Zwei an einem Tag (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Zwei an einem Tag
Originaltitel One Day
Produktionsland Vereinigte Staaten
Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2011
Länge 107 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
JMK 6[1]
Stab
Regie Lone Scherfig
Drehbuch David Nicholls
Produktion Nina Jacobson
Musik Rachel Portman
Kamera Benoît Delhomme
Schnitt Barney Pilling
Besetzung

Der Liebesfilm Zwei an einem Tag (engl. Originaltitel: One Day) erschien 2011 und ist eine amerikanisch-britische Tragikomödie der dänischen Regisseurin Lone Scherfig, von der auch die Filme An Education und Italienisch für Anfänger stammen. Zwei an einem Tag basiert auf dem gleichnamigen Roman und Bestseller von David Nicholls, der auch das Drehbuch zum Film schrieb.

Handlung[Bearbeiten]

Der deutsche Filmtitel ist irreführend, die Doppeldeutigkeit des englischen Originals One Day (dt. Eines Tages und Ein einziger Tag) dagegen sagt treffender, worum es geht: Der 15. Juli ist das Datum, das die Beziehung von Emma Morley und Dexter Mayhew prägt, und zwar nicht nur einmal, sondern jedes Jahr wieder. Alles beginnt mit einer gemeinsamen Nacht nach der Examensfeier am 15. Juli 1988 in Edinburgh. Danach trennt man sich, denn man ist einfach zu verschieden.

Dex, ein kleiner Adonis und unbekümmerter Draufgänger und Womanizer aus der reichen Oberschicht, nimmt die unscheinbare Em auf dem College kaum wahr und vergisst sogar ihren Namen. Nach dem Studienabschluss reist er erst einmal in der Weltgeschichte herum. Dann beginnt er eine Karriere als seichter Musik-TV-Moderator, genießt sein Dandy-Leben in vollen Zügen, geht auf Partys, betrinkt sich gern, schwängert ein humorloses, aber wohlhabendes Mädchen, heiratet, und hat einfach nur Spaß – bis seine Mutter stirbt, seine Popularität beim Fernsehpublikum nachlässt und seine Stelle mit einem Jüngeren besetzt wird.

Emma dagegen kommt aus einfachen Verhältnissen, wohnt in muffigen Mini-Apartments und war schon immer in den leichtlebigen Dex verliebt. Sie ist politisch engagiert und träumt davon, Schriftstellerin zu werden, hat aber zu viele Selbstzweifel und erfährt zu wenig Ermutigung, um sich mit ihren ersten Schreibversuchen an die Öffentlichkeit zu wagen. Desillusioniert übernimmt sie einen Job als Kellnerin in einer Billig-Restaurant-Kette, avanciert dort zwar zur Geschäftsführerin, studiert aber nebenbei Pädagogik und wird schließlich eine engagierte Lehrerin – bis schließlich ihr eifersüchtiger Freund in ihrem Tagebuch schnüffelt, ihr Schreibtalent entdeckt und Emma zur erfolgreichen Bestseller-Autorin wird.

Trotz oder gerade wegen vieler persönlicher Höhen und Tiefen und wechselnder Partner verlieren sich Em und Dex nie ganz aus den Augen, fühlen sich irgendwie magnetisch zueinander hingezogen und benutzen sich, wie Harry und Sally, gegenseitig als Schulter, an die sie sich lehnen und an der sie sich aussprechen und aufrichten können. An jedem 15. Juli treffen sie sich, unternehmen einmal sogar eine gemeinsame Urlaubsreise, finden aber aufgrund ihrer unterschiedlichen Charaktere nie wirklich zusammen, bis endlich, 16 Jahre nach ihrer ersten Nacht, auch Dexter, inzwischen geschiedener Vater und einfacher Arbeiter, erkennt und zugibt, was er schon immer gesucht hat. Die beiden heiraten, lieben sich leidenschaftlich und wollen ein Kind. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer. Emma kommt bei einem Verkehrsunfall ums Leben – wieder an einem 15. Juli. Der untröstliche Dexter muss in Zukunft ohne sie auskommen und lebt von seinen Erinnerungen.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Der Film wurde unter Anderem in Edinburgh, London und Paris gedreht.
  • Dexters Vater erwähnt in einer Szene die Serie Silent Witness, in der Ken Scott, der Dexters Vater spielt, mitspielte.
  • In Patricia Clarksons letzter Szene wird ihre Kleidung immer heller, was ihren baldigen Tod symbolisieren soll.
  • Die Szene, in der Emma und Dexter nackt baden, ist die einzige, in der sie keine Perücken tragen.

Kritik[Bearbeiten]

„Erzählt wird die Chronik im beschwingten Stile einer Rom-Com-Komödie mit illustren Schauplätzen und stimmungsvollen Songs. Dabei gelingt es dem Drehbuchautor David Nicholls, selbst die bitterste Medizin in süffisanten komischen Dialog-Dosierungen zu verabreichen. Dass die bittersüßen Episoden trotz der narrativen Zeitraffer sich zu einem gelungenen Ganzen fügen, liegt auch an dem stringenten Spiel der beiden Hauptdarsteller. Jim Sturgess und Anne Hathaway haben zwar nur bedingt das Zeug zum Traumpaar, aber sie sind in der Lage, die Wesenszüge und Wandlungen ihrer Figuren jederzeit nachvollziehbar zu machen. Das macht den Film vielleicht nicht zu einem so tiefgründigen Meisterwerk, wie es Lone Scherfigs letzter Film „An Education“ war, hebt ihn aber allemal heraus aus der Masse der gängigen Rom-Coms aus Hollywood.“

Norbert Raffelsiefen: Programmkino.de[2]

„Die dänische Regisseurin widerstand der Versuchung, bei der Verfilmung von David Nicholls‘ Bestseller die Schauplätze von Edinburgh und London in die USA zu verlegen. Diese Entscheidung beschert dem romantischen Reigen viel Lokalkolorit und authentischen Charme. Dagegen krankt „Zwei an einem Tag" an einem allzu starren Erzählkonzept und leider ist auch die Chemie zwischen den für sich genommen durchaus überzeugenden Hauptdarstellern Jim Sturgess und Anne Hathaway nicht immer stimmig.“

Carsten Baumgardt: Filmstarts.de[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kennzeichnung der Jugendmedienkommission.
  2. [1]
  3. [2]