Zutphen
Flagge |
Wappen |
| Provinz | |
| Bürgermeister | Arnold Gerritsen (D66) |
| Fläche – Land – Wasser |
42,84 km² 40,94 km² 1,9 km² |
| CBS-Code | 0301 |
| Einwohner | 47.221 (1. Jan. 2013[1]) |
| Bevölkerungsdichte | 1102 Einwohner/km² |
| Koordinaten | 52° 8′ N, 6° 12′ O52.1397222222226.195Koordinaten: 52° 8′ N, 6° 12′ O |
| Bedeutender Verkehrsweg | N314 N319 |
| Vorwahl | 0575 |
| Postleitzahlen | 7200–7207, 7230–7232 |
| Website | www.zutphen.nl/ |
Zutphen (
anhören?/i) (deutsch Zütphen) ist eine niederländische Gemeinde in der Provinz Gelderland mit 47.221 Einwohnern. Die Stadt war ein Mitglied der Hanse.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Die Gemeinde Zutphen umfasst die Stadt gleichen Namens und das an der Ostseite gelegene Dorf Warnsveld, das sich zu einem Vorort Zutphens entwickelt hat. Fast 30 Kilometer nordöstlich von Arnheim gelegen, mündet hier die Berkel in die IJssel.
Geschichte [Bearbeiten]
Die Stadt Zutphen existierte schon in der Römerzeit. Es war eine fränkische Siedlung, und es wurde ein Verwaltungszentrum einer hamaländischen Grafschaft in der Karolingerzeit. Kurz nach 882, als die Wikinger die damalige Siedlung ausraubten, wurde eine 10 Hektar große Ringwallburg angelegt. Mitte des 11. Jahrhunderts wurde im Auftrag des Kaisers Heinrich III. am Grafenhof eine 54 Meter lange Königspfalz gebaut, und der seit 1046 amtierende Herrscher der Stadt, Reichsbischof Bernold von Utrecht, gründete und baute eine neue Kapitelkirche, die heutige St. Walburgiskirche. Die Stadt war schon im 11. Jahrhundert von Bedeutung (unter anderem Münzprägung) und war eine Handelskonkurrentin von Deventer, das nur 15 Kilometer IJsselabwärts liegt. Sie war seit dem 13. Jahrhundert Mitglied der Hanse und betrieb Handel mit England, Flandern, Dänemark, den Ostseestädten und dem Baltikum. Zutphen war im Mittelalter eine Zeit lang die Hauptstadt einer niederländischen Grafschaft gleichen Namens (vom 9. bis 11. Jahrhundert eine Grafschaft am IJsselfluss (Iselgo, Islo); seit dem 12. Jahrhundert als Grafschaft Zutphen angedeutet). Diese Grafschaft war seit 1339 Teil des Herzogtums Geldern.
Der Achtzigjährige Krieg bescherte Zutphen viel Elend [2]. Am 10. Juni 1572 wurde die bis dahin überwiegend noch katholische Stadt von den Protestanten erobert, die sofort einen Bildersturm trieben. Nur fünf Monate später, am 8. November, eroberten es die Truppen des Herzogs von Alba wieder für die katholischen Spanier zurück. Dabei wurde ein Massaker angerichtet: Etwa 800 Männer in Zutphen wurden getötet. Moritz von Nassau eroberte Zutphen im Jahre 1591 schließlich für die Niederlande zurück. [3]
Seither ist Zutphen eine Provinzstadt, das Tor zur niederländischen Grenzregion Achterhoek. Im 19. Jahrhundert wurde die Industrie von Bedeutung, als Zutphen eine Eisenbahnverbindung mit Amsterdam und Arnheim erhalten hatte.
Die IJsselbrücken waren 1940 und 1945 Schauplatz heftiger Kämpfe im Zweiten Weltkrieg. Auch die Innenstadt erlitt dabei schwere Schäden. In den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden südlich des Stadtkerns ausgedehnte Neubauviertel.
Im Rahmen der Gemeindereform am 1. Januar 2005 wurde die ehemalige Gemeinde Warnsveld (9.037 Einwohner, Stand 2003) Teil der Gemeinde Zutphen.
