Zwangsgedanke

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Klassifikation nach ICD-10
F42.0 Vorwiegend Zwangsgedanken oder Grübelzwang
Eine Zwangsstörung ist nur dann zu diagnostizieren, wenn der Grübelzwang nicht während einer depressiven Episode auftritt und anhält.
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Zwangsgedanken sind eine von zwei Ausformungen einer Zwangsstörung. Sie sind Gedanken und Gefühle, die sich gegen den Willen des Betroffenen immer wieder aufdrängen. Sowohl durch ihre Unkontrollierbarkeit als auch durch ihre Inhalte sind Zwangsgedanken für den Betroffenen quälend und können das Alltagsleben stark beeinträchtigen. Oft besteht eine Verknüpfung zu Allmacht, Aberglauben oder Katastrophenszenarios. Der Patienten fühlt sich ohnmächtig dem eigenen Denken ausgeliefert, muss beispielsweise hundert Mal bis hundert zählen, weil sonst ein geliebter Mensch einen schweren Unfall erleiden würde. Ähnliche Folgen können – im Empfinden der Patienten – eintreten, wenn selbst auferlegte Gebote oder Verbote nicht eingehalten werden, zum Beispiel auf keinen Kanaldeckel zu steigen oder vor jeder sexuellen Betätigung fünfzehn Ave Marias zu beten.

Zwangsgedanken, die sich auf aggressive Weise verdichten, machen sich z.B. durch Gewaltvorstellungen bemerkbar, die einen hohen Leidensdruck bei den Betroffenen auslösen. Beispielsweise wird die gewissenhafte Mutter von den furchtbaren Gedanken gequält, ihr geliebtes Kind zu verletzen. Oft haben die Betroffenen große Angst, sie könnten die – ihnen wesensfremden – Gedanken ausführen, doch die ist in der Regel unbegründet. Aus diesem Grund bezeichnet man die Betroffenen auch als "Täter ohne Tat". Die besagten Gedanken lösen wiederum Schuldgefühle bei dem Betroffenen aus, der Betroffene fühlt sich fallweise sogar so, als ob er den Zwangsgedanken in die Wirklichkeit umgesetzt hätte. Im Extremfall ergibt sich eine endlose Denkspirale, die sich den ganzen Tag über fortsetzt, oder der Zwang, sich selbst – zwecks Sicherung der Selbstkontrolle – rund um die Uhr auf Video aufzeichnen zu müssen. Obwohl Zwangspatienten einen hohen Leidensdruck verspüren, suchen viele Betroffene keine oder erst sehr spät Hilfe bei Psychiater und Psychotherapeut.

Kunstwerk zum Thema von Nasser Azam

Siehe auch[Bearbeiten]

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