Zweite Schlacht bei Oporto

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Zweite Schlacht von Oporto
Teil von: Halbinselkrieg
Britische und portugiesische Truppen verfolgen die zurückweichenden Franzosen
Britische und portugiesische Truppen verfolgen die zurückweichenden Franzosen
Datum 12. Mai 1809
Ort Porto in Portugal
Ausgang Sieg der britischen Truppen
Konfliktparteien
Frankreich 1804Erstes Kaiserreich
Frankreich
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland
Großbritannien
Befehlshaber
Nicolas Jean de Dieu Soult.jpg
Nicolas Jean-de-Dieu Soult
Arthur Wellesley, 1st Duke of Wellington by Robert Home cropped.jpg
Sir Arthur Wellesley, Herzog von Wellington
Truppenstärke
ca. 11.200 Mann ca. 20.000 Mann
Verluste
2.100 Mann Verluste, darunter wohl 300 Tote 125 Mann Verluste

Die Zweite Schlacht von Oporto ereignete sich am 12. Mai 1809 bei Porto in Portugal, im Zuge des Krieges auf der Iberischen Insel.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Nachdem die Masse der britischen Armee kurz nach der Schlacht von La Coruña von der Spanischen Halbinsel abgezogen worden war, begann unter Marschall Soult ein erneuter Versuch Portugal zu besetzen. Bei dem Einmarsch aus Nordwesten war es notwendig, sich auch in Besitz der Stadt Oporto zu setzen. Am 20. März 1809 wurden die verteidigenden portugiesischen Truppen in der Schlacht bei Braga geschlagen und den französischen Streitkräften unter Marschall Soult gelang es, Oporto zu erobern. Es standen jedoch noch britische Restverbände in Portugal, zu denen aus Großbritannien zusätzliche Truppen geschickt wurden, um Portugal zu befreien.

Truppengliederung[Bearbeiten]

Im nachfolgende ist die Gliederung und die gerundete Stärke angegeben:

Franzosen[Bearbeiten]

Unter dem Kommando von Marschall Soult standen die nachfolgende Truppen: [1]

  • Infanterie-Division unter Divisionsgeneral Merle 3.400 Soldaten
  • Infanterie-Division unter Divisionsgeneral Delaborde 3.400 Soldaten
  • Leichte Kavallerie-Division unter Divisionsgeneral Franceschi 1.400 Soldaten

Briten[Bearbeiten]

Unter dem Oberbefehl von General Sir Arthur Wellesley standen die folgenden Truppen: [2]

  • Infanterie
Sherbrookes Division
Garde-Brigade unter Henry Fred Campbell 2.552 Soldaten
4. Brigade unter John Sontag 2.079 Soldaten
5. Brigade unter Alexander Campbell 2.075 Soldaten
Pagets Division
6. Brigade unter Stewart 2.050 Soldaten
King’s German Legion Brigade (KGL) unter John Murray 3.095 Soldaten
Hills Division (Hill agierte sowohl als Divisions- als auch Brigade-Kommandeur)
1. Brigade unter Rowland Hill 2.274 Soldaten
7. Brigade unter Alan Cameron 2.096 Soldaten
  • Kavallerie unter Stapleton Cotton 1.500 Soldaten
  • Artillerie 24 Kanonen

Die Gesamtstärke betrug 18.000 Mann, wovon 2.400 Mann Portugiesen waren.

Alliierte Truppen[Bearbeiten]

Diese Truppen waren bei der eigentlichen Schlacht nicht anwesend, sondern erfüllten andere Aufgaben. Alexander Mackenzie und seine Verbände sicherten Portugal, William Beresford und seine Truppen sollten die französischen Stellungen umgehen. [3]

unter dem Kommando von William Beresford
  • Britische Infanterie
3. Brigade unter Christopher Tilson 1659 Soldaten
  • Kavallerie 2 Schwadrone 164 Soldaten
  • Portugiesische Truppen

5 Bataillone Infanterie, 2 Schwadrone Kavallerie, 2 Batterien Artillerie (12 Kanonen)

unter dem Kommando von Alexander Mackenzie
  • Britische Infanterie
2. Brigade unter Alexander Mackenzie 2989 Soldaten
  • Kavallerie unter Henry Fane 1466 Soldaten
  • Artillerie eine Batterie
  • Portugiesische Truppen

10 Bataillone Infanterie, 5 Schwadrone Kavallerie, 3 Batterien Artillerie (18 Kanonen)

Verlauf[Bearbeiten]

Gefecht am Vortag[Bearbeiten]

Am 11. Mai 1809 kam es zu einem kleinen Gefecht südlich von Oporto bei Grijon, wobei die Franzosen bis zu 250 Gefallene, Verwundete und Gefangene beklagen mussten. Auf der britischen Seite waren mindestens 100 Verluste zu beklagen.

