Zweiter Weihnachtsfeiertag

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Der 26. Dezember ist als Zweiter Weihnachtsfeiertag oder Stephanitag ein gesetzlicher Feiertag in den meisten europäischen Ländern.

Verbreitung[Bearbeiten]

Das Weihnachtsfest erhielt in der Liturgie etwa ab dem 8. Jahrhundert eine Oktav, eine einwöchige Festzeit, in der aber die in diese Zeit fallenden bestehenden Heiligenfeste erhalten blieben.[1] Vor der Reformation gab es in den einzelnen deutschen Herrschaften je nach dem jeweiligen Landesfürsten bis zu fünf Weihnachtsfeiertage.

Der 26. Dezember ist ein gesetzlicher Feiertag in den folgenden europäischen Ländern: Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien (nur Katalonien und Balearen), Tschechien, Ungarn, Vereinigtes Königreich, Zypern sowie in Liechtenstein. Auch in der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens wird der 26. Dezember als Feiertag angesehen, doch, wie in der Schweiz, besteht dort keine landesweit geltende Regelung. In den übrigen europäischen Ländern ist es kein gesetzlicher Feiertag.

In Frankreich ist der zweite Weihnachtstag ein Feiertag nur in den zwischen 1871 und 1918 zu Deutschland gehörenden Regionen, den heutigen Départements Bas-Rhin, Haut-Rhin und dem teils deutschsprachigen Moselle.

Der zweite Christtag im evangelischen Gottesdienst[Bearbeiten]

Während in den evangelischen Kirchen am ersten Christtag die Geburtsgeschichte Jesu im Zentrum steht, richtet sich der Blick am zweiten Feiertag auf die Botschaft von der Fleischwerdung des Wortes nach Johannes. Als Evangelium werden Joh 1,1–5 (6–8) 9–14 LUT, als Epistel Hebr 1,1–3 (4–6) LUT und aus dem Alten Testament Jesaja 11,1–9 LUT gelesen. Damit entspricht dieser Tag der liturgischen Ausrichtung der Heiligen Messe „Am Tage“ in der katholischen Leseordnung des Weihnachtsfestes.

Der 26. Dezember als Stephanstag[Bearbeiten]

In der Liturgie der römisch-katholischen, der altkatholischen, der anglikanischen und der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche begeht man den 26. Dezember als Gedenktag des heiligen Stephanus. Auch in evangelischen Gemeinden in Deutschland wird an diesem Tag in manchen Gottesdiensten an Stephanus gedacht, da „das Gedächtnis des Erzmärtyrers Stephanus […] eine längere Tradition als das Weihnachtsfest“ hat.[2]

Weitere Tagesbenennungen[Bearbeiten]

In Großbritannien und mehreren Ländern des Commonwealth nennt man den zweiten Weihnachtsfeiertag Boxing Day. In Irland ist der zweite Weihnachtstag ein gesetzlicher Feiertag und wird auf Englisch St. Stephen's Day genannt. Auf Irisch heißt er entweder Lá Fhéile Stiofáin (Tag der Stephansfeier) oder Lá an Dreoilín (Tag des Zaunkönigs/Schneekönigs).

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Philipp Harnoncourt: Weihnachtsoktav. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche (LThK). 3. Auflage. Band 10, Herder, Freiburg im Breisgau 2001.
  2. Evangelisches Gottesdienstbuch, S. 416.