Zweisimmen

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Zweisimmen
Wappen von Zweisimmen
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Obersimmental-Saanenw
BFS-Nr.: 0794i1f3f4
Postleitzahl: 3770
UN/LOCODE: CH ZIM
Koordinaten: 594480 / 15541546.5499977.366663947Koordinaten: 46° 33′ 0″ N, 7° 22′ 0″ O; CH1903: 594480 / 155415
Höhe: 947 m ü. M.
Fläche: 73.1 km²
Einwohner: 2987 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 41 Einw. pro km²
Website: www.zweisimmen.ch
Bahnhof Zweisimmen

Bahnhof Zweisimmen

Karte
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Zweisimmen ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Obersimmental-Saanen des Kantons Bern und liegt im Berner Oberland.

Geographie[Bearbeiten]

Durch die Gemeinde fliessen die Grosse Simme sowie die Kleine Simme, daher der Name. Die Region um Zweisimmen im Simmental ist von Bergen eingefasst: im Norden von den steil gezackten Kalkriffen der Stockhorn-Gantrisch-Gastlosen-Kette, im Süden vom vergletscherten Hauptkamm der Berner Alpen, aus dem als markanteste Gestalten Wildstrubel, Wildhorn und Diablerets-Massiv herausragen.

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Zweisimmen, Blankenburg, Mannried, Grubenwald und den Streusiedlungen Oeschseite und Reichenstein. In Blankenburg mit seinem Schloss ist die Bezirksverwaltung untergebracht.

Geschichte[Bearbeiten]

Um 850 entstanden die Siedlungen Zweisimmen, Grubenwald und Betelried. Das Schloss Blankenburg wird 1325 erstmals urkundlich erwähnt.

Die ersten Schule wurde 1608 eingerichtet. Kurz danach zwischen 1816 und 1821 entstand die Simmentalstrasse. Im Jahr 1862 verwüstete ein Dorfbrand Zweisimmen, die Hälfte der Häuser verbrannte. Nach dem Telegrafenbüro 1868, hält 1900 das elektrisches Licht Einzug. Von 1902 bis 1905 erfolgte der Bau der Eisenbahnverbindungen nach Montreux. In den Jahren 1932-1936 wurde die Simmentalstrasse asphaltiert und ausgebaut. Mit dem Winter 1934 begann in Zweisimmen der Skitourismus und ab 1936 verfügten die Skisportler über ein spezielles Transportmittel für Wintersportler, die als Funi (Kurzform von Funiculaire) bezeichnete Schlitten-Standseilbahn. Wie bei einer Standseilbahn fuhren zwei Schlitten gegenläufig hinauf und hinunter, allerdings nicht auf Gleisen, sondern auf dem Schnee. Nach dem Bau der Gondelbahn Zweisimmen-Rinderberg 1957 war diese, bis in die 1970er Jahre, die Längste ihrer Art in Europa. Sie wurde 1987 runderneuert.

Politik[Bearbeiten]

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2011 betrugen: SVP 47.7 %, BDP 18.0 %, SP 10.3 %, FDP 7.6 %, glp 4.7 %, GPS 4.3 %, EDU 3.3 %, EVP 1.5 %, CVP 0.6 %.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bedeutendster Wirtschaftsfaktor ist der Tourismus. Weitere wirtschaftliche Standbeine der Gemeinde sind Dienstleistung, Gewerbe und Landwirtschaft.

  • neun Hotelbetriebe mit 295 Betten
  • zwölf Gruppenhäuser mit 740 Betten
  • 825 Zweit-/Ferienwohnungen
  • 1180 Erstwohnungen
  • zwei Campings mit 200 Plätzen
  • 1600 Arbeitsplätze in Dienstleistung, Tourismus, Gewerbe und Landwirtschaft

Tourismus[Bearbeiten]

Die Region eignet sich für Wanderungen, für alpinistische Unternehmungen sowie für Wintersport. Im Winter werden 220 km Pisten mit 57 Bergbahnen angeboten, im Sommer 300 km Wanderwege.[3]

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Zweisimmern verfügt über ein öffentliches Spital mit 24-Stunden-Notfallversorgung. Es gehört zum Klinikverbund der Spitäler STS.

Verkehr[Bearbeiten]

Zweisimmen ist mit Strasse und Schiene sowie mit dem Flugplatz Zweisimmen und dem Flugplatz Saanen gut erschlossen.

Die Gemeinde ist Endpunkt der normalspurigen Eisenbahnlinie der BLS von Spiez. In Zweisimmen beginnen die meterspurigen Bahnlinien der Montreux–Berner Oberland-Bahn (MOB) nach Lenk sowie nach Montreux an den Genfersee.

Das Simmental ist für den Individualverkehr durch das Simmental gut erschlossen. Strassenverbindungen über den Jaunpass nach dem Freiburgerland, den Col des Mosses und Col du Pillon in den Kanton Wallis galten schon seit Beginn der Besiedlung als wichtige Übergänge.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die reformierte Kirche St. Maria wurde Mitte des 15. Jahrhunderts erbaut. Der Bau ist aussen und innen mit spätgotischen Fresken bemalt, die Beziehungen zur schwäbischen Malerei (Strigel-Werkstatt) aufweisen und in den Jahren 1470–1500 erstellt wurden. Die Westfassade ist mit Christophorus, mit der Verkündigung an Maria sowie mit Georg im Kampf mit dem Drachen geschmückt. Im Innern befinden sich an den Langhauswänden Szenen aus der Marienlegende und dem Leben Jesu. Der Chor ist bemalt mit einer Apostelreihe und einem Engel mit Weihrauchfass.

Umwelt[Bearbeiten]

Die Umwelt in Zweisimmen ist weitgehend intakt (sehr geringe Feinstaubbelastung und Ozonbelastung). Das Trinkwasser stammt mehrheitlich aus Quellen. Teile der Gemeinde Zweisimmen gehören dem Naturschutzgebiet Spillgerten an.

Partnergemeinde[Bearbeiten]

  • Oberrot im Landkreis Schwäbisch Hall, Baden-Württemberg, Deutschland

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zweisimmen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. http://www.wahlarchiv.sites.be.ch/wahlen2011/target/NAWAInternetAction.do@method=read&sprache=d&typ=21&gem=794.html abgerufen am 16. Juli 2012
  3. gstaad.ch: Snowboarden in einem der grössten Skigebiete der Schweiz - Gstaad Tourismus (de), Zugriff am 24. November 2011