Kampfhandlungen am 12. Mai 1809[Bearbeiten]

In den Morgenstunden des 12. Mai 1809 bereiteten die britischen Truppen den Übergang über den Douro vor, um die französischen Truppen auf der Nordseite des Flusses niederzuringen. Dazu wurden alle britischen Geschütze in Ufernähe und in eine versteckte Feuerstellung gebracht. Auf der feindlichen Flussseite sollte ein Kloster eingenommen und gehalten werden, die britischen Geschütze sollten Feuerschutz gewähren. Des Weiteren wurde eine Infanterie-Brigade und Kavallerie flussaufwärts geschickt, um dort in einer Flankenoperation die Franzosen anzugreifen. [4] Mehrere Truppenlandungen mit Booten, die von den Portugiesen vor den Franzosen versteckt worden waren und nun den Briten zur Verfügung gestellt wurden, verliefen über eine Stunde unbeobachtet und ungestört. Die Einnahme des Klosters gelang. Dann alarmierten Vorposten die französische Armee, welche sich gegen das Kloster wandte. Zweimal griff leichte französische Infanterie das Kloster an, beim dritten Anlauf wurde sogar die Armee gesammelt. Deren Umgliederung zum Angriff sorgte dafür, dass Einwohner der Stadt Oporto die im Hafen liegende Boote auf die andere Flussseite ruderten und mit einem Mal die gesamte Garde-Brigade übergesetzt werden konnte. Diese griff unterstützt von den Truppen im Kloster die sich sammelnde französische Armee an, die sich darauf fluchtartig zurückzog. [5] Die französische Armee verlor nicht nur 300 Gefallene und Verwundete, sondern musste sowohl ihre gesamte Artillerie als auch die im Lazarett liegenden Verwundeten zurücklassen. Die britischen Truppen hatten dagegen nur 123 Tote und Verwundete.

Folgen[Bearbeiten]

Die Überquerung des Douro war eine brillante Operation, die mit überraschender Geschwindigkeit und Können ausgeführt wurde. Oman nannte sie einer von Wellesleys größtem Anspruch auf Ruhm. Als Folge wurden die Franzosen zum zweiten Mal aus Portugal vertrieben, mit schweren Verlusten an Mensch und Material. Der Sieg bewies, dass Wellesley nicht nur ein guter defensiver Kommandeur war, wobei die Franzosen lange brauchten, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen. Es war ein weiterer schwerer Rückschlag für die Moral der französischen Armee von Portugal und eine große Stärkung für die Briten und Portugiesen.[6] Durch die Befreiung Oportos stand den Briten nun ein Hafen weiter nördlich zur Verfügung, von welchem aus Operationen der britischen Verbände unterstützt werden konnten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Julian Paget: Wellington's Peninsular War. Battles and Battlefields. Updated Edition. L. Cooper, London 1996, ISBN 0-85052-603-5.
  • Roger Parkinson: The Peninsular War. Hart-Davis MacGibbon, London 1973, ISBN 0-246-64096-0.
  • Jac Weller: Wellington in the Peninsula. 1808–1814. Nicholas Vane, London 1962.
  • Detelf Wenzlik: Die Schlachten bei Oporto und Talavera. 12. Mai/27. – 28. Juli 1809 (= Die Napoleonischen Kriege. Bd. 1). 3., überarbeitete und ergänzte Auflage. VRZ-Verlag Zörb, Hamburg 2004, ISBN 3-931482-01-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wenzlik, S. 39
  2. auf www.british battles.com
  3. Weller S 83ff
  4. Wenzlik, S. 36 ff.
  5. Parkinson, S. 82 f.
  6. Paget S. 23f