Zwangstrennung

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Die Zwangstrennung ist die Trennung eines Internetzugangs vonseiten des Internetdienstanbieters (Providers). Sie erfolgt meist bei ausbleibender Nutzung einer bestehenden Verbindung (kein Datenverkehr über einen festgelegten Zeitraum), spätestens aber meist alle 24 Stunden. Diese Maßnahme wird in Deutschland von nahezu allen DSL-Anbietern im SOHO-Bereich angewandt.

Die Zwangstrennung verfolgt vorwiegend zwei Zwecke. Zum einen verfügt der Anbieter nur über ein begrenztes Kontingent an IP-Adressen und ist daher daran interessiert, dass keine Adressen für ungenutzte Verbindungen verschwendet werden.[1] Zum anderen möchte der Anbieter den privaten Betrieb eines Servers erschweren.[2] Dies geschieht explizit dadurch, dass mit der Zwangstrennung dem Anschluss eine neue IP-Adresse zugewiesen wird. Somit ist der Anschluss nicht immer unter derselben IP-Adresse erreichbar und der Betrieb eines eigenen, stets zu erreichenden Webservers wird somit verhindert. Zwar können Dienste wie dynamisches DNS dem Anschluss über Umwege eine statische Adresse zuweisen, das Problem der abreißenden Verbindungen und kurzzeitigen Unerreichbarkeit bleibt jedoch bestehen.

Weiterhin ist die Zwangstrennung unter Umständen für das Billing der Internetanbieter notwendig. Wird ein Tarif nach Datenmenge abgerechnet, so wird von vielen Systemen der Umfang des Datenverkehrs zwischen dem Beginn der Verbindung und dem Ende ermittelt. Moderne Billing-Systeme hingegen benötigen keine Zwangstrennung um den Datenverkehr zu erfassen. Zudem sind mengenbasierte Tarife im Festnetz-Bereich heute kaum noch anzutreffen.

Es ist nicht möglich, die Zwangstrennung nach in aller Regel 24 Stunden zu verhindern, jedoch können Router und Softwarelösungen automatisiert die Trennung erkennen und sich sofort wieder einwählen.

Im Gegensatz dazu gibt es bei Breitbandanschlüssen über das TV-Kabelnetz keine Zwangstrennung, da hierbei meist statische IP-Adressen vergeben werden und durch eine Trennung kein Vorteil für den Provider entsteht.

Unter IPv4 bietet die Zwangstrennung dem Privatanwender einen Schutz der Privatsphäre und, solange gegen ihn keine polizeilichen Ermittlungen laufen, auch eine gewisse Anonymität. Mit der Einführung von IPv6 ist dieser Schutz nur dann gegeben, wenn die im RFC 4941 definierte „Privacy Extensions“ aktiviert ist. Alle populären Betriebssysteme setzen diese Erweiterungen standardmäßig um.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel auf gulli.com zum Thema IP-Adressierung
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatWas bedeutet es, wenn eine Zwangstrennung erfolgt? Abgerufen am 17. März 2011.