Entwicklung der Einwohnerzahl (1. Januar):
- 900 – 500
- 1150 – 1.000
- 1200 – 1.500
- 1300 – 6.000
- 1450 – 4.500
- 1550 – 4.500
- 1600 – 2.000
- 1650 – 7.000
- 1795 – 7.500
- 1830 – 10.000
- 1860 – 15.500
- 1900 – 17.500
- 1940 – 20.500
- 1960 – 25.000
- 1970 – 27.000
- 1980 – 31.767
- 1990 – 30.996
- 2000 – 35.165
- 2003 – 36.696
- 2005 – 46.219, einschl. Warnsveld
- 2006 – 47.000
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Die Innenstadt der Hansestadt Zutphen, deren Silhouette von vielen Türmen geprägt wird, besitzt viele historische Gebäude, darunter die mittelalterliche große
- St. Walburgiskirche: Die Sammlung der historischen Bücherei (Librije) dieser Kirche besteht aus angeketteten Büchern aus den Jahren 1450 bis 1600.
- Berkeltor: (um 1320) Eine Ruine des 'Berkeltores' überspannt den gleichnamigen Fluss in einem Stadtpark.
- Drogenapsturm: (1444)
- Bourgonjeturm: (1457)
- Weinhausturm: (1618–1642)
- Dominikanerkirche: (1300)
- Neustadtskirche: (1250–1530)
- etwa 300 Wohnhäuser aus dem 15.–18. Jahrhundert
- Stedelijk Museum Zutphen: Das Stadtmuseum 'Stedelijk Museum Zutphen' bietet häufig Wechselausstellungen
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Partnergemeinden:
- Horstmar im Münsterland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
- Tartu, Estland
- Satu Mare, Rumänien
- Shrewsbury, England
- Villa Sandino, Nicaragua
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Zutphen besitzt ein größeres Industriegelände westlich der Stadt, am Fluss, mit einem kleinen Binnenhafen. Dort ist unter anderem das Druckerei- und Verlegergewerbe und die Metallindustrie von Bedeutung.
Zutphen ist ein überregionales Bildungs- und Justizzentrum (mit Gefängnis). Die Stadt hat auch ein Krankenhaus sowie eine große psychiatrische Klinik.
Im Ortsteil Warnsveld wurde am 23. August 1944 mit 38,6 °C die höchste jemals in den Niederlanden gemessene Temperatur registriert.[4]
Verkehr [Bearbeiten]
Von 1902 bis 1954 bestand eine Schmalspur-Straßenbahn-Verbindung nach Emmerich (→ Straßenbahn Zutphen–Emmerich).
Die Stadt hat einen Bahnhof an der InterCity Linie Zwolle - Deventer - Arnheim - Nimwegen. Außerdem verkehren Lokalzüge nach Lochem, Hengelo, Winterswijk und Apeldoorn.
Zutphen verfügt über zwei Jachthäfen, den Gelrehaven und den Marshaven. Zudem gibt es einen historischen Hafen, den Houthaven für historische Schiffe. Für Wohnboote gibt ebenfalls es eine Reihe von Liegeplätzen.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter
- Heinrich von Zütphen (1488–1524), Prior und Reformator
- George Konrad Crusius (1644-1676), Rechtswissenschaftler
- Hermann Arntzenius (1765–1842), Rechtsgelehrter
- Willem Jan Holsboer (1834–1898), Gründer der Rhätischen Bahn
- Jan Brandts-Buys (1868–1933), Komponist
- Joop Westerweel (1899–1944), Pazifist und Lehrer; Gründer der Gruppe Westerweel
- Robert van Gulik (1910-1967), Sinologe, Diplomat, Schriftsteller, Musiker und Zeichner
- Mirte Roelvink (1985), Fußballspielerin A-Nationalmannschaft
- Année Rinzes de Jong (1883−1970), Pfarrer und Anarchist
Ort neben Zutphen 2 km Warnsveld;
- Ellen ten Damme (1967), Schauspielerin und Sängerin
- Filemon Wesselink (1979), Fernsehmoderator
- Jan Werle (1984), Schachmeister
- Thijs van Amerongen (1986), Cyclocross- und Straßenradrennfahrer
Die Gebrüder François und Pierre Hemony, lothringische Flüchtlinge, betrieben von 1640 bis 1657 eine bedeutende Glockengießerei in Zutphen. Nach ihnen ist die Hemonystraat benannt.
Trivia [Bearbeiten]
Ein Marskrater mit einem Durchmesser von 38 km wurde nach Zutphen benannt.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ 22.02.2013 – Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
- ↑ Illustration von Frans Hogenberg von 1591: Deß Staten Volck mitt list verkleydt, Inn frauwen kleyder suchen weydt, Dem Vihe zum futter schneyden graß, ... (Digitalisat der ULB Düsseldorf)
- ↑ Illustration von Frans Hogenberg von 1591: Nach dem es mitt der Schantz geluckt, Vor Zutphen seind sie fort geruckt, ... (Digitalisat der ULB Düsseldorf)
- ↑ KNMI: Tropische dagen
Weblinks [Bearbeiten]
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