Zwölfmalgreien

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Zwölfmalgreien (italienisch: Dodiciville, bzw. historisch Le Malgreien) ist eine Katastralgemeinde von Bozen in Südtirol (Italien), die Teile des Stadtviertels Zentrum-Bozner Boden-Rentsch und das Stadtviertel Oberau-Haslach einschließt. Die ehemals selbständige Landgemeinde ließ sich 1911 freiwillig in die Stadtgemeinde Bozen eingliedern. 1910 hatte Zwölfmalgreien etwa 9.500 Einwohner.

Die Grenze der Katastralgemeinde entspricht dem Umfang der Landgemeinde von 1911. Diese bestand aus 12 Weilern, den sogenannten Malgreien, die allesamt landwirtschaftlich geprägt waren und teilweise bis heute Zentren der Bozner Weinwirtschaft darstellen.

Gliederung[Bearbeiten]

Die Malgreie Zollstange[Bearbeiten]

Das Rathaus stand in der Malgreie Zollstange (Silberstange), die direkt östlich an das damalige Bozen angrenzte. Die Malgreie Zollstange wird heute im engeren Sinn als Zwölfmalgreien bezeichnet. An den alten Namen erinnert der Platz Zollstange (piazza dogana), an dem früher das Rathaus stand. Außerdem befindet sich dort mit der Löwengrube eines der ältesten bestehenden Gasthäuser der Stadt. Gegenüber der Löwengrube, in der ehemaligen Zollgasse (heute Andreas-Hofer-Straße) [1], befand sich das Zollgebäude für alle Handelstreibenden, die vom Eisacktal kommend nach Bozen zogen.

Die Gemeinde Zwölfmalgreien entstand 1849, gleichzeitig mit den Gemeinden Leifers und Gries, infolge der österreichischen Magistratsverfassung. [2]

Heute befinden sich in Zollstange/Zwölfmalgreien zahlreiche Landesämter, der Bahnhof, die Talstation der Rittner Seilbahn, die Talstation der Kohlerer Seilbahn, die Parteizentrale der Südtiroler Volkspartei und der Sitz der Etschwerke Bozen-Meran, die 1920 gegründete Musikkapelle Zwölfmalgreien und der Sitz der Raiffeisenkasse Bozen.

Die übrigen Malgreien[Bearbeiten]

  • St. Peter mit der Kirche zum Apostel Petrus im Norden von Bozen, Richtung Schloss Runkelstein am Eingang des Sarntales.
  • St. Johann im Dorf mit der gleichnamigen Kirche und dem Heinrichshof nördlich der historischen Altstadt Bozens.
  • Rentsch mit der Kirche zum Heiligen Laurentius östlich der Zollstange.
  • St. Magdalena/Prazöll mit der gleichnamigen Kirche ist Heimat des St. Magdaleners.
  • St. Justina, am nordöstlichen Rand der heutigen Gemeinde Bozen, Richtung Ritten.
  • Bozner Leitach, Hanglagen südöstlich von Justina oberhalb des Eisacks (rechtsseitig), auf der anderen Talseite liegt Kardaun.
  • Kampill am linken Ufer des Eisacks mit der Kirche zum heiligen Martin von Tours, die heute zwischen Staatsstraße und Brennerautobahn eingezwängt ist.
  • Kampenn (mit Kohlern), südlich des historischen Bozens. Hier steht seit 1908 die älteste Schwebe-Seilbahn Mitteleuropas, die Kohlerer Bahn.
  • Virgl, am Südwesthang von Kohlern, beherbergt mehrere Kirchen, darunter die älteste Kirche Bozens, die Vigiliuskirche aus der Völkerwanderungszeit. In dieser Zeit wurde das antike Bozen auf den Virgl verlegt, wo unter anderem 769 die Urkunde unterzeichnet wurde, mit der Bayernherzog Tassilo III. das Kloster Innichen gründete.
  • Haslach, liegt südlich des Virgls und ist heute dicht besiedelt, dort befindet sich auch das höchste Wohngebäude der ehemaligen Gemeinde (12 Stockwerke, errichtet von Othmar Barth). Haslach bildet heute eines der zwei Zentren des Stadtviertels Oberau-Haslach. Weithin sichtbar erhebt sich über Haslach die Haselburg.
  • Oberau/St. Jakob mit Grutzen. Oberau ist heute das zweite Zentrum des Stadtviertels Oberau-Haslach, während sich in Grutzen das Industriegebiet und der Flughafen Bozen ausbreiten und nur noch ein kleiner Teil landwirtschaftlich genutzt wird. Der neue Sitz der Obstgenossenschaft Zwölfmalgreien befindet sich in Grutzen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Albin Egger-Lienz (1868-1926), österreichischer Maler, in St. Justina (Waldgries) verstorben
  • Verena Buratti (* 1965), Südtiroler Schauspielerin (in Rentsch aufgewachsen)
  • Alexander Langer (1946-1995), italienischer Politiker, wohnte jahrelang in Bozen Dorf

Fotogalerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hugo A. Lanzinger: Zur sozioökonomischen Entwicklung der Gemeinde Zwölfmalgreien von 1850 bis 1910. Innsbruck, Dipl.-Arb. 1998.
  • Richard Staffler: Die Hofnamen von Zwölfmalgreien und Leifers (Bozner Jahrbuch für Geschichte, Kultur und Kunst 1952), Innsbruck: Wagner 1952.
  • Heinz Tiefenbrunner: Häusergeschichte von Zwölfmalgreien, Bozen: Athesia 2011.

Weblinks[Bearbeiten]

 Portal: Bozen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Bozen
 Commons: Zwölfmalgreien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bruno Mahlknecht: Das Bozner Batzenhäusl. In: ders., Bozen durch die Jahrhunderte, Bd. 2; Bozen 2006; ISBN 88-6011-021-1; S. 137-141
  2. Bruno Mahlknecht: Der Magistralbezirk Bozen zerfällt in vier selbstständige Gemeinden. In: ders., Bozen durch die Jahrhunderte, Bd. 3, Bozen 2006; ISBN 88-6011-027-0; S. 148

46.50027411.360984Koordinaten: 46° 30′ N, 11° 22′ O