Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß

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Filmdaten
Deutscher Titel Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß
Originaltitel 2 ou 3 choses que je sais d'elle
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1967
Länge 90 Minuten
Altersfreigabe FSK 18
Stab
Regie Jean-Luc Godard
Drehbuch Jean-Luc Godard
Produktion Anatole Dauman
Raoul Lévy
Kamera Raoul Coutard
Schnitt Françoise Collin
Chantal Delattre
Besetzung

Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß ist ein Filmdrama des französischen Regisseurs Jean-Luc Godard aus dem Jahr 1967.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film zeigt 24 Stunden im Leben der jungen Juliette Jeanson, die mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Sohn in einem Pariser Vorort lebt. Während ein Nachbar auf ihr Kind aufpasst, fährt Juliette in die Stadt, geht in ein Café, zum Friseur und in die Werkstatt. In einem Stundenhotel arbeitet sie einmal in der Woche als Prostituierte, um sich die Kleidung der neuesten Mode leisten zu können. Während sie durch die Straßen läuft, sind immer wieder Fragmente aus den Gesprächen anderer Passanten zu hören. Am Abend kehrt Juliette zu ihrer Familie zurück. Sie versorgt ihren Sohn und geht schließlich ins Bett.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film gilt als das Hauptwerk der soziologischen Periode Godards, in der dieser unter anderem Masculin – Feminin oder: Die Kinder von Marx und Coca-Cola, Weekend und Die Geschichte der Nana S. drehte.

Die Idee zu Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß kam Godard aufgrund einer Zeitungsreportage über Hausfrauen, die durch Prostitution ihr Einkommen aufbessern. Der Regisseur sagte dazu: "Jeder, der heutzutage in Paris leben will, egal in welcher sozialen Schicht, muss sich in gewisser Weise prostituieren."[1]

Der Film, dessen Titel sich sowohl auf die Stadt Paris als auch auf die Hauptfigur Juliette bezieht, stellt einen kritischen Kommentar zur Situation des Gaullistischen Frankreichs in den 1960er Jahren dar. Godard, der das Werk als Essay bezeichnete und selbst als flüsternder Erzähler fungiert, beklagt den Identitätsverlust in der modernen kapitalistischen und industrialisierten Welt. Er kritisiert die Amerikanisierung Frankreichs, den Krieg in Vietnam und den Verfall der Werte in einer konsumfixierten Gesellschaft.

Godard sagte: "Ich schaue mir zu beim Filmen, und man hört mich denken. Man kann alles in einem Film unterbringen. Man muss alles in einem Film unterbringen. Wenn man mich fragt, weshalb ich sprechen lasse von Vietnam, von Jacques Anquetil, von einer Frau, die ihren Mann betrügt, verweise ich den, der mich fragt, auf seine alltägliche Umgebung. Da gibt es das alles. Und alles existiert da nebeneinander."[2]

Der Film wurde 1966 innerhalb eines Monats gedreht und feierte seine Premiere am 17. März 1967.

Kritiken[Bearbeiten]

Der Filmkritiker J. Hoberman bezeichnete Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß als einen der zehn besten Filme des 20. Jahrhunderts. Richard Roud und die Schriftstellerin Susan Sontag hielten ihn beide für den Höhepunkt von Godards Schaffen. Das New York Magazine meinte, der Film sei visuell fesselnd, während die Time Out New York die Schönheit des Werkes hervorhob. Das Lexikon des internationalen Films schreibt: "Ein zur Diskussion anregender Film, der auch inszenatorisch zu überzeugen versteht."

Sonstiges[Bearbeiten]

Die Hamburger Band Blumfeld veröffentlichte 1994 auf ihrem Album L'Etat et moi einen Song namens 2 oder 3 Dinge, die ich von dir weiß.

2005 drehte der Regisseur Malte Ludin einen Film mit dem Titel 2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß, in dem er sich mit seinem Vater Hanns Ludin auseinandersetzt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. American Film Institute
  2. Klappentext der deutschen DVD