere gingen in das hügelige Gebiet von Zulo. Zumalai wurde ein Rückzugsgebiet der FALINTIL, die gegen die indonesischen Invasoren kämpfte. Hier gründete sie eine base de apoio, eine Widerstandsbasis, in der auch Flüchtlinge aus Ainaro und Hato-Udo Zuflucht fanden. Später wurde die Basis von den Indonesiern zerstört. Eine Gruppe von Flüchtlingen wurde im Januar 1978 am Fluss Mola von der indonesischen Armee angegriffen. Die wenigen Überlebenden des Massakers zogen sich nach Westen zurück.[12]

Die pro-indonesische Miliz Mahidi verübte in der Zeit des Unabhängigkeitsreferendums 1999 im Raum des Ortes Zumalai verschiedene Gewalttaten.[13] Mitte August 2006 kam es in Zumalai zu Kämpfen zwischen den Gruppen Saka Izoladu und Colimau 2000, bei denen eine Person starb. Die Bevölkerung floh aus dem Gebiet.[14]

Anfang 2010 gab es Berichte, dass Bewaffnete, die sich als Ninjas verkleidet haben, die Bevölkerung in den Distrikten Cova Lima und Bobonaro terrorisieren. Timoresische Polizei (PNTL) und Armee (F-FDTL) entsandten daraufhin Einheiten, um gegen die Verbrecher vorzugehen. In Zumalai brannten die Banditen Häuser nieder.[15] Am 15. August 2011 kam es zu Zusammenstößen zwischen den Kampfsportgruppen Perguruan Setia Hati Terate (PSHT) und KORK aus Tashilin und Galitaz, bei denen mehrere Häuser niedergebrannt wurden. Ein Polizist wurde dabei erstochen.[16]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zumalai – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) (PDF; 2,7 MB)
  2. a b Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (PDF; 9,8 MB)
  3. a b UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (PDF; 449 kB)
  4. a b Seeds of Life
  5. Direcção Nacional de Estatística Census 2004
  6. a b c Cova Lima District Development Plan 2002/2003 (englisch; PDF-Datei; 2,24 MB)
  7. Direcção Nacional de Estatística: Census of Population and Housing Atlas 2004 (PDF; 14,0 MB)
  8. TIMOR LORO SAE, Um pouco de história
  9. East Timor - PORTUGUESE DEPENDENCY OF EAST TIMOR
  10. History of TimorTechnische Universität Lissabon (PDF-Datei; 805 kB)
  11. Antoinette Schapper: Finding Bunaq: The homeland and expansion of the Bunaq in central Timor, S. 177, in: Andrew McWilliam, Elizabeth G. Traube: Land and Life in Timor-Leste: Ethnographic Essays, 2011
  12. „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  13. Amnesty International: Überfall auf den Ort Galitas bei Zumalai 1999
  14. Kämpfe in Zumalai 2006
  15. Timor Post, 12. Februar 2010, Ninja Gangs burn down houses, despite police intervention
  16. Herald Sun, 17. August 2011, Houses razed in East Timor mob rampage

-9.1575125.45055555556Koordinaten: 9° 9′ S, 125° 27′ O