Zweihäusige Segge

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Zweihäusige Segge
Zweihäusige Segge (Carex dioica),weibliche Pflanze

Zweihäusige Segge (Carex dioica),
weibliche Pflanze

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Gattung: Seggen (Carex)
Art: Zweihäusige Segge
Wissenschaftlicher Name
Carex dioica
L.
Zweihäusige Segge (Carex dioica),
männliche Pflanze

Die Zweihäusige Segge (Carex dioica) ist eine in Deutschland bundesweit stark gefährdete Seggenart. Sie blüht im Mai und Juni. Bestäubt wird sie durch den Wind. Die schwimmfähigen Früchte werden durch ihre leichte Klebwirkung zumeist durch Vögel oder durch das Wasser ausgebreitet.

Erkennungsmerkmale[Bearbeiten]

Die kleinwüchsige Carex dioica ist zweihäusig, d.h. sie bildet rein weibliche und rein männliche Pflanzen aus. Diese sind nur etwa 10 bis 20 cm groß. Es handelt sich um eine nicht horstbildende Segge, die sich auch vegetativ durch Ausläufer vermehren kann. Die einzeln und aufrecht stehenden Stängel bilden an der Spitze einen bis etwa 1,5 cm langen Blütenstand (eine Ähre) aus. Die Schläuche der weiblichen Blüten sind ungefähr 1,5 mm breit und 3,5 mm lang. Sie sind ziemlich plötzlich in einen kurzen Schnabel verschmälert. Die darumliegenden Spelzen sind kaum kürzer als die Schläuche. Im reifen Zustand stehen die Früchte waagerecht ab. Der weibliche Blütenstand ist länglich-eiförmig und an der rotbraunen Farbe der Spelzen erkenntlich. Die männlichen Ähren sind dagegen schlank zylindrisch und weisen hellbraune Spelzen auf.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die basenholde Zweihäusige Segge besiedelt zumeist nährstoffarme Moore und Moorwälder, aber auch moorige Wiesen entlang von Gewässern. Sie kann soziologisch als Kennart der Assoziation Campylio-Caricetum dioicae angesehen werden. In Deutschland gehen ihre Bestände derzeit stark zurück. Zudem sind die einzelnen Populationen meist stark fragmentiert und weit voneinander entfernt. Gründe für das zunehmende Verschwinden sind u.a. die Entwässerung und Aufforstung von Moorstandorten und deren Abbau. Auch durch die nachlassende Erhaltung von nährstoffarmen Feuchtwiesen und extensiver Beweidung solcher trägt dazu bei. Deutschlandweit steht sie auf der Roten Liste der Gefäßpflanzen und ist dort als stark gefährdet eingestuft. Das Hauptverbreitungsareal der Zweihäusigen Segge ist Zentral-Europa. Sie ist jedoch vereinzelt bis nach West-Asien verbreitet.

Für die Region Pinzgau ist auch der Trivialname Ritschgras belegt.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Eckehart J. Jäger, Klaus Werner (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. 10., bearbeitete Auflage. Band 4: Gefäßpflanzen: Kritischer Band, Elsevier, Spektrum Akademischer Verlag, München/Heidelberg 2005, ISBN 3-8274-1496-2.
  • E. Foerster: Seggen, Binsen, Simsen und andere Scheingräser des Grünlandes - Ein Schlüssel zum Bestimmen im blütenlosen Zustand. (Manuskript Kleve-Kellen März 1982)
  •  Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zweihäusige Segge (Carex dioica) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 81. (online).